Historischer Tag: Der Spatenstich für den ersten Kärntner Windpark wurde im Lavanttal vollzogenAusgabe 29 | Mittwoch, 21. Juli 2021

Mit dem Spatenstich für die Windparks auf der Steinberger Alpe und auf der Soboth ist die Energiewende in Kärnten angekommen. Die zwei Windparks im Lavanttal sind die ersten in Kärnten und werden Strom für 17.500 Haushalte erzeugen. Inbetriebnahme: 2022.

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St. Georgen, Lavamünd. 42 Millionen Euro werden in die beiden Windkraftanlagen auf der Steinberger Alpe und der Soboth investiert. Die Errichtung bringt 17,3 Millionen Euro Wertschöpfung für die regionale Wirtschaft und weitere 27,7 Millionen Euro Wertschöpfung während des Betriebs der Windräder in den kommenden 20 Jahren. Dazu werden auf  den Baustellen auf der Steinberger Alpe und der Soboth 110 Personen bei der Errichtung beschäftigt sein, weitere neun finden einen Dauerarbeitsplatz bei Wartung und Betrieb der Anlagen.

»Ich bin stolz, dass wir ein Stück Kärntner Landesgeschichte mitschreiben dürfen«
Karl Markut, Bürgermeister St. Georgen

Die sechs Windräder auf der Steinberger Alpe auf 1.450 bis 1.600 Höhenmeter werden Strom für mehr als 13.000 Haushalte erzeugen. Die zwei Windräder auf der Soboth stehen auf 1.400 Höhenmeter und werden Strom für knapp 4.500 Haushalte liefern. Johann Janker, Geschäftsführer des Projektbetreibers Ecowind, sagte beim Spatenstich: »Gemeinsam werden die acht Windräder so viel Strom erzeugen wie sieben Prozent aller Kärntner Haushalte verbrauchen.« 

In Betrieb gehen soll der Windpark auf der Steinberger Alpe im Oktober 2022, die Windräder auf der Soboth – für sie werden derzeit die Fundamente errichtet – sollen bereits Ende Juli 2022 ihren Betrieb aufnehmen.

Groß war bei den Verantwortlichen der Windparks die Freude, als am Donnerstag, 15. Juli, zur Spatenstichfeier auf die Steinberger Alpe geladen wurde.

Bürger eingebunden

Stolz zeigte sich der St. Georgener Bürgermeister Karl Markut (Team St. Georgen): »Ich bin stolz, dass wir ein Stück Kärntner Landesgeschichte mitschreiben dürfen und den ersten Windpark in Kärnten errichten.« Er blickte auch auf einen langen und steinigen Weg bis zum Spatenstich zurück. Markut lobte das Miteinander zwischen Gemeinde, Grundeigentümer und Windparkbetreibern: »Wir haben uns auch die Stimmen der Kritiker angehört, deren Bedenken berücksichtigt und alle Auflagen auf Punkt und Beistrich erfüllt.«

»Wir erzeugen bereits Strom aus Wasserkraft in Lavamünd, nun kommt noch Windenergie dazu«
Wolfgang Gallant, Bürgermeister Lavamünd

Auch beim Lavamünder Bürgermeister Wolfgang Gallant (Liste Wolfgang Gallant) war die Freude groß: »Wir erzeugen in Lavamünd bereits  Strom aus Wasserkraft für 119.000 Haushalte, nun kommt auch noch die Windenergie dazu. Wir erzeugen damit sauberen  Strom für weitere 4.500 Haushalte.« Gallant betonte, dass auch beim Windpark Soboth die Bürger miteingebunden wurden.

Für Peter Ortolf von der Gemeinschaft der Grundbesitzer war es ein großer Tag und er zeigte sich stolz, dass »alle zusammengehalten haben und sämtliche Beschlüsse einstimmig gefasst wurden«. Vom Bau des Windparks sind 35 Grundeigentümer betroffen. Freude kommt auch beim  Lavanttaler Energiepionier Franz Dorner auf, der die Ableitungsverhandlungen für Ecowind geführt hat: »Durch die neuen Ableitungen ergibt sich ein Vorteil für die ganze Region. Die 20 KV-Leitungen und Niederspannungsleitungen werden unter die Erde verlegt, und damit steigt die Versorgungssicherheit der Bevölkerung.«

Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft, wies in seiner Ansprache hin: »Ohne Energiewandel wird das Landschaftsbild durch den Klimawandel stark und irreversibel verändert werden. Daher ist die Windstromerzeugung für den Klimaschutz und die Erhaltung der gewohnten Landschaft in Kärnten sehr wichtig.«

Nach den Ansprachen wurde die Baustelle auf der Steinberger Alpe noch von Pater Marian vom Stift St. Paul gesegnet, ehe der Spatenstich vorgenommen wurde und die Gäste bei einem gemütlichen Beisammensein mit Lavanttaler Schmankerln die Feier ausklingen ließen.

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