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Gold für Reichenfels-St. Peter: Florianis schreiben bei Feuerwehrolympiade in Eisenstadt GeschichteAusgabe 31 | Mittwoch, 29. Juli 2026

Mit Gold bei den internationalen Feuerwehrleistungsbewerben in Eisenstadt hat die FF Reichenfels-St. Peter Feuerwehrgeschichte geschrieben. Es war der zweite Erfolg für die Reichenfelser Feuerwehr, die im polnischen Warschau 1989 erstmals Gold holen konnte.

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Eisenstadt, Reichenfels. Mit einer Goldmedaille bei den internationalen Feuerwehrleistungsbewerben (CTIF) am vergangenen Wochenende im burgenländischen Eisenstadt hat die Freiwillige Feuerwehr Reichenfels-St. Peter ein weiteres Kapitel ihrer erfolgreichen Geschichte geschrieben. Insgesamt gingen in Eisenstadt 130 Gruppen mit 1.500 Teilnehmern aus 17 Ländern an den Start. Reichenfels sicherte sich Gold in der Klasse B, in der Teilnehmer ab 30 Jahren um Medaillen kämpfen. Der Altersdurchschnitt der Reichenfelser Truppe liegt bei 60 Jahren, das jüngste Mitglied ist 50 Jahre alt, das älteste 68.

Der Grundstein für den Triumph wurde bereits Jahre zuvor gelegt. Um sich für die internationalen Feuerwehrleistungsbewerbe – die in der Feuerwehrwelt oft als »Feuerwehrolympiade« oder auch als Weltmeisterschaften bezeichnet werden – zu qualifizieren, musste sich die Bewerbsgruppe in einem mehrjährigen Auswahlverfahren beweisen. »Die Qualifikationsbestimmungen wurden 2023 vom Kärntner Landesfeuerwehrverband festgelegt. In den Jahren 2023 und 2024 mussten wir an fünf vorgegebenen Landes- und Bundesbewerben teilnehmen. Gewertet wurden schließlich die drei besten Ergebnisse«, erklärt Gruppenkommandant Alex Steinkellner. Die FF Reichenfels-St. Peter setzte sich dabei souverän gegen die Konkurrenz durch und sicherte sich das begehrte Ticket für die Bewerbe in Eisenstadt. Die Reichenfelser Bewerbsgruppe besteht bereits seit 2009. Besonders bemerkenswert: Seit ihrer Gründung gab es lediglich zwei personelle Veränderungen.

Gezielte Vorbereitung
Die gezielte Vorbereitung auf Eisenstadt begann am 2. September des Vorjahrs. Lediglich über die Weihnachtsfeiertage wurde eine kurze Trainingspause eingelegt. Anschließend standen bis zum Bewerb zweimal wöchentlich intensive Trainingseinheiten auf dem Programm. Absolviert wurde auch ein Trainingslager in Kroatien Anfang April. Dort konnten unter optimalen Bedingungen zahlreiche Einheiten im Löschangriff sowie im Staffellauf ausgeführt werden.

Am 22. Juli reiste die Mannschaft nach Eisenstadt. Nach der Akkreditierung und den organisatorischen Formalitäten wurden die Zimmer bezogen, ehe alle österreichischen Teilnehmer und Bewerter zu einem Österreich-Abend eingeladen waren. Bereits am Donnerstag konnte die Gruppe erstmals am offiziellen Bewerbsplatz trainieren. Dabei lernte sie nicht nur die Wettkampfanlage kennen, sondern auch das internationale Bewerterteam aus Deutschland, Slowenien, Italien und Finnland. Am Freitag folgte eine weitere Trainingseinheit, um letzte Feinabstimmungen vorzunehmen.

»Wir wussten zunächst nicht, ob unsere Leistung für Gold reichen würde« 
Alex Steinkellner, Gruppenkommandant

Der eigentliche Bewerb verlangt den Teilnehmern höchste Konzentration und perfektes Zusammenspiel ab. Nach dem gemeinsamen Einmarsch von jeweils neun Bewerbsgruppen werden sämtliche Geräte exakt auf den vorgeschriebenen Positionen aufgebaut. Anschließend meldet der Gruppenkommandant die Gruppe beim Hauptbewerter.

Mit dem über Lautsprecher abgespielten Angriffsbefehl beginnt der Löschangriff. Innerhalb kürzester Zeit müssen die Saugschläuche gekuppelt sowie zwei B-Schläuche und vier C-Schläuche korrekt ausgelegt werden. Entscheidend sind dabei Schnelligkeit und vor allem fehlerfreies Arbeiten. Bewertet wird die Leistung von einem fünfköpfigen internationalen Bewerterteam, bei dem jeder Bewerter klar definierte Aufgaben übernimmt.

Das erklärte Ziel der Reichenfelser war von Beginn an eine Goldmedaille. Nach dem eigenen Antreten überwog allerdings Unsicherheit. »Durch einen kleinen Fehler wussten wir zunächst nicht, ob unsere Leistung für Gold reichen würde«, erzählt Steinkellner. Erst als nach und nach die Ergebnisse der Konkurrenz bekannt wurden, stand fest: Die FF Reichenfels-St. Peter hatte ihr großes Ziel erreicht.

Zahlreiche Fans aus Reichenfels hatten die Mannschaft nach Eisenstadt begleitet und sorgten mit den Feuerwehrkameraden für emotionale Momente und ausgelassene Feierlichkeiten. Sind sie nun Weltmeister oder Olympiasieger – beide Bezeichnungen werden im Zusammenhang mit den internationalen Feuerwehrleistungsbewerben verwendet. »Im Laufe der Bewerbe ist immer wieder von Weltmeisterschaften und der Feuerwehrolympiade die Rede. Deshalb fühlen wir uns durchaus als Olympiasieger«, sagt Steinkellner mit einem Schmunzeln.

Unvergesslich bleibt auch die Rückkehr nach Reichenfels. Am Sonntagabend wurde die erfolgreiche Mannschaft vor dem Rüsthaus mit Sirenen, Folgetonhorn und den Klängen des Musikvereins Reichenfels empfangen. Bürgermeister Manfred Führer begrüßte die Goldmedaillengewinner offiziell. Unter den zahlreichen Gratulanten befand sich auch Bezirksfeuerwehrkommandant Wolfgang Weisshaupt. Viele Bürger waren gekommen, um den historischen Erfolg zu feiern.

Für die FF Reichenfels-St. Peter ist der Sieg in Eisenstadt bereits die zweite Goldene bei internationalen Feuerwehrleistungsbewerben. Bereits 1989 gelang dieses Kunststück in Warschau (Polen). Auch auf nationaler Ebene zählt die Wehr seit Jahren zu den erfolgreichsten Österreichs. Zwei dritte Plätze bei Bundesbewerben sowie vier Landesmeistertitel kann die Bewerbsgruppe vorweisen.

Die Goldmannschaft
Die erfolgreiche Bewerbsgruppe der FF Reichenfels-St. Peter setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen: Alex Steinkellner (Gruppenkommandant), Johannes Steinkellner (Maschinist), Robert Steinkellner (Melder), Ewald Mostögl (Angriffstruppführer), Klaus Klösch (Angriffstruppmann), Wolfgang Schmerlaib (Wassertruppführer), Franz Bojer (Wassertruppmann), Manfred Schmerlaib (Schlauchtruppführer) und Gerald Regenfeldner (Schlauchtruppmann).

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