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Wolfsberg, Valencia. Bei der Generalversammlung des europäischen Sozialnetzwerks ELISAN in Valencia diskutierten Vertreter aus mehreren EU‑Regionen über neue Wege in der Behindertenpolitik, Pflege und Inklusion. Mitten unter ihnen: der Lavanttaler FPÖ‑Nationalrat Christian Ragger, Behinderten- und Pflegesprecher seiner Partei und Generalsekretär von ELISAN. Für ihn ist klar: Österreich müsse stärker von erfolgreichen europäischen Modellen lernen.
Ragger erinnerte in seinem Beitrag daran, dass ELISAN vor rund 15 Jahren als kleines Netzwerk begann habe und sich inzwischen zu einer wichtigen Plattform für grenzüberschreitende Sozialpolitik entwickelt hat. Ziel des Netzwerks ist es, europäische Regionen und Städte miteinander zu verbinden, um gute Beispiele in Pflege, Inklusion, Betreuung und sozialer Teilhabe sichtbar zu machen und weiterzugeben. ELISAN arbeitet eng mit öffentlichen Institutionen zusammen und fördert Austauschprogramme, Pilotprojekte und gemeinsame Strategien.
»Funktionierende Modelle liegen oft näher, als man denkt«
Christian Ragger, ELISAN-Generalsekretär
In Valencia zeigte sich die politische Bedeutung dieses Austauschs deutlich: Mit Ana Dávila-Ponce de León Municio aus Madrid, Paola Roma aus Venetien, Emanuele Monti aus der Lombardei, der Kärntner Landesrätin Beate Prettner sowie Paolo Gamba aus Belluno waren mehrere europäische Entscheidungsträger vertreten. Ergänzt wurde die Runde durch Vertreterinnen zentraler Institutionen wie María José Rico Llorca, Präsidentin von ELISAN, und Martina Rattinger, die das Land Kärnten in Brüssel vertritt.
Ragger betont: »Funktionierende Modelle liegen oft näher, als man denkt. Ein Beispiel dafür ist ein frühes Projekt zwischen Kärnten und Slowenien, bei dem zwölf inklusive Apartments – je sechs auf beiden Seiten der Grenze – geschaffen wurden. Das war ein Pionierprojekt. Es hat gezeigt, dass Inklusion nicht an Grenzen haltmachen darf.«.
Ein Schwerpunkt seiner Rede war die Forderung nach einer echten finanziellen Anerkennung für Menschen mit Behinderungen. Das derzeitige System, in dem viele Betroffene nur Taschengeld erhalten, sei nicht mehr zeitgemäß. »Wir wollen ein echtes Einkommen. Das ist eine Frage von Würde, Gerechtigkeit und Teilhabe«, so Ragger. Berechnungen hätten gezeigt, dass ein solches Modell nicht nur sozial gerecht, sondern auch volkswirtschaftlich sinnvoll wäre: Wer arbeitet, zahlt Beiträge und Steuern und ist Teil des gesellschaftlichen Lebens.
Ragger kritisierte zudem die österreichische Bundesregierung, der er Untätigkeit und fehlenden Reformwillen vorwarf. Eine moderne Pflege- und Inklusionspolitik müsse »hinschauen, vergleichen, lernen und das Beste nach Österreich bringen«. Erfolgreiche Beispiele aus Europa zeigten, wie gemeindenahe Betreuung, inklusive Wohnformen oder digitale Assistenzsysteme funktionieren könnten. »Wer Inklusion ernst nimmt, muss Barrieren abbauen – baulich, sozial, digital und politisch«, sagte Ragger abschließend.
Für Ragger ist klar: Ein starkes europäisches Netzwerk wie ELISAN könne helfen, gute Ideen sichtbar zu machen und in die Umsetzung zu bringen. Die Herausforderungen seien groß – aber die Lösungen lägen vielerorts bereits auf dem Tisch.

Von Michael Swersina
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