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Kamp. Rudolf Vallant (59) ist in Kamp aufgewachsen, maturierte an der HTL Wolfsberg und studierte anschließend Materialwissenschaft an der Montan-Uni in Leoben. Er arbeitete zwei Jahre lang in Linz, ehe es ihn als Jugendarbeiter nach Klagenfurt verschlug.
Dort spielte er Theater mit Jugendlichen und entdeckte die Kraft des Theaters als soziales Projekt. Seit 2000 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Werkstoffkunde der TU Graz beschäftigt, hält Vorlesungen und pendelt von seinem Wohnort im Rosental zur Arbeit in die steirische Landeshauptstadt. Seit der Koralmbahn dauert die Fahrt von seiner Haustür zur Bürotür in Graz rund eineinhalb Stunden. »Ein Auto besitze ich nicht. Ich nutze die Öffis, und die Zeit auf der Fahrt nach bzw. von Graz lese ich, denke nach und bereite Stücke vor. Im Zug kann man sich Zeit dazu nehmen«, sagt er. 1996 begann seine Theaterlaufbahn in Kamp mit der Landjugend. Verschiedene Stücke, hauptsächlich Verwechslungskomödien, wurden aufgeführt.
»KampuZ« – Name mit Programm
Der Erfolg war so groß, dass aus der Landjugend heraus im Jahr 2001 die Gruppe »KampuZ« entstand — ein Name, der Programm ist: Kamp und Zugereiste. Als erstes Stück führte die neuformierte Gruppe eine Inszenierung von »Der zerbrochene Krug« auf. Jährlich folgten weitere Stücke. »Wir haben die Stücke immer an unser Tal angepasst und führen sie im Dialekt auf, mit Figuren und Ereignissen aus unserer Region«, erzählt Vallant. Mittlerweile sind viele der Theaterspieler über 50 Jahre alt, »und von einigen stehen auch schon die Kinder immer wieder auf der Bühne«, sagt Vallant.
Heuer hat die Theatergruppe aus Kamp im März das »Apostelspiel« in mehreren Kirchen im Lavanttal und im Diözesanhaus in Klagenfurt aufgeführt.
Der Zauberwald
Die Teilnahme am Zauberwald in Wolfsberg, an dem die Gruppe seit der ersten Stunde, also seit 18 Jahren teilnimmt, ist ein jährlicher Fixpunkt für die Theaterspieler aus Kamp. Heuer findet die Veranstaltung von 12. bis 14. Juni statt. Geprobt wird dabei auch mitten im Wald, an den Schauplätzen der Aufführung. »Das Ambiente dabei ist einfach einzigartig und Teil des Erfolgs der Geschichte des Zauberwalds«, so Vallant.
Aber der Zauberwald stellt die Darsteller auch vor besondere Herausforderungen. »Die Aufführungen sind kein klassisches Bühnentheater. Sie leben von der Nähe zum Publikum. Die Kinder kommen nahe an die Schauspieler heran, ziehen an Kostümen, Zuschauer werden in Szenen einbezogen, Lösungen für kleine Aufgaben werden gemeinsam gefunden«, erklärt Vallant. An einem Wochenende muss eine Szene bis zu 50-mal gespielt werden. Vallant steht zwar nicht mehr auf der Bühne, aber beim Märchenwald ist er als »Springer« dabei, also als Ersatzmann, falls jemand ausfällt. Er liebt die Herausforderung, die Improvisation, das Spiel mit dem Publikum.
Auch bei der »Mystischen Nachtwanderung« am Freitag, 26. Juni, und Samstag, 27. Juni, wirken zwei Darsteller der Theatergruppe »KampuZ« mit. Lob findet Vallant für Eva Schatz von der Stadt, die die Idee des Zauberwalds von Tirol nach Wolfsberg brachte, und für Maximilian Theiß, der mit seinen kreativen Ideen und Stücken immer wieder für spannende Erlebnisse beim Zauberwald und der Nachtwanderung sorgt.
Nachwuchs gesucht
Vallant ist nun seit zehn Jahren Obmann von »KampuZ«. Die Organisation einer Laienbühne ist ein aufwendiger Job, neben Beruf und Familie. Die größte Sorge ist der Nachwuchs. Vallant: »Viele sind älter geworden, und es fehlt an jungen Erwachsenen, die Verantwortung übernehmen. Dennoch gibt es Hoffnung: Kinder der Mitglieder drängen auf die Bühne.«
Seine Pläne für die Zukunft: Vallant möchte »Don Quijote« in Szene setzen. »Das ist ein Stoff, der sich nur schwer in den Dialekt übersetzen lässt, aber enormes Potenzial für eine lokale Adaption bietet. So ein Projekt braucht aber Zeit und vor allem Menschen, die mitziehen«, sagt Vallant.
Wenig Zeit für Hobby
Privat bleibt ihm wenig Zeit für Hobbys, doch Holz‑ und Gartenarbeit füllen die Freizeit. Dazu besucht er Kulturveranstaltungen mit seiner Frau Kristina. Die Familie lebt zweisprachig deutsch und slowenisch, auch wenn Rudolf selbst kein Slowenisch spricht, es aber versteht.

Von Michael Swersina
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