Neuer Plan liegt vor: So soll die Ansiedlung von »K industries« in St. Marein doch noch gelingenAusgabe 20 | Mittwoch, 19. Mai 2021

Den Unterkärntner Nachrichten wurde ein Entwurf einer verkleinerten Ansiedlungsvariante des Unternehmens zugespielt. Die neue Anlage wird ein Stück verrückt, teurer Grund dadurch nicht mehr benötigt. Bürgermeister Primus: »Ich brauche etwas Offizielles.«

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
»K industries« hat seine Pläne geändert: Die Hallen in St. Marein wurden »verschoben«, der teure Grund eines Landwirts wird nicht mehr benötigt. UN

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Der neue Plan: »K industries« baut kleiner als urspünglich vorgesehen und verlegt die Anlage näher zum Autobahnzubringer Wofsberg Süd. Das gesamte Gelände, das dafür benötigt würde, gehört bereits der Stadt. Die Einlösung des millionenschweren und höchst umstrittenen Optionsvertrags, um weiteren Boden zu erhalten, wird mit dieser Variante unnötig.Architekt Krainer

Wolfsberg. Der Karren ist verfahren. Jetzt könnte er wieder in Bewegung kommen. Denn es gibt einen neuen Plan, wie die Ansiedlung des derzeit in St. Andrä beheimateten Industrieanlagenbau-Unternehmens »K industries« in St. Marein doch noch gelingen könnte – und alle Seiten ihr Gesicht wahren würden.

Den Unterkärntner Nachrichten wurde ein Entwurf (siehe Abbildung oben) zugespielt, der eine verkleinerte Anlage vorsieht. Die Fabrikationshallen rücken näher zum Autobahn-Zubringer Wolfsberg Süd. Damit hätten sie auf jenem 5,8 Hektar großen Grundstück Platz, das die Stadt vor anderthalb Jahren um neun Euro pro Quadratmeter ankaufte. Das würde bedeuten, dass die Einlösung des teuren und umstrittenen Optionsvertrags mit einem Landwirt nicht nötig wäre, da keine weiteren Flächen in Anspruch genommen werden müssten.

»Ein guter Kompromiss«
Die neue Bauvariante habe das Unternehmen ausarbeiten lassen, ist zu hören. Auf Nachfrage meinte Gerhard Seifried, Sprecher von »K industries«: »Ja, den Plan gibt es. K industries möchte damit zu einer positiven Lösung beitragen. Ein guter Kompromiss, der für alle vertretbar sein sollte.«

Dem Wolfsberger Bürgermeister Hannes Primus (SPÖ) ist der neue Standort-Entwurf bekannt. »Ich brauche aber etwas Offizielles. K industries muss konkreter werden, damit man darüber sprechen kann«, so Primus. Von der zugesagten Einstimmigkeit will der Bürgermeister aber auch beim neuen Plan nicht abrücken: »Da ändert sich auch bei einer Verkleinerung nichts – auch wenn ich hier immer wieder falsch zitiert werde. Ich sage: Alle im Stadtrat vertretenen Parteien, also SPÖ, ÖVP und FPÖ, müssen dem Projekt zustimmen.«

Stadtrat Josef Steinkellner (ÖVP) sagt: »Ja, wir kennen die neuen Pläne. Wir warten auf einen Termin mit dem Bürgermeister, der Chefverhandler und damit verantwortlich ist. Wir würden uns gerne einbringen.« Die ÖVP sei prinzipiell für Betriebsansiedelungen. Jeder ernsthafte Interessent solle die gleiche Chance für eine Ansiedelung bekommen. »Besagte Fläche wurde dafür erworben«, so Steinkellner. »Durch die Berichterstattung in den sozialen Medien und die öffentliche  Diskussion wurde der Ruf von Wolfsberg als attraktiver Wirtschaftsstandort bereits massiv beschädigt. Die Luftaufnahme suggeriert  die ganze Fläche in St. Marein als Industrieanlage. Fairerweise sollten die genauen Umrisse eingezeichnet sein.« Die Anlage sei 400 Meter von den Anrainern entfernt.

Wie ausführlich berichtet entzündete sich der Wirbel um die Ansiedlung von »K industries« nahe dem Flughafen St. Marein am erwähnten Optionsvertrag, den die Stadt mit einem Landwirt geschlossen hat. Da das Unternehmen laut ursprünglichem Plan auch einen Acker des Mannes benötigt hätte, wurde ihm seitens der Stadt vertraglich ein »guter Deal« in Aussicht gestellt: Wolfsberg zahlt dem Besitzer für 16.533 Quadratmeter Boden 1,405.305 Euro und überlässt ihm dazu ein 14.115 Quadratmeter großes Grundstück. Als der Optionsvertrag öffentlich wurde, sprach FPÖ-Stadträtin Isabella Theuermann von einem »Skandal«. Der Bürgermeister verwies darauf, dass die Option nicht eingelöst und bisher nichts bezahlt worden sei. Außerdem müsse  »K industries« für alle Kosten aufkommen. Ein öffentliches Bekenntnis dazu gibt es seitens des Unternehmens nicht.

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