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Marcel Stoni: 15 Jahre Treue im rot‑gelben Dress – und nun wird er in Bad St. Leonhard weiter kickenAusgabe 27 | Mittwoch, 1. Juli 2026

Nach 15 Jahren beim ATSV Wolfsberg kehrt der Stürmer Marcel Stoni zu seinem Heimatverein zurück. Nach 409 Spiele für den Wolfsberger Traditionsverein, in denen er 223 Tor erzielte, wird er künftig das Trikot des SV Bad St. Leonhard in der Unterliga tragen.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Michael Swersina Von Michael Swersina m.swersinano@spamunterkaerntner.at
Links: Künftig wird Stoni für den SV Bad St. Leonhard auflaufen. Mitte: Stoni spielte auch ein Jahr in der ersten Mannschaft des WAC, mit der er den Aufstieg in die Erste Liga schaffte. Rechts: 15 Jahre lang war er Garant für Tore für den ATSV. Er erzielte 223 Tore für die Rot-Gelben. KK (2), UN (1).

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Wolfsberg. Seit drei Jahrzehnten ist der Bad St. Leonharder Marcel Stoni (36) mit dem Fußball verwoben. Nicht als Vereinshüpfer, sondern als einer, der dem ATSV 15 Jahre lang treu geblieben ist. Geboren und aufgewachsen in Bad St. Leonhard, beginnt seine Geschichte dort, wo viele Karrieren ihren ersten Funken bekommen: im Garten hinter dem Elternhaus. Der Vater und der Onkel – beide fußballbegeistert – spielten mit ihm und nahmen ihn mit auf den Fußballplatz. Mit sechs Jahren begann seine Fußballer-Laufbahn beim SV Bad St. Leonhard. 

»Ich möchte schon noch weiterspielen solange es geht. Der Hunger ist noch immer da« 
Marcel Stoni über die sportliche Zukunft

Bis zur U16 blieb er dort, dann wechselte er ins Nachwuchszentrum Lavanttal, damals noch unter dem Dach des WAC–St. Andrä. Ein Schritt, der für viele Jugendliche ein Traum ist – für Stoni war es der Beginn einer intensiven, fordernden Zeit. Mit 19 stand er schließlich bei den Amateuren des WAC, zwei Jahre später, 2010, in der ersten Mannschaft. Es war das Jahr, in dem der Klub in die Erste Liga aufstieg. Ein Moment, der sein Leben hätte verändern können. »In der Ersten Liga hätte ich Profi werden müssen. Aber ich war kein fixer Stammspieler. Das Risiko war mir zu groß und ich wollte meinen Beruf nicht aufgeben«, so Stoni.  Er entschied sich für seine Arbeit. Für eine Zukunft, die nicht vom nächsten Vertrag abhing. Er hatte eine Lehre als Produktionstechniker bei Hermes Schleifmittel abgeschlossen, heute arbeitet er dort in der Qualitätssicherung.

2011 wechselte er zum ATSV Wolfsberg – und blieb. Fünfzehn Jahre lang. 409 Spiele, 223 Tore, 33.953 Minuten im Dress der Rot‑Gelben. Zahlen, die man zweimal liest, weil sie so unwirklich wirken in einer Zeit, in der Spieler schneller wechseln als die Jahreszeiten. »Ich war nie der große Star, aber ich war immer verlässlich«, sagt er. Und das stimmt. Nie eine rote Karte, keine Verletzungen, immer da, wenn man ihn brauchte.

Beim ATSV spielte er fast ausschließlich Mittelstürmer. Ein klassischer Neuner, einer, der Räume suchte, Bälle festmachte, Tore erzielte, ohne großes Theater. Torschützenkönig wurde er nie – und doch war er einer, auf den man sich verlassen konnte. 

Seine größten Momente? Die zwei Meistertitel in der Kärntner Liga mit dem ATSV. 2018 schaffte man sogar das Double – mit KFV‑Cup und Meisterschaft. Und die Spiele im ÖFB‑Cup gegen den WAC, 2011 und 2019, vor mehreren tausend Zuschauern. 

»Leider haben wir beide Begegnungen  verloren. Aber das Erlebnis war schon einzigartig«, sagt er und lacht.

Ein Jahr spielte er mit dem ATSV auch in der Regionalliga. »Das war verdammt hart. Die steirischen und oberösterreichischen Teams,  das war eine andere Welt. Vom Budget her und von der Kaderbreite«, erinnert sich Stoni. Der Abstieg kam schnell, aber Stoni blieb. Drei bis vier Trainings pro Woche, dazu die Arbeit und die Familie. »Viel Freizeit bleibt da nicht«, sagt er. Im Sommer geht er mit den Kindern ins Stadionbad, im Winter auf den Berg. Mehr geht nicht.

Jetzt endet seine Zeit beim ATSV. Der Trainer plant mit jüngeren Spielern, Stoni macht Platz. »Es ist okay so. Aber ich möchte schon noch weiterspielen solange es geht. Der Hunger ist noch da.« Am Montag wurde offiziell verkündet, dass Stoni künftig für den SV Bad St. Leonhard spielen wird (siehe Seite 17).

Sein letztes Spiel im ATSV‑Dress war gegen Lendorf. Ein stiller Abschied, ohne großes Pathos, aber mit viel Respekt. 452 Spiele, wenn man die Jahre beim WAC dazurechnet. Eine Karriere, die man nicht in Schlagzeilen misst, sondern in Beständigkeit. 

Und dann ist da noch die Weltmeisterschaft, die er verfolgt, so gut es zwischen Arbeit, Training und Kindern geht. »Die interessanten Spiele schaue ich mir an«, sagt er und meint weiter: »Jordanien war vom Ergebnis her super, aber das Spiel selbst war nicht so berauschend.« Gegen Argentinien habe Österreich gekämpft, und das Unentschieden gegen Algerien mit dem Ausgleichstreffer in der letzten Sekunde sei natürlich Glück gewesen. »Aber gegen Spanien am Donnerstag ist für uns die WM zu Ende«, meint er trocken. Und wer wird Weltmeister? »Frankreich ist mein Favorit.«

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