US-Fleisch im Supermarkt sorgt bei heimischen Landwirten für VerärgerungAusgabe 28 | Mittwoch, 10. Juli 2019

Eine österreichische Supermarktkette bewarb kürzlich importiertes Rindfleisch aus den USA, während heimisches Rindfleisch verbilligt zum Verkauf stand. Die Situation stößt bei Franz Zarfl auf Unverständnis.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Philipp Tripolt Von Philipp Tripolt tripoltno@spamunterkaerntner.at
Rindfleisch aus den USA – in einem Flugblatt mit bester Steakqualität beworben – lag in den Regalen einer heimischen Supermarktkette auf. Heimisches Rindfleisch hingegen wurde preisreduziert angeboten. Foto: Pixabay.com

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Lavanttal. Ein kürzlich erschienenes Flugblatt eines Lebensmitteleinzelhandels-Konzerns sorgte für Aufsehen und Diskussionen. Der Grund: Im Prospekt wird Rindfleisch, das aus den USA importiert wurde, mit bester Qualität angepriesen. Während das US-Fleisch teurer als das heimische Rindfleisch im Angebot stand, wurde zusätzlich das Rindfleisch der heimischen Bauern zu reduzierten Preisen angepriesen.

Grund genug für Johann Mößler, Präsident der Kärntner Landwirtschaftskammer, scharfe Kritik an der Vermarktungsform zu üben: »Der Lebensmittelhandel wirbt mit Öko, Bio und Regionalität, aber die Wirklichkeit sieht anders aus. Mit der Aufnahme von US-Rindfleisch in das Sortiment tritt der Konzern die Arbeit der heimischen Rinderbauern mit Füßen.«

Ähnlich sieht die Situation der Preitenegger Bio-Landwirt Franz Zarfl, Bezirksobmann des Kärntner Bauernbunds und Kammerrat der Kärntner Landwirtschaftskammer: »Es ist wichtig zu wissen, wo die Lebensmittel herkommen. In den Vereinigten Staaten halten 80 Prozent der Betriebe über 1.000 Rinder, es gibt kaum Auflagen und das Fleisch hat tausende Transportkilometer hinter sich, bis es bei uns in den Regalen liegt. Ebenso ist Gentechnik dortiger Standard. Die USA haben bei weitem nicht unsere Qualität und unseren Standard.«

»Die USA haben bei weitem nicht unsere Qualität und unseren Standard«
Franz Zarfl, Bezirksobmann Kärntner Bauernbund

Ebenfalls ein Thema, an das viele womöglich nicht denken, wenn sie in der Fleischtheke zugreifen, ist Glyphosat, wie Zarfl weiß: »Die Rinder in den USA werden ganz sicher mit Soja gefüttert, das Glyphosat-Rückstände aufweist. Das ist in Amerika gang und gäbe.«

Der Konsument entscheidet
Das US-Fleisch war im Flugblatt im Vergleich zum österreichischen »AMA-Gütesiegel«-Fleisch um rund zehn Euro teurer ausgepreist. »Der Konsument entscheidet durch sein Kaufverhalten, was in den Supermärkten angeboten wird«, appelliert Zarfl an die Konsumenten, das US-Fleisch in den Regalen liegen zu lassen.

Die Unterkärntner Nachrichten fragten beim betroffenen Konzern um eine Stellungnahme nach. Das E-Mail blieb unbeantwortet.  

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