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Wolfsberg. St. Markus steht hier als Ausdruck einer Haltung: Nicht blinder Glaube, nicht dogmatische Überzeugung, sondern die Einsicht in die Zusammenhänge von Mensch, Erde und Kosmos prägen das Handeln. Josef Tatschl beschreibt den Demeter-Laden St. Markus so: »Unsere Philosophie ist es, Boden, Pflanze, Tier und Mensch in ein harmonisches Verhältnis zu bringen. Daraus entsteht eine Produktkette, die beim Bauern beginnt, über schonende Verarbeitung in Bäckereien und Fleischereien führt und schließlich im Laden endet – ohne fragwürdige Zusatzstoffe, mit klaren Verarbeitungsrichtlinien und mit dem Anspruch, Lebensmittel zu liefern, die Körper, Seele und Individualität nähren.«
Eröffnet wurde der St. Markus Demeter-Laden vor 19 Jahren am Hohen Platz, 2013 übersiedelte er zum Hecher Platz und seit 2020 ist er in der Hermann‑Fischer‑Straße beheimatet. In diesen Jahren hat Tatschl nicht nur ein Sortiment aufgebaut, das Demeter‑Produkte und ausgewählte Bio‑Waren umfasst, sondern wollte auch eine Beratungs‑ und Bildungsplattform etablieren. Tatschl berichtet: »Es ist leider nicht gelungen, das Bewusstsein zur Demeter-Philosophie den Menschen im Tal näherzubringen.«
Das Sortiment im Laden ist umfangreich. Es werden Artikel des täglichen Bedarfs angeboten, daneben gibt es Kosmetikartikel, Reinigungsmittel und bewährte Nahrungsergänzungsmittel. Alles 100 Prozent biologisch.
Nachfolger gesucht
Mit dem Abschied Tatschls ist nun die Suche nach einem Nachfolger eröffnet. Die Rahmenbedingungen sind konkret: Die monatliche Miete beträgt 1.500 Euro, die Verkaufsfläche umfasst 150 Quadratmeter, erweiterbar auf 280 Quadratmeter. Ein integrierter Gastrobereich mit 30 Sitzplätzen und eine komplett eingerichtete Küche bieten Möglichkeiten für Veranstaltungen, Workshops oder eine Bäckerei. Das bestehende Bio‑Sortiment kann komplett übernommen werden, eine Ablöse ist auf Anfrage möglich. Interessenten können sich unter 04352/37 188 oder per E‑Mail an info@kulturkost-stmarkus.at an Tatschl wenden. Für den Nachfolger ist die Übergabe eine Chance: Ein etabliertes Sortiment, vorhandene Kundschaft, Veranstaltungsräume und eine Küche bieten vielfältige Geschäftsmodelle. Tatschl sagt: »Es geht nicht nur um Verkauf, sondern um Kommunikation zwischen allen Beteiligten der Kette.«
Sollte bis zum kommenden Jahr kein Nachfolger gefunden werden, ist mit Feber 2027 Schluss und der Demeter-Kulturkostladen in der Bezirkshauptstadt ist Geschichte.
Verein Ökokulturland
Tatschl hat 2019 mit Mitstreitern den Verein Ökokulturland Lavanttal gegründet. Ziel ist die breit angelegte Ökologisierung des Lavanttals. Das soll nun forciert werden.
Tatschl sagt: »Das ist ein Projekt, das unterstützt werden muss. Es ist die Rettung für uns alle.« Ziel ist es, den »echten« an den Boden gebundenen biologischen Bauernhof und regionale, nachhaltige Kreisläufe wieder stärker in den Vordergrund zu rücken.
Die klassische Schiene der Direktvermarktung, bei der ein Landwirt vom Rohstoff über die Verarbeitung bis hin zum fertigen Produkt und Verkauf alles selbst macht, sieht Tatschl kritisch: »Ich spreche hier aus eigener Erfahrung. Die Doppelbelastung ist wirklich enorm. Landwirte sind dazu da, um hochwertige Rohstoffe zu liefern.«

Von Michael Swersina
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