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Das königliche Spiel: Christoph Hausberger (15) aus St. Andrä ist ein Schach-NachwuchstalentAusgabe 23 | Mittwoch, 3. Juni 2026

Mit gerade einmal 15 Jahren zählt Christoph Hausberger zu den vielversprechenden Nachwuchsspielern der Schachszene. Der Schüler des Stiftsgymnasiums St. Paul begeistert sich seit dem fünften Lebensjahr für das königliche Spiel und verfolgt seine Ziele mit Ehrgeiz.

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Wolfsberg, St. Andrä. Als Christoph Hausberger über seine ersten Erfahrungen mit Schach spricht, muss er nicht lange überlegen. »Ich war ungefähr fünfeinhalb Jahre alt und habe mit meinem Opa meine erste Schachpartie gespielt. Das hat mir sofort gefallen. Ich wollte immer wieder spielen«, erinnert sich der 15-Jährige aus Magersdorf bei St. Andrä. Sein Großvater erkannte die Begeisterung seines Enkels früh und suchte nach einem passenden Verein. »Irgendwann hat mein Opa einen Schachklub gefunden, in den er mich geschickt hat. Jetzt spiele ich seit etwa zehn Jahren Schach«, blickt Hausberger zurück. Geprägt wurde er in dieser Zeit vor allem von seinem langjährigen Trainer Heimo Töfferl. »Er hat mich geformt und ist bis heute mein Lehrer«, sagt Hausberger.

Neben dem Schach bleibt dem 15-Jährigen nur wenig Zeit für andere Hobbys. Zwar spielt er gerne Tischtennis und Basketball, doch irgendwann musste er eine Entscheidung treffen. »Ich musste mich aus Zeitgründen entscheiden, ob ich Tischtennis oder Schach spielen möchte und habe mich für Letzteres entschieden«, sagt er. Dass er über besonderes Talent verfügt, wurde ihm nicht sofort bewusst. »Das war eigentlich erst in der Pubertät. Ich habe gemerkt, dass ich die Muster sehe und die Ideen hinter den Eröffnungen verstehe«, erklärt Hausberger. Dass ihm mathematische und logische Denkweisen liegen, kommt ihm dabei entgegen, wie er sagt: »Mein Interesse für Mathematik passt sehr gut zum Schach. Logische Fächer haben mir in der Schule immer gefallen.«

Aktuell besucht der Jugendliche das Stiftsgymnasium St. Paul. Welche berufliche Laufbahn er später einschlagen wird, weiß er noch nicht und sagt offen: »Ich habe noch keine konkrete Vorstellung, was ich später machen möchte.«

Die Schönheit des Spiels

Doch was fasziniert einen Jugendlichen an einem Spiel, das viele Außenstehende für trocken halten? Für Christoph Hausberger ist die Antwort eindeutig: »Schach hat eine bestimmte Schönheit. Wenn eine Taktik aufgeht, fühlt es sich an wie ein Puzzle, das man löst. Man steht vor einer Wand und findet den Weg hindurch.« Besonders reizvoll seien jene Momente, in denen ein Gegner einen vermeintlich starken Zug macht. »Und dann findet man einen brillanten Gegenzug. Dieses Gefühl ist etwas Besonderes«, sagt der 15-Jährige.

Um dieses Niveau zu erreichen, investiert Hausberger viel Zeit. Einmal pro Woche trainiert er im Klubraum im Hotel Hecher mit der Interessensgemeinschaft (IG) Schach Wolfsberg. Dazu kommen zahlreiche Stunden Eigenstudium. »Ich schaue mir zuhause Videos von Partien und Eröffnungen an. Außerdem trainiere ich online mit Taktikaufgaben und spiele viele Partien, um Eröffnungen auszuprobieren«, so Hausberger. Dabei gehe es nicht nur um einzelne Züge. 

Zu seinen Vorbildern zählt unter anderem der bekannte Schach-YouTuber Levy Rozman. Gleichzeitig beeindruckt ihn aber auch sein Trainer. »Heimo fasziniert mich mit seiner Denkweise«, sagt der 15-Jährige, der kürzlich einen besonderen Erfolg feierte. 

Der Sieg gegen den Lehrer

Denn dieses Turnier wird Christoph Hausberger wohl noch lange in Erinnerung behalten. Bei der jüngsten Wolfsberger Stadtmeisterschaft (wir berichteten) gelang ihm etwas, das viele als Meilenstein betrachten. »Für mich war das bisher der größte Sprung. Ich habe Heimo besiegt«, sagt der Schüler euphorisch. Anfangs habe er seinen eigenen Vorteil kaum realisiert: »Ich habe gedacht, dass ich gar nicht so schlecht stehe. Irgendwann habe ich gemerkt: ›Warte mal, ich gewinne ja. Ich stehe besser.‹«

Schach wird in unterschiedlichen Varianten gespielt. Neben dem klassischen Schach gibt es Schnell- und Blitzschach. Letzteres liegt dem 15-Jährigen besonders: »Wenn ich nicht klassisch spiele, dann am liebsten Blitzschach.« Die kurze Bedenkzeit von nur wenigen Minuten komme seinem Spielstil entgegen. »Da habe ich weitere Chancen, Heimo zu schlagen, weil ich jünger bin«, lacht der 15-Jährige.

Seine Spielweise beschreibt Hausberger ohne Umschweife als offensiv: »Ich bin sehr aggressiv. Mit Schwarz werde ich manchmal gezwungen, defensiv zu spielen, aber ich spiele lieber mit Weiß.« Der Grund liegt auf der Hand: »Weiß beginnt. Dieser Anzugsvorteil gefällt mir, weil ich Druck aufbauen kann«, so Hausberger. Zur Vorbereitung auf Turniere gehört für ihn auch bewusster Verzicht. »Vor Blitzturnieren lasse ich oft das Handy weg, damit ich fokussiert bin«, verrät der Schüler. 

Was braucht es, um ein guter Schachspieler zu werden? Für Hausberger sind zwei Eigenschaften entscheidend: »Man muss Muster wiedererkennen können und Geduld haben. Das sind die wichtigsten Dinge.« 

Im Vorjahr stellte Hausberger sein Können beim Simultanschach im Wolfsberger Stadionbad eindrucksvoll unter Beweis. An sechs Brettern gleichzeitig blieb er ungeschlagen und gewann sämtliche Partien. Seine Bilanz am Ende des Tages: 31:0 Siege. Eine Neuauflage der Veranstaltung ist auch heuer geplant. 

Wer Interesse an einem Schnuppertraining bei der IG Schach Wolfsberg hat, kann sich an Obmann Mario Huber (0676/7259011) oder Administratorin Petra Daxkobler (0676/5801470) wenden.

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