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St. Paul glänzt: Gemeinde erhielt für nachhaltige und vernetzte Entwicklung eine SilbermedailleAusgabe 29 | Mittwoch, 15. Juli 2026

Beim europäischen Wettbewerb zur Dorferneuerung holt die Marktgemeinde St. Paul Silber. Die Jury würdigt die Ortskernbelebung, die Nutzung von Leerständen und den Technologiepark. Die Gemeinde gilt als Beispiel für vernetzte, zukunftsfähige Entwicklung.

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St. Paul. Mit einer erfreulichen Nachricht für die Marktgemeinde St. Paul begann die jüngste Gemeinderatssitzung. Bürgermeister Stefan Salzmann (SPÖ) berichtete darüber, dass sich St. Paul über eine besondere internationale Auszeichnung freuen darf.  Beim »European Village Renewal Award 2026« wurde sie mit Silber geehrt. Am Wettbewerb, der von der »European Association for Rural Development and Village Renewal« (Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung) ausgerichtet wird, nahmen 25 Gemeinden aus ganz Europa teil. Er stand in diesem Jahr, unter dem Motto »All different. All together« – ein Leitgedanke, der Vielfalt, Zusammenarbeit und nachhaltige Entwicklung in den Mittelpunkt stellt. Während das Schweizer Valposchiavo als Gesamtsieger hervorging, wurde St. Paul mit Silber ausgezeichnet. 

Für St. Paul ist der Preis ein starkes Signal: Die internationale Jury würdigt die Gemeinde als Beispiel dafür, wie konsequente, langfristige und vernetzte Gemeindeentwicklung aussehen kann.

»Seit Jahren arbeitet St. Paul daran, Strukturen zu schaffen, die nicht nur heute funktionieren, sondern auch morgen tragen«, hieß es von Seiten der Jury. Besonders hervorgehoben wurde das zukunftsweisende Konzept zur Ortskernbelebung. »Leerstände werden nicht als Problem betrachtet, sondern als Chance: Sie werden aktiviert, neu genutzt und in ein Gesamtkonzept eingebettet, das klimafitte öffentliche Räume, Aufenthaltsqualität und regionale Wertschöpfung verbindet. Damit entsteht ein Ortskern, der Menschen anzieht – zum Arbeiten, Einkaufen, Begegnen«, heißt es im Bericht.

Im Mittelpunkt der Jurybewertung stand das Projekt »St. Paul lebt Vielfalt«, das mit dem Genussladen ein Vorzeigeprojekt geschaffen hat. Hier verbinden sich Leerstandsnutzung, soziale Integration und regionale Wirtschaftskreisläufe zu einem Modell, das weit über das Lavanttal hinaus Beachtung findet.  Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten neue Perspektiven, regionale Produzenten eine Bühne und die Bevölkerung einen Ort, der Gemeinschaft und Qualität vereint. Das Projekt zeigt, wie Dorferneuerung funktionieren kann, wenn sie nicht nur baulich, sondern auch sozial gedacht wird.

Ein weiterer Baustein der erfolgreichen Gemeindeentwicklung ist der Technologiepark Lavanttal, der Arbeitsplätze in den Bereichen Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung schafft. Damit wird die Gemeinde zu einem Standort, der Innovation und Nachhaltigkeit verbindet. Besonders positiv bewertet wurde auch die »enge regionale und interkommunale Zusammenarbeit«. St. Paul agiert nicht isoliert, sondern als Teil eines Netzwerks, das gemeinsame Chancen erkennt und nutzt. Diese Haltung gilt als wesentliche Grundlage des Erfolgs – und als Vorbild für andere Gemeinden Europas. 

Salzmann zur Auszeichnung: »Es ist schön zu sehen, dass sich die Arbeit der vergangenen sechs Jahre ausgezahlt hat. Wir haben viel in St. Paul gemacht und für die Koralmbahn vorbereitet. Die Auszeichnung ist eine schöne Wertschätzung für unsere Gemeinde.« 

Neue Haltestellen

Beschlossen wurde im Rahmen der Sitzung ein Vertrag mit Postbus Shuttle. »Nach der Insolvenz des Unternehmens Stroissnig mussten wir uns einen neuen Partner für die Schülertransporte suchen. Es freut mich, dass wir mit Postbus Shuttle nun einen gefunden haben«, berichtete Salzmann.

Darüber hinaus übernimmt der Shuttle auch Dienste im Gelegenheitsverkehr. »Für Personen mit einem Klimaticket kostet die Fahrt mit dem Postbus Shuttle lediglich zwei Euro«, zeigt sich Salzmann erfreut. Alle bestehenden Haltepunkte im Gemeindegebiet werden übernommen und weitere hinzugefügt. 

Die Kosten der Gemeinde beim Postbus Shuttle belaufen sich auf 3.900 Euro im Jahr.

Straßen werden saniert

Ebenfalls einstimmig beschlossen wurde die Risssanierung nach dem »Kärnten Modell« an einigen Straßen im Gemeindegebiet. Das »Kärnten Modell« ist eine beliebte, standardisierte Förderungs- und Ausführungsmethode für die Asphalt- und Fugensanierung von Güterwegen und Straßen. Es deckt meist 70 Prozent der Kosten durch Landesförderungen ab. 

Die Kosten für die Sanierungsmaßnahmen belaufen sich auf 66.000 Euro, den Zuschlag für den Auftrag erhielt das Unternehmen Asphalt Kulterer aus Kolbnitz. Wie hoch die Förderquote des Landesprogramms ist, steht derzeit noch nicht fest.

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