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Die frühere Festhalle in Frantschach-St. Gertraud ist nun Staub: Neue Wohnungen sollen sie ersetzen Ausgabe 33 | Mittwoch, 12. August 2026

Nach der Eröffnung des neuen Veranstaltungszentrums »Artbox« wurde das Gebäude nicht mehr benötigt. Eine »Wiederbelebung« hätte viel Geld gekostet, daher wurde der Abbruch beschlossen. Jetzt sollen neue Wohnungen entstehen – doch alles hängt am Land.

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Frantschach-St. Gertraud. Er ist nur mehr Staub. Der einstige Festsaal in Frantschach-St. Gertraud wurde in der Vorwoche abgetragen. Jetzt soll der freie Platz neben dem neuen Kindergarten ansprechend gestaltet werden, in Zukunft ist der Bau von Wohnungen angedacht.

»Ein Kapitel geht zu Ende – Platz für Neues in Frantschach-St. Gertraud«, schreibt die Marktgemeinde auf ihrer Facebook-Seite, und zeigt ein Video der  Abrissarbeiten. Und: »Wo jahrzehntelang gefeiert, gelacht und Erinnerungen geschaffen wurden, geht es aktuell kräftig zur Sache.«

»Wir warten auf eine Förderzusage des Landes, danach wenden wir uns an einen Wohnbauträger«
Günther Vallant, Bürgermeister

Wie berichtet wurde in der Halle noch 2020 die Umweltverträglichkeitsprüfung für den Windpark Bärofen und in der Corona-Zeit die  Gemeinderatssitzungen durchgeführt. Doch nach der Eröffnung des rund 3,4 Millionen Euro teuren Veranstaltungszentrums »Artbox« im Oktober 2022 wurde sie nicht mehr gebraucht. Auch die Werkskapelle Frantschach, die einst in der Festhalle übte, verfügt jetzt im Erdgeschoß der »Artbox« über einen Proberaum.

Renovierung zu teuer

Die Renovierung des Gebäudes, das die Gemeinde 2016 um einen symbolischen Euro von der Papierfabrik Mondi Frantschach übernahm, wäre sehr kostspielig gewesen: Immerhin stammte es aus dem Jahr 1956. Also entschloss sich der Gemeinderat zum Abriss.

Doch der gestaltete sich erst schwieriger als geplant. In der Gemeinderatssitzung am 17. Dezember 2025 musste der Punkt abgesetzt werden.

Damals lag ein Angebot vor, wonach die Kosten des Abbruchs über 100.000 Euro betragen würden. Bürgermeister Günther Vallant (SPÖ) damals: »Daher können wir die Arbeiten nicht mehr direkt vergeben, sondern müssen eine Ausschreibung durchführen.«

Plötzlich kam ein Angebot

Doch das Blatt wendete sich: Im heurigen April informierte der Bürgermeister den Gemeinderat über die Vergabe per dringender Verfügung: Er hatte ein Angebot aus der Steiermark über 78.000 Euro erhalten. Da angesichts der internationalen Lage Preissteigerungen zu erwarten waren, musste er den Abrissauftrag sofort gegeben. Die Kosten trägt das Land Kärnten: Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) hat dafür Sonderbedarfszuweisungsmitteln zur Verfügung gestellt.

Und jetzt? »Es ist weiter der Bau von Wohnungen auf dem jetzt freien Gelände geplant«, sagt Bürgermeister Vallant. »Wir warten auf eine Förderzusage des Landes Kärnten, danach wenden wir uns an einen Wohnbauträger.« Allerdings seien die Fördertöpfe derzeit ausgeschöpft, daher weiß auch Vallant nicht, wann der Wohnbau starten kann. Fest steht für ihn aber: »Selbst bauen will die Gemeinde nicht.« 

Unter dem Video der Marktgemeinde auf Facebook trauern User jetzt dem abgerissenen Festsaal nach: »Mein erster Ball. Englischwalzer mit Papa ... Unvergessliches erlebt«, heißt es etwa, oder: »Es bleiben die schönen und lustigen Erinnerungen.«

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