Seit 1887 | Das unabhängige Wochenblatt für Unterkärnten

»I hol den Bagger«: Aus der Baumpflanz-Challenge machte St. Andräerin Bianca Puschl einen PartysongAusgabe 30 | Mittwoch, 22. Juli 2026

Fotografin, Podcasterin, Faschingsprinzessin und seit Kurzem auch erstmals Sängerin: Die 35-jährige St. Andräerin landet mit ihrem Song »I hol den Bagger« einen Hit, der schon bei Veranstaltungen gespielt wurde. Das Lied verzeichnet bereits rund 20.000 Aufrufe.

E-Mail

0 Kommentare

Meist gelesen

Artikel

St. Andrä. Von der Lehrerin zur erfolgreichen Fotografin, Podcasterin und zuletzt sogar Sängerin: Bianca Puschl aus St. Andrä hat in den vergangenen Jahren einige mutige Entscheidungen getroffen. Sie war Lehrerin, ist mittlerweile hauptberuflich Fotografien, betreibt einen Podcast, ist noch amtierende Faschingsprinzessin in St. Andrä und seit knapp zwei Wochen auch Sängerin.

Geboren in Wolfsberg, lebt Bianca Puschl (35) heute mit ihrem Lebensgefährten und ihrem vierjährigen Sohn in St. Andrä. Pferde und vor allem die Fotografie zählen zu ihren größten Leidenschaften: »Eigentlich war Fotografie immer mein Hobby. Irgendwann habe ich mir gedacht: Warum soll ich das nicht zum Beruf machen?«

Beruflich schlug sie zunächst aber einen ganz anderen Weg ein. Als Lehrerin unterrichtete sie neun Jahre lang. Parallel dazu begann sie zu fotografieren und meldete 2022 ihr Gewerbe an. Aus einigen Aufträgen wurden immer mehr. Schließlich stand sie vor einer Entscheidung, wie sie sagt: »Irgendwann musste ich mich fragen: Bleibe ich Lehrerin oder mache ich mich als Fotografin selbstständig? Viele haben gesagt: ›Wie kannst du einen sicheren Lehrerjob aufgeben?‹ Für mich war aber klar: Wenn ich etwas mache, dann möchte ich es richtig machen.«

Seit Sommer 2024 arbeitet Puschl hauptberuflich als Fotografin. Eine klassische Ausbildung absolvierte sie nie. Stattdessen besuchte sie zahlreiche Kurse und bildete sich laufend weiter. »Ich habe mir alles selbst angeeignet, viele Workshops besucht und die Meisterklasse der Fotografie in Salzburg mit ausgezeichnetem Erfolg abgeschlossen«, sagt die heute 35-Jährige. Dass sich dieser Einsatz bezahlt gemacht hat, zeigen ihre bisherigen Erfolge. Beim Landespreis der Berufsfotografen erreichte sie 2025 gleich in zwei Kategorien den zweiten Platz – sowohl mit einem natürlichen als auch mit einem kreativen Por-trät. Besonders stolz ist sie aber auf einen Auftrag eines international bekannten Unternehmens: »Mein persönlich größter Erfolg war ein zweitägiges Fotoprojekt für Hipp.«

Neben ihrer Arbeit hinter der Kamera betreibt sie gemeinsam mit ihrer Schwester Tamara den Podcast »Es wird wieder gepuschlt«. Seit Oktober des vergangenen Jahres sprechen die beiden alle zwei Wochen über Selbstständigkeit, Social Media und den unternehmerischen Alltag: »Wir sind in einer Familie aufgewachsen, in der rund 90 Prozent selbstständig sind. Für uns war das nie etwas Außergewöhnliches. Wir möchten offen darüber reden, welche Herausforderungen es gibt, aber auch Tipps und Erfahrungen weitergeben.«

Die Baumpflanz-Challenge
Für besonders große Aufmerksamkeit sorgte Bianca Puschl heuer mit ihren Videos zur Baumpflanz-Challenge. Anfangs konnte sie mit dem Trend wenig anfangen: »Ich wurde innerhalb kurzer Zeit gleich zweimal nominiert und habe zuerst gar nicht gewusst, worum es überhaupt geht. Ehrlich gesagt, hat es mich anfangs überhaupt nicht interessiert. Erst als mir jemand erklärt hat, dass ich sonst eine Jause zahlen muss, habe ich mir gedacht: Na gut, dann mache ich halt mit.«

