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Zu wenig Schüler: Polytechnische Schule verlässt Wolfsberg und wird Teil der Mittelschule St. Andrä Ausgabe 5 | Mittwoch, 28. Januar 2026

Da die Berufsbasisschule und Polytechnische Schule (BBS/PTS) in Wolfsberg mit Nachwuchssorgen kämpft, das Angebot aber bestehen bleiben soll, übersiedelt sie in die Mittelschule St. Andrä und wird mit ihr vereint. Auch die Musikmittelschule Wolfsberg zieht um.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
Bildungsdirektorin Isabella Penz, Bildungskoordinatorin Manuela Kainz, LFS-Direktor Herbert Brunner, Schulgemeindeverbands-Obmann Klaus Penz, Schulqualitätsmanagerin Isabella Karner-Knes, Gebhard Wulz, Direktor der MS St. Andrä, und sein Stellvertreter Daniel Kaiser (v. l.) vor dem neuen Logo: Die Schule heißt künftig »MS/PTS St. Andrä«. UN

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St. Andrä, Wolfsberg. Gab es 1979 im Schulgemeindeverband Wolfsberg noch 3.752 Schüler in 135 Klassen, sind es heute  nur mehr 1.312 Schüler in 64 Klassen. Das trifft auch die Berufsbasisschule und Polytechnische Schule (BBS/PTS) in Wolfsberg, die derzeit – noch – im Gebäude der Musikmittelschule in der Bezirkshauptstadt untergebracht ist. Sie wird derzeit von nur mehr 32 Schülern besucht. Um sie zu erhalten, wird sie mit Beginn des kommenden Schuljahrs in die Mittelschule St. Andrä in Burgstall übersiedeln. 

»Dass eine Polytechnische Schule an eine Mittelschule angehängt wird, ist einzigartig«
Isabella Penz, Bildungsdirektorin

Das gaben in der Vorwoche die Kärntner Bildungsdirektorin Isabella Penz und Klaus Penz, Obmann des Schulgemeindeverbands Wolfsberg, bekannt. Und da die MS St. Andrä direkt gegenüber der Landwirtschaftlichen Fachschule St. Andrä angesiedelt ist, wird auch die LFS in Zukunft eingebunden. 

In der Folge kommt es zu einer weiteren Verlegung: Die letzte der verbliebenen Klassen der Musikmittelschule Wolfsberg zieht in die Bildungswelt Wolfsberg, danach trennt sich der Schulgemeindeverband vom Gebäude in der Supantschitschstraße. Der angeschlossene Turnsaal soll für die Öffentlichkeit erhalten bleiben.

Klaus Penz zeichnete die Vorgeschichte dieser Entwicklung nach: »2016 gab es den Beschluss des Schulgemeindeverbands, die Musikmittelschule Wolfsberg zu sanieren. Noch ehe es dazu kam, stiegen die Kosten massiv« – das Vorhaben wurde abgeblasen. 

Danach entstand der Plan, die  Berufsbasisschule und Polytechnische Schule, in der die neunte Schulstufe absolviert werden kann, in die Bildungswelt zu integrieren. Auch daraus wurde nichts. Klaus Penz: »2022 wollte ich die BBS/PTS nach St. Andrä bringen  – was aber ebenfalls nicht gelang.« Erst der jetzige Anlauf brachte Erfolg: Als sich zeigte, dass die Anmeldezahlen der BBS/PTS radikal sanken, gab es grünes Licht für die Umsiedlung der Schule nach St. Andrä. Der Obmann des Schulgemeindeverbands: »Im Mai 2025 gab es eine große Runde bei Landesrat Daniel Fellner mit der Bildungsdirektion« – dabei wurde die Fusion beschlossen.

Hätte das Vorhaben nicht geklappt, wäre die BBS/PTS nach Völkermarkt abgewandert. »Sie hat aber großes Potenzial«, sagte Klaus Penz, »und ich möchte, dass der neuen Entwicklung Zeit gegeben wird, bis die Schülerzahlen wieder steigen.«

Ein neuer Name für die Schule

Um zwei Klassen der BBS/PTS mit ihren Bereichen Elektrotechnik, Handel und Gewerbe, Gesundheit, Schönes und Soziales sowie Tourismus in der Mittelschule St. Andrä unterzubringen, sind dort Umbauten nötig, die im Sommer beginnen und rund 200.000 Euro kosten werden. Auch für eine dritte Klasse wäre dann in Zukunft Platz. Die Mittelschule wird in »MS/PTS St. Andrä« umbenannt, Direktor bleibt Gebhard Wulz. Nina-Katharina Leonhard, jetzige Direktorin der BBS/PTS in Wolfsberg, wechselt nach Völkermarkt. Und die Direktorin der Musikmittelschule Wolfsberg, Monika Brenner, tritt ihre Pension an. 

Bildungsdirektorin Penz wies auf die »Einzigartigkeit« des jetzigen Modells hin: »Dass eine Polytechnische Schule an eine Mittelschule angehängt wird, ist in Kärnten einzigartig. Dazu ist auch die Kooperation mit der LFS St. Andrä neu.« LFS-Direktor Herbert Brunner stellt dafür die Werkstätte seiner Einrichtung zur Verfügung, in der die Schüler der Polytechnischen von LFS-Lehrern unterrichtet werden. Der »normale« Unterricht findet in der MS St. Andrä statt.

Die Vereinigung der beiden Schulen begrüßte auch Schulqualitätsmanagerin Isabella Karner-Knes. Sie betonte, es sei bereits in der Vergangenheit mit der LFS zusammengearbeitet worden, ehe die Verbindung seitens des Ministeriums »gekappt« wurde: »Jetzt ist sie wieder da.«

Direktor Wulz, sein Stellvertreter Daniel Kaiser sowie Manuela Kainz, Koordinatorin für Bildungs- und Berufsorientierung und Lehrerin an der MS St. Andrä, hoben hervor, die Jugendlichen künftig gezielt auf die Lehre vorbereiten zu wollen. Dafür hätten bereits erste Betriebe ihre Mitarbeit zugesagt. Schnuppertage und Praktika sollen ermöglicht werden, geplant sind auch Betriebsbesichtigungen und mehr. Wulz: »Wir wollen auch einen besonderen Fokus auf die ›Lehre mit Matura‹ legen.« Er ist überzeugt, die PTS werde ein Gewinn für die Schule und die Betriebe sein. 

Ab Feber kann man sich an der neuen »MS/PTS St. Andrä« einschreiben.

Bildungswelt wird saniert

Der Obmann des Schulgemeindeverbands berichtete auch von der bevorstehenden Sanierung der Bildungswelt Wolfsberg: Sie soll ebenfalls im Sommer starten und bis 2027, spätestens 2028 fertig sein. Die veranschlagten Kosten von rund zehn Millionen Euro machten eine EU-weite Ausschreibung nötig.

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