Alles unter Dach und Fach: Windpark auf der Steinberger Alpe soll im Jahr 2022 in Betrieb gehenAusgabe 4 | Mittwoch, 27. Januar 2021

Lange hat man hart darum gekämpft, auf der Steinberger Alpe bei St. Georgen einen Windpark errichten zu dürfen. Nun kann mit dem Bau der Anlage mit einer Leistung von 19,8 Megawatt begonnen werden. Auch beim Pumpspeicherkraftwerk geht etwas weiter.

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St. Georgen. Die Bestrebungen, auf der Steinberger Alpe einen Windpark zu errichten, gehen bereits bis in das Jahr 2004 zurück. Richtig Bewegung in die Sache ist aber erst 2018 gekommen, als das Unternehmen »Ecowind« die Genehmigungsverfahren beantragte. 2019 wurde vom Land Kärnten eine 19,8 Megawatt große Windkraftanlagen mit sechs Windkrafträdern genehmigt.

In der letzten Gemeinderatssitzung des Vorjahrs beschlossen die Mandatare ein ganzes Konvolut an Vereinbarungen mit den Betreibern. Somit steht dem Baustart jetzt nichts mehr im Wege. Die Inbetriebnahme des Windparks ist Mitte 2022 geplant.

»Ich finde es super, dass etwas weiter geht. Wir brauchen dringend eine Energiewende«
Franz Dorner, Projektinitiator 

Erfreut darüber, dass es endlich los geht, ist Bürgermeister Karl Markut: »Seit 2004 wurde um den Windpark gekämpft. Gäbe es in der Koralpe ein Ölvorkommen, wäre der Berg bereits völlig umgegraben worden. Der Windpark auf der Steinberger Alpe ist ein wichtiger Schritt in Richtung energieautarkes und klimaneutrales St. Georgen.«

Die Vereinbarungen mit den Grundbesitzern sind getroffen und mit den Beschlüssen im Gemeinderat konnten nun auch entsprechende Verträge abgeschlossen werden. Im wesentlichen geht es dabei um Dienstbarkeiten, Zustimmungen von Grundbesitzern, über deren Grundstücke die Energieableitung von der Steinberger Alpe ins Umspannwerk Ettendorf erfolgen soll, und Vereinbarung bezüglich des Lkw-Verkehrs zur Windpark. Der Betrieb der Anlage ist auf 30 Jahre ausgerichtet, die Gemeinde erhält jährlich Ausgleichszahlungen in der Höhe von rund 64.000 Euro.

Groß ist die Freude beim Projektinitiator, dem Kamper Energielandwirt Franz Dorner: »Ich finde es super, dass endlich etwas weitergeht. Wir brauchen ganz dringend eine Energiewende. Das hat man erst kürzlich gesehen, als Österreich nur knapp einem Black-Out entgangen ist.«

»Im Frühjahr möchten wir die UVP-Erklärung für das Pumpspeicherkraftwerk einreichen«
Karl Markut, Bürgermeister 

Dorner hat im vergangenen Jahr die Ableitungsverhandlungen mit den Grundeigentümern geführt, diese sind nun unter Dach und Fach. Durch die neue Stromleitung ergeben sich für Dorner und die Grundeigentümer und Landwirte zahlreiche Vorteile. So werde die Leitung nun eingekabelt, wodurch viele Strommasten entfernt werden können. Dadurch soll es in Zukunft auch zu weniger Stromausfällen durch umgestürzte Bäume bei Wind oder starkem Schneefall kommen. 

»Mit Projekten wie diesem lassen sich viele Synergieeffekte erzielen. Die Freileitungen werden nun unter der Erde verlegt, was sowohl für die Grundbesitzer als auch die Energieversorger Vorteile mit sich bringt«, freut sich Markut, der die Grundbesitzer für die gute Zusammenarbeit bei den Verhandlungen mit Chefverhandler Franz Dorner lobt.

Bezüglich eines erhöhten Verkehrsaufkommen brauche sich laut Markut niemand Sorgen zu machen, denn der Verkehr zur Windkraftanlage erfolge nicht über die Steinberger Straße, sondern über die Soboth. Es müssen auch keine neue Straßen errichtet werden, lediglich ein paar Stellen müssten erneuert bzw. verbreitert werden.

Aber es soll nicht bei diesem einen Alternativenergie-Projekt in St. Georgen bleiben. Weitere sind bereits in Planung, wie zum Beispiel das Pumpspeicherkraftwerk auf der Kärntner Seite der Koralm. »Noch in diesem Frühjahr soll für das Pumpspeicherkraftwerk die Erklärung zur Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht und im Herbst das UVP-Verfahren eingeleitet werden«, so Markut.

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