Die Biologie-Studentin Sarah Viktoria Greiner spürt der heimischen Eidechsenfauna nachAusgabe 13 | Mittwoch, 31. März 2021

Die 22-jährige Sarah Viktoria Greiner untersucht die Eidechsenpopulation im Bezirk. Dafür ruft sie die Lavanttaler Bevölkerung zur Unterstützung auf. Wer Eidechsen gesichtet hat, soll ihr bestimmte Informationen möglichst genau per Mail zukommen lassen.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Philipp Tripolt Von Philipp Tripolt tripoltno@spamunterkaerntner.at
Sarah Viktoria Greiner untersucht im Rahmen ihrer Bachelorarbeit die Eidechsenfauna im Lavanttal. Um mit der Kartierung starten zu können, benötigt sie die Hilfe der Lavanttaler. Meldungen über Eidechsensichtungen sind erbeten. Bild links: Eine Bergeidechse, die in Lagen von 1.000 bis 2.500 Metern beheimatet ist. Fotos: KK

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Wolfsberg. Sarah Viktoria Greiner (22) studiert Biologie an der Karl-Franzens-Universität in Graz. »Ich bin sehr naturverbunden, wie es auch meine ganze Familie schon immer war. Amphibien und Reptilien finde ich besonders spannend aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit und der Farbvielfalt.« Für den Abschluss ihres Bachelorstudiums widmet sich die Wolfsbergerin der Eidechsenfauna im Lavanttal: »Ich habe mit der Arge Naturschutz Kontakt aufgenommen und sie haben mir erlaubt, im Bereich der Herpetologie (Anm. die Lehre und Kunde von Tierklassen der Amphibien und Reptilien) zu forschen.«

Die Bevölkerung ist gefragt
Ihre Bachelorarbeit befasst sich mit der Reptilienfauna im Lavanttal, genauer gesagt mit der der Eidechsen. Und dafür benötigt sie die Unterstützung der Lavanttaler Bevölkerung: »Die Reptilienfauna im Tal ist bis dato noch kaum erforscht. Es gibt nur wenige Anhaltspunkte, in welche Regionen sich die Lebensräume der einzelnen Arten gliedern. Deswegen wäre es super, wenn ich Unterstützung von den Lavanttalern bekommen würde.«

Konkret benötigt die 22-Jährige Fundorte von Eidechsen im Lavanttal. Die Lavanttaler sind deshalb von Greiner dazu aufgerufen, ihr die Standorte möglichst genau mit einer E-Mail an
eidechsenfauna@gmx.at mitzuteilen. »Es ist wichtig, dass die Standorte so genau es geht definiert werden. Ebenso ist eine Datumsangabe, wenn möglich sogar mit Uhrzeit, wichtig. Super wären natürlich Fotos oder die Angabe der Art oder eine Beschreibung und die Anzahl der gesichteten Tiere«, informiert die Studentin.

»Wenn es so warm bleibt, möchte ich zu Ostern mit der Kartierung starten«
Sarah Viktoria Greiner untersucht die Eidechsenfauna

Zugesendet werden können die Meldungen ab sofort. »Die Tiere erwachen jetzt langsam aus der Winterstarre. Der Boden muss sich erwärmen, aber wenn es so warm bleibt, möchte ich zu Ostern mit der Kartierung starten«, sagt Greiner. Ausgangspunkte für die Erfassung, für die Greiner bis Ende Juni unterwegs sein möchte, sind die zugesendeten Angaben, die die Wolfsbergerin erhält und vereinzelt auch bereits erhalten hat: »Ja, ein paar Meldungen gibt es bereits. Die St. Pauler Berge scheinen vor allem bei Zauneidechsen besonders beliebt zu sein. Auf der Koralpe rund um das Schutzhaus gibt es Meldungen über Bergeidechsen und in Lavamünd über Smaragdeidechsen«, weiß die 22-Jährige.

Das Ziel der Arbeit lautet für die Wolfsbergerin wie folgt: »Alle Reptilien sind stark gefährdet und gesetzlich geschützt. Es geht darum, die Lebensräume und einen aktuellen Stand zu erheben und zu beobachten, wie sich dieser zukünftig verändert.« Natürlich liegt ihr auch der Naturschutzaspekt am Herzen, denn »der natürliche Lebensraum wird durch den Menschen stark beeinflusst. Bauten und die Landwirtschaft zerstören die Habitate.«

Greiner hat sich kürzlich auch beim Schafferhofer Teich in St. Andrä für die Tierwelt eingesetzt. Dort hat sie mit anderen freiwilligen Helfern Froschzäune errichtet, die die Reptilien schützen sollen. »Das war eine tolle Erfahrung. Es ist genau das, was ich machen möchte«, so die Studentin, die nach dem Abschluss ihres Bachelorstudiums in Graz nach Wien an die Universität für Bodenkultur wechseln wird.

Eidechsen in Österreich
In Österreich gibt es aktuell sechs unterschiedliche Eidechsenarten. »Was viele nicht wissen, ist, dass auch die Blindschleiche zu den Eidechsen zählt«, informiert Greiner. Weitere heimische Arten sind die Bergeidechse, die Zauneidechse, die Östliche Smaragdeidechse, die Mauereidechse und die Kroatische Gebirgseidechse. Letztere hat ihren Lebensraum im nordwestlichen Balkan. Teile Südkärntens zählen zum Randgebiet ihres Habitats.

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