»Ich wollte das Video nicht posten, weil ich dachte, die Leute verstehen meinen Schmäh nicht«
Bianca Puschl über die Baumpflanz-Challenge

Das erste Video entstand spontan nach einem langen Arbeitstag. »Wir haben den ganzen Tag daheim gearbeitet. Ich habe einfach schnell die Kamera aufgestellt, weil der Baum schon seit einer Woche vor der Haustür gestanden ist. Es war schon ziemlich finster und ich habe mir gedacht, ich möchte es auf eine lustige Art machen. Also habe ich so getan, als wäre ich richtig genervt. Ich wollte das Video zuerst aber gar nicht posten, weil ich geglaubt habe, die Leute verstehen meinen Schmäh nicht.«

Doch genau diese Genervtheit kam beim Publikum an. Wenige Tage später folgte das zweite Video – diesmal auf einem Bagger. Was danach passierte, überraschte die Fotografin. »Ein paar Stunden habe ich nicht aufs Handy geschaut. Als ich wieder nachgesehen habe, hatte das Video schon rund 100.000 Aufrufe. Das zweite Video hat dann auf Instagram, Facebook und TikTok rund eine Million Klicks erreicht«, so Puschl, die sechs Mal nominiert wurde.

»I hol den Bagger«
Aus der Baumpflanz-Challenge entstand schließlich sogar ein eigenes Lied, an dem man aktuell kaum vorbei kommt. Die Idee, »I hol den Bagger« aufzunehmen, hatte sie im vergangenen Winter. »Ich habe mir gedacht, das wäre doch eigentlich lustig. Ich war zwar früher in einer Band, aber eher als schlechte Schlagzeugerin«, erzählt sie lachend. Aber: »Singen war eigentlich nie meine Stärke.« Den entscheidenden Impuls gab ein Musikproduzent, den sie bei einem ServusTV-Dreh kennenlernte. Gemeinsam entstand der Song. »Den Text habe ich geschrieben. Zuerst war er noch etwas holprig. Michael Gritzner hat dann innerhalb weniger Minuten die Feinheiten ergänzt. Ich habe ihm gesagt, welche Instrumente ich gerne hätte – viel Bass, Gitarre und Ziehharmonika – und er hat das unglaublich gut umgesetzt.«

Auch beim Musikvideo setzte Puschl wieder auf Eigeninitiative. »Ich habe viele Szenen selbst gedreht, Kameras aufgestellt und einfach laufen lassen. Mein Papa hat mit der Drohne gefilmt, mein Freund hat geholfen. Und das Männerballett Fohnsdorf kannte ich vom Fasching – sie waren sofort dabei.«

Mit dem Erfolg hatte sie allerdings nicht gerechnet. »Mein Ziel waren 10.000 Aufrufe auf YouTube. Ich habe mir gedacht: Wenn ich das erreiche, freue ich mich wirklich. Am Freitag, 10. Juli, wurde das Lied veröffentlicht. Zwei Tage später hatte ich 10.000 Aufrufe«, sagt Puschl. Mittlerweile wurde das Lied bereits knapp 20.000 Mal aufgerufen, bei Veranstaltungen gespielt, Radiosender wurden darauf aufmerksam. Auch ein Auftritt ist jetzt Thema: »Am Anfang habe ich immer gesagt, ich werde sicher nicht auftreten. Jetzt könnte ich es mir schon vorstellen – aber nur im richtigen Rahmen und nur gemeinsam mit dem Männerballett. Alleine würde ich mich das nicht trauen.«

0 Kommentare Kommentieren

Keine Kommentare gefunden!

Liebe Leserinnen und Leser, in diesem Kommentarbereich prüfen wir alle Beiträge, bevor sie veröffentlicht werden. Ihr Kommentar erscheint, sobald er gesichtet wurde.

Bitte melden Sie sich an, um die Beiträge zu lesen oder zu kommentieren.AnmeldenHier Registrieren