Pflegereferentin Jennifer Melcher: »Ich betrachte die Burnout-Problematik von einer anderen Seite«Ausgabe 40 | Mittwoch, 6. Oktober 2021

In ihrem Buch präsentiert Jennifer Melcher eine neues Konzept, um gegen Burnouts vorzugehen. Ihre neue Herangehensweise, die von gängigen Methoden abweicht, hat sie nun verschriftlicht. Besonders die Pflegekräfte liegen der 34-Jährigen am Herzen.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Philipp Tripolt Von Philipp Tripolt tripoltno@spamunterkaerntner.at
Jennifer Melcher stammt aus Cottbus und kam nach Österreich, weil sie in den Bergen wohnen wollte. Heute ist die 34-Jährige zweifache Mutter, Jugendreferentin des Alpenvereins und begeisterte Höhlenforscherin (Bild unten). Kürzlich hat sie mit »Das Anti-Burnout-Buch für Pflegekräfte« Tipps und Übungen gegen Stress verschriftlicht. Fotos: KK

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Wolfsberg. Jennifer Melcher stammt ursprünglich aus Cottbus in Ostdeutschland. In Deutschland hat sie auch den Beruf der Krankenschwester erlernt. Im Jahr 2010 verließ die heute 34-Jährige ihre Heimat. Anschließend absolvierte sie in Wien ein Wundmanagementstudium. Schließlich verschlug es Jennifer Melcher nach Graz, wo sie Krankenpflege als Lehramt studierte und ihren heutigen Mann Franz kennenlernte. »Er ist gebürtiger Lavanttaler und wollte in seine Heimat zurück, und ich wollte in der Nähe der Berge wohnen«, erklärt Melcher ihren Wohnortwechsel nach Wolfsberg.

In Klagenfurt hat sie dann Pflegemanagement studiert. 2011 gründete sie ihre eigene Firma für häusliche Pflege, die sie 2018 verkauft hat. »Es war mit den Kindern nicht mehr gut vereinbar«, erklärt die Mutter von einem dreijährigen Sohn und einer einjährigen Tochter und fügt hinzu: »Jetzt habe ich mich ganz auf die Seminare spezialisiert, die ich vorher nur nebenher halten konnte. Das entspricht sehr meinem Element und ist genau das, was ich machen möchte. Außerdem lässt es sich super mit der Familie vereinbaren.«

Neue Herangehensweise
Nach dem Verkauf ihrer Firma hat Melcher sich darauf konzentriert, ein neues Konzept zu entwickeln, das Burnouts von einer anderen Herangehensweise beleuchtet. »Es gibt seit vielen Jahren gängige Methoden, doch die Zahlen steigen trotzdem weiter. Ich betrachte die Problematik von einer anderen Seite«, so Melcher. Ihr neues Konzept begann sie im November des Vorjahrs zu verschriftlichen. Ihr Buch »Das Anti-Burnout-Buch für Pflegekräfte« ist in diesem Sommer bei der Schlüterschen Verlagsgesellschaft erschienen und seitdem online und in allen Buchhandlungen erhältlich.

»Die Umwelt ist stressig, das können wir nicht ändern, aber man kann sich selbst ändern«
Jennifer Melcher über ihr Buch

In zehn Kapiteln schreibt Melcher darüber, was Burnout eigentlich ist, wie man Stress vermeidet oder wie man den eigenen Blick auf die Welt verändert: »Es geht um die Eigenverantwortung im Leben. Die Umwelt ist stressig, das können wir nicht ändern, aber man kann sich selbst ändern und den Weg für sich finden. Im Buch erkläre ich, wie man diesen Weg findet.« Ergänzt werden die Kapitel von zahlreichen Übungen, die den Leser zur Selbstreflexion veranlassen.

Im LKH Wolfsberg hält sie zum Thema Pflege zwei Mal pro Jahr ein Seminar. Auch in anderen Krankenhäusern hält Melcher Vorträge und Seminare: »Dafür bin ich im deutschsprachigen Raum, also Österreich, Deutschland und der Schweiz, unterwegs.«

Durch ihren beruflichen Werdegang kennt sie vor allem die Belastungen des Pflegepersonals: »Ganz viele Pflegekräfte und Menschen, die sich aufgeopfert haben, vergessen, sich selbst zu pflegen.« Ihr Buch ist deshalb nicht nur für Pflegekräfte geeignet, sondern generell für Menschen, die »ein erfülltes Leben, glücklicher und zufriedener werden möchten«.

Die Unterkärntner Nachrichten verlosen »Das Anti-Burnout-Buch für Pflegekräfte«.

Berge und Höhlen
Mit ausschlaggebend für den Umzug von Cottbus nach Österreich waren für die 34-Jährige die Berge. Heute ist sie nicht nur begeisterte Wanderin, sondern auch Jugendreferentin beim Alpenverein, Sektion Wolfsberg. Angetan hat es ihr auch die Höhlenforscherei. »Bevor ich meine beiden Kinder bekam, konnte ich das öfter ausüben. Es hat mich von Anfang an begeistert, weil es ein Naturerlebnis ist und gleichzeitig eine sportlichere Herausforderung bietet. Gerade bei mehrtägigen Touren ist die Kameradschaft untereinander besonders. Es zählt, wer man ist und was man kann, und nicht, was für ein Haus man hat oder welches Auto man fährt«, so Melcher abschließend.

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