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Wolfsberg. Der Sommer brennt auf den Asphalt. »Am Bahnhofplatz wird das Warten zur Tortur. Wer dort auf den Bus wartet, steht in der prallen Sonne. Es gibt keine Beschattung, keine Bäume, keine Orte, an denen man die Hitze aushalten kann. Wer nicht in ein Geschäft flüchten kann, bleibt der Sonne ausgeliefert«, erzählt Gerald Flaggl. Nun hat der Inhaber des Sanitätshauses in der Johann-Offner-Straße genug vom Reden ohne Folgen.
Flaggl betont: Er will weder polarisieren noch Parteien kritisieren. Er möchte Menschen zusammenbringen, die dieselbe Sorge teilen: eine Stadt, die im Sommer unerträglich heiß wird und in der Grünflächen und schattige Plätze fehlen. Sein Plan ist einfach: Er will, dass Bürger Vorschläge sammeln, diskutieren und in umsetzbare Projekte verwandeln. Das kündigte er am Montag, 3. August, auf Facebook in der Gruppe »Wolfsberger helfen Wolfsbergern« an.
Der Mangel an Schatten am Bahnhofsplatz ist kein Einzelfall in der Bezirkshauptstadt. »Das Stadionbad hat zwar eine schöne Liegewiese, doch fehlt es an schattigen Plätzen. Im Kapuziner-Spielplatz wurde eine Sandkiste mit einem Sonnensegel ausgestattet. Ist das die Lösung?«, fragt Flaggl. Ein Sonnensegel ersetze keinen Baum, der mit den Jahren Schatten spendet, das Mikroklima verbessert und Lebensraum schafft. Beim Hohen Platz, so sagt er, sei die Lage besonders kompliziert. Dort werde diskutiert, doch es passiert nichts.
Beispiele aus dem Ausland
Flaggl erinnert an seinen Urlaub im italienischen Brixen. Dort säumen Alleen die Straßen, Bäume sind durchdacht gepflanzt und gepflegt. Solche Konzepte vermisst er in Wolfsberg. Stattdessen würden Bäume gefällt und nicht ersetzt. Ein Baum brauche 20 bis 30 Jahre, bis er seine volle Wirkung entfalten könne. Wenn jetzt nicht gehandelt werde, hätten künftige Generationen nichts davon.
Konkrete Vorschläge
Flaggl bringt praktische Ideen auf den Tisch. Beim Gehsteigneubau müsse man von Anfang an Platz für Bäume einplanen. Wird erst asphaltiert und später nachgedacht, steigen die Kosten ins Unermessliche. Es brauche langfristiges Denken. Für neu gepflanzte Bäume empfiehlt er Bewässerungssäcke für die ersten drei bis fünf Jahre. Solche Systeme seien heute technisch ausgereift und würden das Anwachsen sichern.
Die Finanzierung ist eine Frage, die viele abschreckt. Flaggl könnte sich Baumpatenschaften vorstellen. Unternehmen, Vereine oder Privatpersonen könnten die Kosten für Pflanzung und Pflege übernehmen. So entstünde ein Netzwerk aus Verantwortung und Identifikation mit der Stadt. Er nennt das Ziel klar: »Im nächsten Jahr sollen mindestens zehn neue Bäume gepflanzt werden.«
Personen, die Ideen und Vorschläge einbringen möchten, können ab nächster Woche von Montag bis Freitag von 9 bis 11.30 Uhr zu Gerald Flaggl ins Sanitätshaus & Pflegebetten-Geschäft in der Johann-Offner-Straße 19 kommen, ihm ihre Ideen näherbringen und darüber diskutieren.

Von Michael Swersina
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