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Frantschach-St. Gertraud. Man möchte das Volksschulkind unterstützen, aber wie soll man den Aufwand finanzieren? Ein beeinträchtigtes Kind in Frantschach-St. Gertraud zeigt, vor welche Probleme das Schulsystem Gemeinden stellen kann. In der Volksschule St. Gertraud, die das Kind besuchen müsste, ist die benötigte Unterstützung derzeit nicht verfügbar. Nun wird versucht, eine Lösung zu finden.
»Wir haben drei Volksschulkinder in der Gemeinde, die Unterstützung benötigen«, sagt Günther Vallant (SPÖ), Bürgermeister von Frantschach-St. Gertraud. »Zwei davon, die pädagogische Assistenz brauchen, sind an der Volksschule St. Gertraud untergebracht. Nun ist ein drittes Kind mit Bedarf an pflegerisch-helfender Assistenz zu uns gezogen. In der Klasse, in die es im kommenden Schuljahr gehen soll, haben wir aber nicht die notwendigen Ressourcen.« Denn für all diese Unterstützungsformen muss qualifiziertes Personal bereitgestellt werden.
»In der Klasse, in die das Kind gehen soll, haben wir nicht die notwendigen Ressourcen«
Günther Vallant, Bürgermeister
Und: Die Gemeinde hat als Schulerhalter für die Kosten aufzukommen. Zusätzliche pädagogische Hilfe bezahlt zur Hälfte das Land, pflegerisch-helfende Assistenz muss Frantschach-St. Gertraud zur Gänze selbst finanzieren. Vallant: »Würden alle drei Kinder die Volksschule St. Gertraud besuchen, wären das 50.000 Euro Kosten pro Jahr. Das ist nicht zu stemmen für eine kleine Gemeinde wie uns. Die pflegerisch-helfende Tätigkeit für das zu uns gezogene Kind käme auf 20.000 Euro pro Jahr.«
Wolfsberg als Lösung
Der Bürgermeister versucht nun, das neue Kind in einer Klasse an der Volksschule Wolfsberg unterzubringen: »Dort gibt es bereits ein Schulkind, das pflegerisch-helfende Assistenz erhält. Könnte unser Kind in Wolfsberg die Schule besuchen, müsste unsere Gemeinde etwa 13.000 Euro pro Jahr an die Stadt Wolfsberg bezahlen.« Noch ist aber nicht geklärt, ob die Aufnahme möglich ist, beispielsweise muss die Schülerzahl in der Klasse berücksichtigt werden. »Wenn der Schulbesuch in Wolfsberg möglich ist, werden wir uns mit den Eltern des Kinds zusammensetzen. Wenn nicht, wird es in Frantschach-St. Gertraud zur Schule gehen«, sagt Vallant.
Er befindet sich in keiner einfachen Situation, denn: »Wir kennen unsere Kinder und können planen, was gebraucht wird. Da das betroffene Kind aber zugezogen ist, wussten wir vorher nichts von den notwendigen Maßnahmen.«
Grundsätzlich meint der Bürgermeister: »Wenn jedes Kind eine Regelklasse besuchen muss, ist das für kleine Gemeinden unfinanzierbar. Es ist ein großer Unterschied, ob fünf Kinder mit Unterstützungsbedarf in eine Klasse gehen oder ein einziges.« Die Gemeinde müsse die vorgeschriebene Assistenz bezahlen, doch in der derzeit angespannten Finanzlage sei das nicht möglich.

Von Horst Kakl
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