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Startschuss für Großprojekt: Lavanttal investiert in eine moderne Kompostieranlage in SiebendingAusgabe 39 | Mittwoch, 23. September 2026

Mit Investitionen von rund 2,4 Millionen Euro erweitert der Abfallwirtschaftsverband Lavanttal die Kompostieranlage in Siebending. Mit dem Projekt schafft das Umweltzentrum die Grundlage für höhere Verarbeitungskapazitäten und weitere Entwicklungsschritte.

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St. Andrä. Was im Garten als Ast, Strauchschnitt oder Laubhaufen endet, soll im Lavanttal künftig noch effizienter zu einem wertvollen Rohstoff werden. Mit einem umfassenden Ausbau der Kompostieranlage im Umweltzentrum Lavanttal in Siebending stellt der Abfallwirtschaftsverband die Weichen für die kommenden Jahrzehnte. Beim offiziellen Baustart am vergangenen Freitag, 18. September fiel nicht nur der symbolische erste Spatenstich, sondern auch der Startschuss für eines der größten Infrastrukturprojekte des Verbandes der letzten Jahre.

Rund 2,4 Millionen Euro werden in die erste Bauphase investiert. Herzstück des Vorhabens ist die deutliche Erweiterung der Grünschnittkompostierung. Während bisher jährlich etwa 1.500 Tonnen verarbeitet werden konnten, soll die neue Anlage künftig bis zu 5.000 Tonnen Grünschnitt bewältigen. Ergänzt wird das Projekt durch die Errichtung eines modernen Betriebsgebäudes. Die Fertigstellung ist derzeit für Mitte 2027 vorgesehen.

Dass dieser Schritt notwendig geworden ist, liegt nicht zuletzt am Alter der bestehenden Anlage. Seit drei Jahrzehnten leistet sie ihren Dienst im Lavanttal. Die Anforderungen an die Abfallwirtschaft haben sich seither jedoch grundlegend verändert. Mehr Sammelmengen, höhere Qualitätsansprüche und strengere Vorgaben machen Modernisierungen unumgänglich.

Bevor die Planungen in die Umsetzung gehen konnten, war allerdings Geduld gefragt. Mehrere Jahre lang beschäftigte sich der Verband mit Konzepten, Genehmigungen und dem Vergleich ähnlicher Anlagen in anderen Regionen Österreichs. Ziel war es, eine Lösung zu entwickeln, die nicht nur den aktuellen Bedarf deckt, sondern auch künftige Entwicklungen berücksichtigt.

Genau deshalb wurde das Projekt als Baukastensystem konzipiert. Die nun beginnende erste Ausbaustufe konzentriert sich auf die Verwertung von Grünschnitt. Gleichzeitig werden aber bereits sämtliche Voraussetzungen geschaffen, um die Anlage später weiter auszubauen. Die maximale Gesamtkapazität könnte dadurch eines Tages auf bis zu 9.000 Tonnen jährlich ansteigen.

Zweite Ausbauphase

Ob diese zweite Ausbauphase tatsächlich umgesetzt wird, hängt von Entwicklungen auf Landesebene ab. Hintergrund ist die geplante Errichtung einer zentralen Biogasanlage im Raum Klagenfurt, die künftig Bioabfälle aus ganz Kärnten verwerten soll. Sollte dieses Vorhaben Realität werden, könnte ein Teil der derzeit im Lavanttal behandelten Bioabfälle künftig dort verarbeitet werden. Falls das Landesprojekt jedoch nicht zustande kommt, bleibt die Möglichkeit bestehen, die Biomüllkompostierung in St. Andrä selbst zu erweitern. Die entsprechende Infrastruktur wird bereits jetzt mitgedacht.

Besonders stolz zeigt sich der Verband auf die starke regionale Wertschöpfung. Der überwiegende Teil der Bauaufträge verbleibt bei Unternehmen aus dem Verbandsgebiet. Die Finanzierung erfolgt durch die Mitgliedsgemeinden, die die Kosten entsprechend ihrer Einwohnerzahlen und Abfallmengen tragen.

AWV-Geschäftsführer Markus Kleinszig sagt: »Die Bedeutung der Kompostierung wird bei einem Blick auf die Zahlen deutlich. Allein im Jahr 2025 wurden im Umweltzentrum mehr als 4.500 Tonnen Bioabfälle übernommen. Knapp 2.000 Tonnen davon bestanden aus Baum- und Strauchschnitt. Daraus entstanden hochwertige Kompostprodukte, die wiederum in Landwirtschaft, Gartenbau und privaten Gärten Verwendung finden.« Über 1.600 Tonnen Qualitätskompost konnten verkauft werden, weitere große Mengen wurden zu Komposterde weiterverarbeitet.

Neben viel Zustimmung und lobender Worte wurden beim Baustart auch die Herausforderungen des Projekts angesprochen. Für die unmittelbaren Anrainer der Anlage bedeutet die Erweiterung natürlich  zusätzlichen Verkehr, mögliche Geruchsbelastungen und zeitweise Lärmentwicklung. Die Verantwortlichen betonen jedoch, dass gemeinsam nach Lösungen gesucht werde, um die Auswirkungen der Anlage möglichst gering zu halten.

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