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Die Sanierung des Schlosses Bayerhofen startet laut seinem Besitzer »eher im nächsten Frühjahr« Ausgabe 32 | Mittwoch, 9. August 2023

Franz Tatschl, der das älteste Gebäude Wolfsbergs vor vier Jahren gekauft hat, arbeitet an der »Wiederbelebung«. Noch seien dafür aber bürokratische Hürden zu nehmen. Die Pläne des St. Paulers wurden von der Corona-Pandemie und gestiegenen Preisen eingebremst.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
Das Schloss Bayerhofen soll ein Hotel und ein Restaurant erhalten. In einem Neubau will der Eigentümer serviciertes Wohnen unterbringen. Das Gebäude steht aber teilweise unter Denkmalschutz, Abstimmungen mit der zuständigen Behörde sind notwendig. Dass die Umgestaltung noch heuer beginnt, ist unwahrscheinlich. UN/much

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Wolfsberg. Seit August 2019 ist der St. Pauler Unternehmer und Landwirt Franz Tatschl Besitzer des Wolfsberger Schlosses Bayerhofen (wir berichteten). Zuletzt war in der Bezirkshauptstadt zu hören, dass die geplante Sanierung und Neubelebung des Gebäudes kurz vor dem Beginn stünde. Doch Tatschl bremst die Erwartungen.

»Wir haben keine Eile, das Dach ist dicht, alle Mieter haben das Schloss mittlerweile verlassen«
Franz Tatschl, Eigentümer des Schlosses

»Heuer wird es nichts mehr werden«, sagt der Chef eines Legehennen-Betriebs und Kopf der Tatschl Holding GmbH, »eher im nächsten Frühjahr. Es sind noch Abstimmungen mit dem Denkmalschutz notwendig, wir brauchen auch noch Widmungen für unsere Pläne im Hof. Wir haben keine Eile, das Dach ist dicht, alle Mieter haben das Haus mittlerweile verlassen.« Die Corona-Pandemie und die dadurch gestiegenen Materialpreise erwiesen sich als Hemmschuh für das Vorhaben. »Es wären auch keine Baufirmen zu bekommen gewesen. Jetzt wird es wieder einfacher, auch das Material soll billiger werden«, sagt Tatschl.

An seinen Plänen hält er fest: »Wir wollen weiterhin in einem Neubau serviciertes Wohnen für Menschen ab 60 Jahren anbieten. Die Lage am Immobilienmarkt ist derzeit zwar nicht ideal, wir wollen die Wohnungen aber nicht verkaufen, sondern vermieten. Da müssen wir aber erst das Interesse erkunden.« Im teilweise unter Denkmalschutz stehenden Schloss sollen ein Hotel und ein Gastronomiebetrieb Platz finden. 

Tatschl hatte ursprünglich geplant, ein Restaurant mit einer Kapazität von rund 100 Sitzplätzen zu errichten, das Hotel sollte 180 Betten umfassen. Weiters war der Bau von 30 bis 40 servicierten Wohnungen vorgesehen. Gesamtinvestition: rund 22 Millionen Euro.

2019 beschrieb Tatschl die Hintergründe des Kaufs im Gespräch mit den Unterkärntner Nachrichten so: »Wir sind Lavanttaler, keine auswärtigen Investoren, die Träumereien nachhängen. Für uns ist dieser Kauf ein langfristiges Investment. Uns reizt die Herausforderung, ein ehrwürdiges Schloss mit neuem Leben zu erfüllen.« Er verwies auf seine Erfahrung mit historischen Bauten und sagte eine behutsame Sanierung zu. Doch es ist rechtlich nicht einfach, ein geschütztes Gebäude einer neuen Verwendung zuzuführen ...

Das älteste Gebäude der Stadt

Schloss Bayerhofen gilt als heikler Bereich, da es mitten in Wolfsberg liegt und das älteste Gebäude der Stadt ist. Es wurde 1239 erstmals urkundlich erwähnt, möglicherweise entstand es aber bereits im 9. Jahrhundert.

Ehe Tatschl neuer Eigentümer wurde, stand der 2.292 Quadratmeter große Komplex samt 12.349 Quadratmetern Gesamtgrundfläche, der zuletzt als Miethaus genutzt wurde, zwei Jahre lang zum Verkauf.

Der ursprüngliche Zweck des Schlosses war die Sicherung der Brücke über die Lavant. Während der Reformation wurde es zu einem Zentrum der Lehre Martin Luthers, die von hier aus in ganz Kärnten gefördert wurde. Schließlich drängte die Gegenreformation diesen Glauben zurück – auch in Wolfsberg. Ein errichtetes Bethaus und ein evangelischer Friedhof mussten unter militärischer Bewachung abgetragen werden. Danach ging es bergab: 1777 brannte es teilweise nieder, 1803 befand es sich in »verwahrlostem Zustand«, wie es in den Chroniken heißt. 1807 kam es in den Besitz von Franz-Xaver Schnerich, dessen Nachkommen es restaurieren ließen und denen es bis zum Verkauf an Tatschl gehörte. 

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