Bettina Schatz und Florian Schlagholz: »In unserem Tierschutzhaus ist kein Tag wie der andere«Ausgabe 12 | Mittwoch, 24. März 2021

Das Wolfsberger Tierschutzhaus wurde im Vorjahr nach 14 Monaten Bauzeit neu eröffnet. Bettina Schatz hat die administrative Leitung über, Florian Schlagholz den Tierbereich. Stark angewiesen ist das Team auf Sach- und Geldspenden der Bevölkerung.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Philipp Tripolt Von Philipp Tripolt tripoltno@spamunterkaerntner.at
Die administrative Leiterin Bettina Schatz, die beiden Lehrlinge Luca Sabitzer und Denise Dreier sowie der Leiter des Tierbereichs, Florian Schlagholz (v. l.), vor dem Wolfsberger Tierschutzhaus. Foto: Tripolt

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Wolfsberg. Das neue Tierheim in Wolfsberg wurde im Sommer des Vorjahrs fertiggestellt. Nach 14 Monaten Bauzeit wurde um rund 1,4 Millionen Euro im Norden von Wolfsberg ein neues Heim für Hund, Katze und Co. geschaffen.

Bettina Schatz ist für die administrative Leitung zuständig. Ihr zur Seite steht Florian Schlagholz, der Leiter des Tierbereichs. Schatz ist seit 1. Mai des Vorjahrs beim Tierheim tätig. Die 36-Jährige ist gelernte Verwaltungsassistentin und trat die Nachfolge von Gerda Stückler an, die im Vorjahr in Pension ging. Florian Schlagholz ist am 1. April bereits seit zehn Jahren für das Tierheim tätig. Der 29-Jährige ist gelernte Elektroinstallationstechniker, doch sein Wunsch war stets die Arbeit mit den Tieren. »Mein Ziel war immer, für den Tierschutz tätig zu sein. Ich habe eine Tierpflegerausbildung im Tierpark Schönbrunn absolviert und durch die Familie Lintschnig wurde es mir ermöglicht, hier meinen Traum zu erfüllen«, so der Tierpfleger.

Hund, Katze, Kaninchen
Aktuell befinden sich im Tierschutzhaus in Wolfsberg 20 Katzen, 17 Hunde und sieben Kaninchen. Weitere sieben Kaninchen sind als Nachwuchs unterwegs. Als Tierpfleger ist neben Schlagholz auch Anja Wirnsberger angestellt. Unterstützt wird das Team von den beiden Lehrlingen Denise Dreier und Luca Sabitzer.

»Die Gründe, warum Tiere bei uns landen, sind ganz unterschiedlich. Oft sind es Allergien, die plötzlich auftreten. Häufig kommt es auch vor, dass sich die Leute zu wenig Gedanken über eine Rasse machen und dann überfordert sind. Als kleiner Welpe sind alle Hunde lieb, aber wenn die Tiere älter werden, wissen die Besitzer oft nicht, wie sie mit ihnen umgehen sollen. Viele Tiere kommen auch zu uns, weil ältere Leute ins Pflegeheim müssen und sich nicht mehr um ihren Hund oder ihre Katze kümmern können«, weiß Schlagholz. 

»Wenn die Tiere älter werden, wissen die Besitzer oft nicht, wie sie mit ihnen umgehen sollen«
Florian Schlagholz, Leiter Tierbereich

Im Vorjahr gab es bei den Katzen einen Zulauf von 120 Tieren. Vermittelt werden konnten 132 – inklusive dem Vorbestand. Ähnlich bei den Hunden: Während 29 Tiere  abgegeben wurden, fanden 32 Tiere einen neuen Besitzer. »Die Weihnachtsgeschenke sind heuer ausgeblieben. Normal haben wir jedes Jahr zu Weihnachten zwischen 15 und 20 Tieren bekommen. Auch in der Urlaubszeit wurden heuer keine Tiere ausgesetzt«, weiß Bettina Schatz. Der Grund: Während der Corona-Krise verbringen die Menschen mehr Zeit daheim und haben deshalb auch mehr Zeit, sich um die Tiere zu kümmern.

Wer ein Tier aus dem Wolfsberger Tierheim adoptieren möchte, muss sich keinem Verhör stellen. »Es muss einfach für uns, das Tier und den neuen Besitzer passen«, so Schatz. Auch Spaziergänge mit Hunden sind jederzeit möglich, allerdings bittet das Team um einen Anruf im Vorfeld.

»Es muss für uns, das Tier und den neuen Besitzer einfach passen«
Bettina Schatz über die Tieradoptionen

Neben den typischen Haustieren werden auch immer wieder Wildtiere von Schlagholz und Wirnsbeger versorgt. Schlagholz: »Wir haben kürzlich vier Eichhörnchenbabys bekommen. Meine Kollegin hat die Tiere mit nach Hause genommen, um sich dort um sie zu kümmern, da wir hier nicht die richtige Einrichtung für die Pflege haben.« So haben sich beide Pfleger bereits um einen Fuchs, Krähen, Tauben oder einen Waldkauz gekümmert. Auch Ente Walter, die bei der Eröffnung im Vorjahr im Tierheim war, geht es nach wie vor blendend. Er hat am Streichelzoo Schildberger sein neues Zuhause gefunden.

Der Grundablauf der Arbeit ist zwar klar, aber täglich gibt es neue Herausforderungen. »Dass die Tiere ihren Auslauf bekommen, gefüttert werden und ihre Medizin bekommen, ist klar, aber wir können an keinem Tag sagen, was uns erwartet. Jeder Tag ist anders, als der davor«, gibt Schlagholz Einblick in seine Arbeit.

Auf Spenden angewiesen
All diese Tätigkeiten sind mit einem gewissen finanziellen Aufwand verbunden. »Wir sind sehr stark auf die Spenden der Leute angewiesen«, versichern Schatz und Schlagholz. Willkommen sind Futter- und Sachspenden, wie z. B. Decken oder Spielzeug für die Tiere, aber natürlich auch finanzielle Unterstützung. Wer dem Tierheim Wolfsberg finanziell unter die Arme greifen möchte, kann das mit einer Geldspende unter dem IBAN AT79 3948 1000 0433 2367 jederzeit machen.

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