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Lavamünd, Paros (GRE). Eigentlich wollten sich Johannes (18) und Jakob Sarny (20) auf der griechischen Insel Paros ganz dem Kite-Surfen widmen. Doch Ende Juli wurde ihr Trainingslager von einem Waldbrand überschattet. Die beiden Lavamünder ergriffen die Initiative und unterstützten die Einsatzkräfte vor Ort.
Seit Mitte Juli befinden sich die Brüder auf der Kykladeninsel. Während Johannes Sarny dort intensiv für den Kite-Surf-Weltcup Ende August auf Sylt trainiert, arbeitet er gemeinsam mit seinem Bruder auch als Kite-Surf-Lehrer. »Ich habe mich für den Kite-Surf-Weltcup in Sylt qualifiziert. Es gibt nur wenige Startplätze, deshalb freue ich mich besonders, dass ich eine Wildcard erhalten habe«, erzählt der 18-Jährige. Dafür musste er ein ungeschnittenes Video seines besten Tricks einreichen. Mit Erfolg, denn er erhielt schließlich einen der begehrten Startplätze.
»Plötzlich wurde das Feuer immer größer, wir haben die Flammen hochsteigen gesehen«
Johannes Sarny über den Waldbrand
Vom Waldbrand auf der griechischen Insel erfuhren die Brüder zunächst nichts. Während eines Trainings am Wasser bemerkten sie lediglich eine Rauchsäule. »Zuerst haben wir uns nichts dabei gedacht. Es ist dort nicht ungewöhnlich, dass ein Bauer etwas abbrennt«, berichtet Johannes Sarny.
Doch innerhalb kurzer Zeit änderte sich die Lage dramatisch. »Plötzlich wurde das Feuer immer größer, wir haben die Flammen hochsteigen gesehen. Die Leute stiegen auf ihre Dächer, um einen besseren Blick auf das Feuer zu haben. Wenig später waren bereits Feuerwehr und Hubschrauber im Einsatz. Später kamen auch noch Löschflugzeuge aus Athen dazu«, erklärt der Lavamünder. Der Anblick des brennenden Berghangs hat die beiden tief beeindruckt. »Es wirkte surreal. Man kann kaum glauben, dass so etwas direkt vor den eigenen Augen passiert«, sagen die Brüder.
»Wenn man schon dort ist, kann man auch seinen Beitrag leisten«
Derselbe handelte selbstlos
Ihre Unterkunft war allerdings zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Die Brüder wohnen während ihres Aufenthalts in einem Camper direkt am Strand, das Feuer breitete sich aber Richtung Süden aus, von den Lavanttalern weg. So waren sie nicht gezwungen, sich einen neuen Stellplatz zu suchen.
Strand wurde gesperrt
Am nächsten Tag wurde der Strand gesperrt, damit sich niemand im Wasser befand und die Löschflugzeuge Wasser aufnehmen konnten. Starker Wind machte den Einsatz zusätzlich schwierig für die Piloten. Für Johannes und Jakob Sarny bedeutete das aber auch, dass sie weder trainieren noch als Kite-Surf-Lehrer arbeiten konnten.
Über eine WhatsApp-Gruppe erfuhren die Brüder, dass freiwillige Helfer gesucht werden. Sie machten sich mit dem Motorrad auf den Weg in Richtung Brandgebiet. An einer Straßensperre fragten sie die Polizei, wo Hilfe benötigt werde. »Wir bekamen den Auftrag, Trinkwasser zu den Einsatzkräften zu bringen«, erzählt Johannes Sarny. Nachdem sie die Wasserflaschen abgeliefert hatten, bemerkten sie auf der Rückfahrt einen Geländewagen, der eine steile Straße in Richtung eines Hauses fuhr. Dort wurde mit Kübeln Wasser getragen. Sarny sagt: »Wir haben auch hier sofort mitgeholfen.«
Auf die Frage, warum sie den Menschen so selbstlos geholfen haben, musste Sarny nicht lange überlegen: »Ich finde, das ist selbstverständlich. Wenn man schon dort ist, kann man auch seinen Beitrag leisten.«
Mittlerweile ist die Lage auf Paros wieder unter Kontrolle. Die Folgen des Feuers sind aber sichtbar, wie der 18-Jährige beschreibt: »Die verbrannten Hügel schauen aus wie eine schwarze Wüste.«
Noch bis 20. August bleibt der 18-Jährige auf Paros, ehe er zum Kite-Surf-Weltcup nach Sylt reist. Sein Bruder Jakob wird noch bis nach dem Bewerb auf der griechischen Insel bleiben.

Von Philipp Tripolt
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