Uraltes Gold, ein heiliger Knochen und die Särge in der Gruft: Die Geheimnisse der Markuskirche Ausgabe 21 | Mittwoch, 26. Mai 2021

In der Wolfsberger Stadtpfarrkirche wird derzeit der Altar der heiligen Cäcilia saniert. Vergoldungen aus dem 17. Jahrhundert kamen dabei zum Vorschein. Eine Restaurierung der Armknochen Valentins wäre ebenfalls nötig. Dazu hat der Pfarrer Pläne mit der Gruft

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Wolfsberg. Was kann an einem  Altar eigentlich kaputt gehen? Jede Menge, wie am Seitenaltar der heiligen Cäcilia in der Wolfsberger Markuskirche derzeit zu sehen ist. Seit Anfang Mai wird er vom Klagenfurter Restaurator Paul Rachlé und dessen Assistenten Daniel Rachlé wieder in Stand gesetzt. Eine Aufgabe, die noch bis Ende Juni dauern wird.

»Der Cäcilienaltar stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist wohl der älteste in der Kirche«, sagt der 49-jährige Restaurator. »Er wurde zuletzt vor genau 90 Jahren gereinigt und instand gesetzt und ist mittlerweile vom Ruß der Kerzen und vom Staub stark verschmutzt.« Und da die Vergoldung auf Kreide und Poliment, einem feinen, aufwendig vorbereiteten Ton, aufgebracht ist, führen Staub- und nasses Abwischen bereits zu Schäden: Das Gold verschwindet, zurück bleibt der weiße Kreidegrund. Rachlé: »Davon sind aber nicht alle Teile betroffen. An manchen Stellen ist die originale Vergoldung aus dem 17. Jahrhundert noch vorhanden.« Mit dem »Segen« des Bundesdenkmalamts stellt er den ursprünglichen Zustand wieder her – wobei das relativ zu sehen ist. »Die ursprüngliche Farbe des Altars war, dem Geschmack der damaligen Zeit folgend, schwarz-gold. Das gestaltete man später um«, die schwarzen Flächen wurden blau. Und das wird auch so bleiben.

Das Altarbild, laut Rachlé eine sehr schöne Heiligen-Darstellung, und die Holzsäulen, an denen sich die Würmer gütlich taten, befinden sich noch in seiner Werkstatt und werden wieder »in Form« gebracht. Die Restaurierung des Altaraufsatzes ist bereits fertig, vergangene Woche wurde er wieder montiert.

Der Knochen des Heiligen
Der Altar der Cäcilia, auch »Frauenaltar« genannt, ist die zweite Etappe der Restaurierungsarbeiten in der Markuskirche. Pfarrer Christoph Kranicki: »Begonnen hat es mit dem Herz-Jesu-Altar, der bereits fertig ist. Als nächstes soll der Altar des heiligen Valentin an die Reihe kommen.« In ihm wird auch eine besondere Reliquie verwahrt: Ein Knochen aus dem Oberarm Valentins, der einst dem Minoritenkloster zur Heiligen Kunigunde gehörte und seit 1812, dem Jahr der Aufhebung des Klosters, in die Markuskirche kam.  »Auch der Knochen hat ein Problem«, sagt der Pfarrer und zeigt auf weiße Stellen an der Reliquie, »er müsste ebenfalls saniert werden.« Die Restaurierung des Valentin-Altars könnte noch heuer oder im nächsten Frühjahr starten – »wenn das Bundesdenkmalamt einverstanden ist«, so Kranicki.

Schließlich gibt es zwei weitere Dinge, die ihm am Herzen liegen: Der Hochaltar, der in gutem Zustand ist, soll eine neue Beleuchtung erhalten, um ihn besser zur Geltung zu bringen. Und die Gruft vor dem Valentin-Altar. Kranicki: »1930 wurde sie vom damaligen Pfarrer für vier Wochen geöffnet, was viele Besucher anlockte, wie in der Kirchenchronik nachzulesen ist.« Jetzt soll wieder – unter Ausschluss der Öffentlichkeit – ein Blick hineingeworfen werden. »Wir wollen nachsehen, ob die Gruft trocken ist und in welchem Zustand sich die alten Holzsärge befinden«, sagt der Pfarrer. Danach werde entschieden, ob die Gruft zugänglich gemacht wird oder nicht.

Wer soll das bezahlen?
Bleibt die Kostenfrage der laufenden Restaurierung. Zahlen will Kranicki nicht nennen, er sagt: »Wir können es nur machen, weil die Menschen uns großzügig unterstützen. Es ist aber auch unser gemeinsames Haus.« Wer etwas geben möchte: Spendenkonto »Stadtpfarre Wolfsberg – Renovierung Markuskirche«, AT74 5200 0004 5613 6699.

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