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St. Paul. Wenn in St. Paul von »Schlemmy« die Rede ist, weiß praktisch jeder, wer gemeint ist. »Unter Emmerich Plösch kennt mich fast niemand«, sagt der 67-Jährige schmunzelnd. Seinen Spitznamen trägt er bereits seit der Hauptschulzeit – und dieser wurde in den vergangenen Jahrzehnten auch zu seinem Künstlernamen. Als »Schlemmy« wurde Emmerich Plösch nicht nur zum Musiker, sondern auch zum Vereinsobmann und Kulturveranstalter, der für das kulturelle Leben in St. Paul seit Jahrzehnten eine große Rolle spielt. Geboren wurde Emmerich Plösch in St. Vinzenz bei Lavamünd, heute lebt er in St. Paul. Beruflich führte ihn sein Weg zunächst nach Klagenfurt, wo er das Handwerk des Hutmachers erlernte. Danach arbeitete er 23 Jahre als angelernter Buchbinder, ehe er bis zu seiner Pensionierung als Schulwart der Volksschule St. Paul tätig war. Privat ist er Vater von zwei Kindern. Neben Tennis zählt vor allem die Musik zu seiner großen Leidenschaft – und das seit vielen Jahrzehnten.
»Musik begleitet mich eigentlich mein ganzes Leben«, erzählt Plösch. Er spielt Saxofon, Gitarre und Klarinette und steht außerdem als Sänger auf der Bühne. Musikalisch ist er derzeit in drei Formationen aktiv: der »Not Stewart Band«, »Fangs Reloaded« und »Laf‘n Loss‘n«.
»Bei allen drei Formationen haben uns nach einigen Jahren wieder getroffen und gesagt: Warum machen wir nicht wieder etwas gemeinsam?« Heute seien die Musiker »eine Runde Pensionisten, die wieder gemeinsam proben und hin und wieder auftreten. Es ist ein Hobby und macht einfach Spaß«, sagt »Schlemmy«.
»Irgendwann wurde es zu viel. Ich bin nur noch mit Eintrittskarten herumgelaufen«
Emmerich »Schlemmy« Plösch, Obmann
Musik machte Plösch aber schon lange davor. Mit früheren Bands spielte er rund 15 Jahre lang gehobene Tanzmusik auf großen Bällen in ganz Kärnten. Heute liegt der Schwerpunkt stärker auf eigenen Kompositionen. »Wir spielen viele eigene Sachen«, sagt der heute 67-Jährige, der auch als Solokünstler – natürlich – unter dem Namen »Schlemmy« aktiv ist.
Seine Lieder singt er im Dialekt ebenso wie auf Englisch. Anhören kann man sich seine Musik unter anderem auf YouTube und Spotify. »Auf ein bestimmtes Genre will ich mich nicht festlegen«, sagt der Musiker, der privat gerne Jazz hört. Zwischendurch dürfen es auch rockigere Klänge oder auch Heavy Metal sein. Seine eigene Musik klingt jedoch ganz anders. Unterstützung bekommt er dabei von Sohn Marian, der als Produzent in Wien arbeitet. »Wir spielen die Nummern gemeinsam in Wien ein«, erzählt Plösch.
»Multikulti«
Mindestens ebenso bekannt wie als Musiker, ist »Schlemmy« als Vereinsobmann. 1999 gründete Plösch den Verein »Multikulti«, dessen Obmann er bis heute ist. »Anfangs haben wir viele Veranstaltungen in der Kulturstätte Wriesnik gemacht. Der damalige Inhaber Charly Wriesnik hat uns dabei sehr geholfen. Früher haben wir fast jeden Monat eine Veranstaltung gemacht. Irgendwann wurde das einfach zu viel. Ich bin nur noch mit Eintrittskarten herumgelaufen«, erzählt Plösch lachend. Der Vereinsname entstand eher spontan. »Wir haben nicht gewusst, wie wir uns nennen sollen. Für uns hat Multikulti bedeutet, dass wir viele verschiedene Sachen machen – Kabarett, Ausstellungen und Konzerte. Heute wird der Begriff anders gesehen, damals war das einfach unsere Idee.«
»Summer Music Night«
Zu den Höhepunkten der vergangenen Jahrzehnte zählen Auftritte namhafter Künstler wie Wilfried, Attwenger, der »Bluesbreakers« oder der Comedy Hirten. Gleichzeitig standen auch immer wieder jungen Bands auf der Bühne. Plösch: »Es war uns immer wichtig, auch Nachwuchskünstlern eine Chance zu geben.« Aus dieser Entwicklung entstand schließlich die »Summer Music Night«, die am kommenden Samstag, 1. August, bereits zum 13. Mal über die Bühne geht (siehe auch S. 19). Gemeinsam mit dem St. Pauler Kultursommer wird die Open-Air-Veranstaltung inzwischen zum dritten Mal organisiert. Das Erfolgsrezept ist seit Jahren unverändert, weil es sich laut dem Obmann »einfach bewährt hat«. Gespielt wird unter freiem Himmel am Platz St. Blasien. Früher hielt man die »Summer Music Night« bei der Kulturstätte Wriesnik in Legerbuch ab, später eben vor dem Gemeindeamt. Der Eintritt bleibt weiterhin freiwillig. »Wir haben oft darüber diskutiert, ob wir Eintritt verlangen sollen oder nicht. Aber wir haben uns darauf festgelegt, nur freiwillige Spenden anzunehmen. Da kommt auch einiges zusammen«, sagt Plösch. Die Fixkosten deckt der Verein mit Sponsoren und Unterstützungen des Landes sowie der Gemeinde St. Paul.
»Wir haben uns darauf festgelegt, nur freiwillige Spenden anzunehmen«
Derselbe über die »Summer Music Night«
Musikalisch setzt die »Summer Music Night« bewusst auf Vielfalt. »Die Bandbreite reicht von einer Big Band mit 15 Musikern bis zu Coverbands mit Songs von den Doors, Joe Cocker oder den Beatles. Generell ist es eher rockig.« Rund 400 bis 500 Besucher kommen immer wieder zu dem Konzertabend nach St. Paul.

Von Philipp Tripolt
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