ShreefpunkAusgabe | Mittwoch, 1. August 2018

»Eine ganz andere Musik – von allem etwas« ... so fasste ein Besucher das Konzert der Band »Shreefpunk« zusammen. Diese hatte am Dienstag der Vorwoche im Rahmen des Carinthischen Sommers im Arkadenhof der Domkirche in St. Andrä ein Gastspiel gegeben und für ungewöhnliche Klänge gesorgt.

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ST. ANDRÄ. »Shreefpunk« ist eine Working Band, die 2003 vom Jazztrompeter Matthias Schriefl gegründet wurde und seither mit leichten personellen Veränderungen zusammenspielt. Manchmal treten die drei Musiker mit einem klassischen Streichquartett auf, oder sie spielen mit Django Bates. Dann wieder haben sie eine ganze Big Band engagiert. Von 2008 bis 2010 tourte Shreefpunk als Rising Star der European Concert Hall Organisation durch die großen Konzerthäuser Europas. Heute zählen sie zu den originellsten Formationen der europäischen Jazzszene. Das »Enfant terrible des Deutschen Jazz« (Goethe-Institut) präsentiert nun ein neues Repertoire in der kleinen Ursprungsbesetzung. Matthias Schriefl, Jahrgang 1981, wuchs am Rande der Alpen in Maria Rain auf. Nach seinem Studium in Köln und Amsterdam experimentierte er vorwiegend mit alpiner Musik. 2012 brachte er mit »Six, Alps & Jazz« ein mehrfach preisgekröntes Album heraus.

Maria Rain – Köln – Weite Welt

Schriefl lebt in Köln und teilweise im Allgäu. Seine musikalische Neugierde inspiriert ihn immer wieder zu längeren Studienreisen nach Indien und Aufenthalten in afrikanischen und südamerikanischen Ländern, wo er sich mit verschiedenen musikalischen Traditionen befasst. In diesem Zusammenhang ist auch der Eindruck der Besucher des Konzerts in St. Andrä zu sehen – »Eine ganz andere Musik – von allem etwas«.

»Die reine Lehre«

Der international preisgekrönte Jazztrompeter und Komponist zelebriert mit seinem legendären Trio Shreefpunk heute den rein akustischen Sound. »Natürlich und fast unplugged« ist dabei seine Devise. Als Pionier des Alphornjazz haucht er seinem ellenlangen Alphorn aufsehenerregend ungewohntes Jazzleben ein. Mit fetter Klangwucht bringt Schriefl dabei das ehrwürdige Berginstrument rasant zum Schwingen, wenn er nicht gerade irrwitzige Tonkaskaden auf der Trompete schmettert oder seine musikalische Experimentierfreude virtuos auf einer bunten Instrumentensammlung austobt.

Geniale Mitmusiker

Alex Morsey, einer der besten Bassisten Deutschlands, grummelt und growlt dazu am Kontrabass und sorgt für den wundervoll groovenden Shreefpunk-Pulsschlag, in allen möglichen und unmöglichen Gangarten. Der äußerst vielseitige Gitarrist Alex Eckert weiß dazu von hauchzarten Wisperklängen über kurze Punkattacken bis hin zu Sirtaki-Gesängen die gesamte Klangvielfalt aus Gitarre und Ukulele herauszuholen. Dabei hat jedes Stück auch seinen ureigenen kompositorischen Hintergrund, in dessen Geheimnisse der Naturbursche Schriefl mit schelmischer Leichtigkeit das Publikum einweiht. Der Arkadenhof der Domkirche St. Andrä wurde dabei in seiner ureigenen Wirkung belassen und praktisch als Bühnenbild nur in kunterbuntes Licht getaucht. Das aufmerksame Publikum hat wohl selten bei einem Konzert noch im einen Moment Schmunzeln können, nur um im anderen wieder voll und ganz in geniale Grooves und Klangwelten abtauchen zu können.

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