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St. Andrä, Lavamünd, St. Paul. Es ist zwar noch fast ein Jahr bis zu den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen im kommenden Jahr. Doch im Lavanttal arbeiten die Parteien bereits fleißig an der Listenerstellung. Viele der amtierenden Bürgermeister möchten auch im nächsten Jahr wieder antreten, manche hüllen sich aber noch im Schweigen.
Dafür gaben zwei Herausforderer bereits ihre Kandidatur bekannt. Auch Stephan Lippitz von der SPÖ – er soll in St. Paul das Bürgermeisteramt verteidigen – bekennt sich zur Kandidatur. Bürgermeister Stefan Salzmann (SPÖ)hat ja kürzlich angekündigt, im kommenden Jahr nicht mehr anzutreten. Der Parteivorstand nominierte nun Vizebürgermeister Stephan Lippitz (41) als Spitzenkandidaten.
Lippitz begann seine politische Laufbahn im Jahr 2009 als Gemeinderat. »Die soziale Komponente war mir immer wichtig, daher habe ich mich für die SPÖ entschieden«, sagt er. Seit 2011 gehört er dem Gemeindevorstand an, seit Dezember 2023 ist er Vizebürgermeister. Seine Zuständigkeiten reichen vom Friedhof über das Schwimmbad und den Bauhof bis zur Wirtschaft, Kinderspielplätze und Ortsbildpflege.
Beruflich ist Lippitz IT-Administrator in Klagenfurt. Im anstehenden Wahlkampf möchte er vor allem auf Bürgernähe setzen: »Ich werde stark präsent sein und das Gespräch mit den Menschen suchen. Oft sind es die Kleinigkeiten – eine Hecke, ein Schlagloch –, die darüber entscheiden, ob sich Bürger gehört fühlen.« Für Lippitz steht aber auch eines fest: »Nicht nur das Bürgermeisteramt in St. Paul ist mein Ziel. Es braucht auch eine Mehrheit im Gemeinderat, um künftig auch wirklich gestalten zu können.«
Von Blau zu Gelb
In St. Andrä will Gerald Edler (56) noch einmal angreifen. 2021 trat der Sozialpädagoge für die FPÖ an und erreichte in der Stichwahl gegen Amtsinhaberin Maria Knauder (SPÖ) beachtliche 46,9 Prozent. Nun möchte er das Ergebnis drehen. »Ich bin 2021 nur knapp gescheitert. Viele haben mir gesagt, dass ich in dieser Legislaturperiode abgegangen wäre und in der Gemeindepolitik auf Entscheidungsebene gefehlt habe. Das motiviert mich«, sagt Edler.
Der Wahlkampf ist offiziell noch nicht eröffnet, doch Edler zeigt bereits mehr Präsenz. Seine Ziele formuliert er pragmatisch: »Ich bin ein Praktiker und logischer Denker. Das knappe Budget möchte ich vernünftig einsetzen.«
Politisch hat sich Edler neu positioniert – seit 2021 ist er beim Team Kärnten. »Es ist eine Bewegung ohne Hierarchien. Ich habe viele Freiheiten und kann selbst entscheiden, ohne von anderen beeinflusst zu werden«, erklärt er. Bis zur Wahl will er auch Kandidaten in anderen Gemeinden des Tals finden, um das Team Kärnten breiter aufzustellen. »Das Team Kärnten soll dann nicht nur in St. Andrä und St. Georgen bei der Wahl antreten«, betont Edler.
Golez will es wissen
In Lavamünd tritt Raphael Golez (29) erneut an. Bei der Stichwahl 2021 unterlag er Wolfgang Gallant mit 40,85 Prozent. Doch Golez, seit 2020 SPÖ-Vizebürgermeister, will das Ergebnis diesmal drehen.
Sein politischer Weg begann früh: Mit 15 gründete er die Ortsgruppe der Sozialistischen Jungen Generation. »Ich bin ein sehr sozialer Mensch, daher war die SPÖ für mich naheliegend«, sagt Golez, der seinen Zivildienst bei der Lebenshilfe Wolfsberg absolvierte. Der gelernte Stahlbautechniker arbeitet heute als Versicherungsvertreter. »Ich bin ohnehin ständig unterwegs und in Lavamünd präsent«, sagt er über seine Wahlkampfvorbereitung. Die Listenerstellung der Kandidaten neben Golez erfolgt in den kommenden Wochen und Monaten in den Parteigremien. Golez hat ein großes Ziel: Lavamünd als Wohngemeinde mit sanftem Tourismus zu etablieren.
Golez: »Durch die Koralmbahn haben wir großes Potenzial, das bisher nicht genutzt wird. Wohnbau ist mir sehr wichtig – leider werden viele Grundstücke wegen der Umfahrung blockiert.« Er will die Gemeinde als attraktiven Lebensraum positionieren, der junge Familien ebenso anspricht wie ältere Menschen. »Wir müssen zeigen, dass Lavamünd mehr ist als Durchzugsgebiet – es ist Heimat mit Perspektive«, sagt er.

Von Michael Swersina
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