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20 Jahre »Die Neffen«: Großes Jubiläumskonzert, eine neue CD und Geschichten aus zwei Jahrzehnten Ausgabe 26 | Mittwoch, 24. Juni 2026

»Die Neffen von Tante Eleonor« blicken auf 20 Jahre zurück: Sie erzählen über ihre Bandgeschichte, Projekte, Begegnungen mit den Fans, wie lange sie durchhalten werden und darüber, wie sie es schaffen, nach vielen Jahren noch harmonisch zusammenzuarbeiten.

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Sie haben am 12. Juni das 20-jährige Bestehen der Neffen mit einem großen Konzert in Finkenstein gefeiert. Wie ist  das Jubiläumskonzert verlaufen?
Tommy: Es war ein unglaublich schöner Abend. Wir hatten rund 1.100 Fans mit dabei, und viele sind aus dem Lavanttal gekommen. Im Grunde genommen war es ein Abend mit Menschen, die uns bereits über viele Jahre begleiten. Wenn man dann einen eigenen Song singt und über 1.000 Menschen mitsingen – dieses Gefühl ist unbeschreiblich.

Dabei wurde auch Ihre neue CD vorgestellt. Was kann man sich davon erwarten? 
Marko: Unsere Jubiläums-CD beinhaltet alles, was uns die vergangenen 20 Jahre ausgemacht hat. Eigenkompositionen, lustige Songs, eigene Kärntner Lieder und internationale Klassiker. Dazu gibt’s mit »Mein Engel« und »Die Liebe meines Lebens« zwei Bonus-Songs, die mit Band eingespielt wurden. Es ist sozusagen ein »Best of the Best of the Best« der Neffen.

Wer kauft heute noch CDs? Wo bekommt man heute noch CDs? Auf welchen Plattformen sind Sie vertreten? 
Andi: Es ist tatsächlich schon noch so, dass unsere Fans CDs kaufen. Sowohl als Tonträger, aber auch als Andenken an einen gemeinsamen Abend. Diese CD wird es aber auch auf einem Stick geben, und auch Plattformen wie »Spotify« sollen in weiterer Folge bespielt werden. Nachdem wir »Finkenstein 2026« auch mitgefilmt haben, werden wir das eine oder andere Video sicher auch auf unserem Neffen- YouTube-Kanal veröffentlichen.

Seit wann stehen die Neffen in dieser Besetzung auf der Bühne? 
Christoph: In der heutigen Besetzung stehen wir seit Weihnachten 2016 auf der Bühne. 2015 ist Marko zur Band gestoßen, ein Jahr später dann Andi. Gegen Ende dieses Jahres feiern wir neben dem 20-jährigen also auch noch ein zehnjähriges Jubiläum.

Warum kam es zu den Änderungen? 
Tommy: Das haben die Umstände mit sich gebracht. Rückblickend auf die ursprüngliche Besetzung konnte Markus Murke mit seinem Engagement an der Grazer Oper die Zeit nicht mehr aufbringen. Für ihn ist Marko Zeiler zur Band gestoßen. Christoph Schmid, ebenfalls Gründungsmitglied, hat sich dann aus familiären und privaten Gründen dazu entschlossen, bei den »Neffen« auszusteigen. Da konnten wir dann Andi Hobel für uns gewinnen.

Wer sind die Gründungs-Neffen? 
Christoph: In der »Neffen-Erstbesetzung« waren Tommy und Christoph Schmid, Andreas Brudermann als Beatboxer, sowie mein Bruder Markus und ich. Nach dem Ausstieg von Andreas haben wir beschlossen, zu viert weiterzumachen, und Tommy hat neben dem Bass auch die Beatbox-Parts übernommen.

Der jetzige Landeshauptmann Daniel Fellner war in der Vorgänger-Gruppe »Voiceberg« mit dabei. Warum haben Sie Ihn nicht mit zu den Neffen genommen? 
Tommy: Das war eine Entscheidung, die Daniel für sich getroffen hat. Er war immer ehrlich und hat damals in der Umbruchphase gemeint, dass er bei dem Zeitaufwand und der rasanten Entwicklung nicht mehr mitgehen kann. Als wir uns kürzlich bei einer Veranstaltung ist St. Andrä getroffen haben, sind wir aber zur Erkenntnis gelangt, das »Stimmen« nach wie vor in unser aller Leben eine wichtige Rolle spielen.

Sie verbringen sehr viel Zeit miteinander – Proben, Auftritte usw. Wie schaffen Sie es, dass Sie sich nicht auf die Nerven gehen? 
Marko: Ach, das ist wie in einer Beziehung, da gibt es natürlich solche und solche Momente. Wir verstehen uns einfach gut, und jeder weiß, wie der andere tickt. Die Zeit, die wir miteinander verbringen, schweißt extrem zusammen, jeder steht zu 100 Prozent hinter jedem. Dass wir nicht immer einer Meinung sind, schafft auch extrem viel Raum für Kreativität.

Gibt es noch Fans der ersten Stunde, die bei euren Auftritten dabei sind?
Christoph: Ja, die gibt es. Natürlich unsere Familien, aber auch viele, die uns wirklich seit der ersten Stunde begleiten und mit denen wir regelmäßig in Erinnerungen schwelgen.

Und gibt es auch Hardcore-Groupies, die bei allen Auftritten dabei sind? 
Andi: Auch die gibt es, und das freut uns wahnsinnig. Einige Fans sind wirklich nahezu bei jedem Konzert mit dabei, kennen die Songs in- und auswendig, singen lautstark mit und verabschieden sich am Ende mit »bis zum nächsten Konzert«. Eine Familie kommt beispielsweise seit Jahren regelmäßig aus Korneuburg in Niederösterreich. Das ist einfach wunderbar und für uns immer wieder unglaublich schön. 

Wenn Sie auf 20 Jahre zurückblicken: Was waren für Sie die prägendsten Erlebnisse? 
Tommy: Es ist schwer, hier etwas rauszupicken. Der Sieg beim Kärntner Chor des Jahres 2016 war natürlich ein Meilenstein, genauso wie das Konzert heuer in Finkenstein. Ein besonderes Erlebnis hatte ich aber vor ein paar Tagen. Eine junge Frau im Rollstuhl hat mich angesprochen, ob ich denn der Tommy bin, der bei den Neffen singt. Als ich sagte »ja genau, ich bin da mit dabei«, hat sie gefragt, ob sie mich einfach umarmen darf. Sie war bei einem Konzert in Griffen mit dabei. Ein Moment, der auch mir feuchte Augen beschert hat.

Christoph: Eines der schönste Ereignisse war, dass es mir gelungen ist, nach dem Ausstieg meines Bruders Markus und Tommys Bruder Christoph, Marko und Andi ins Boot zu holen, um die Geschichte der Neffen weiterzuschreiben. Das prägendste Ereignis war für mich, die erste CD der Neffen von Tante Eleonor in den Händen zu halten. 

Marko: Ich bin seit elf Jahren bei den Neffen dabei – und diese Zeit war für mich in ihrer Gesamtheit sehr prägend. Gleichzeitig darf ich mit Freude feststellen, dass mein unermüdlicher Einsatz für den steirischen Dialekt langsam Früchte trägt. Wenn ich heute sage: »Bestellt mir bitte einen Salat, wenn der Kellner kommt, ich muss noch schnell aufs Häusl«, dann bestellen die drei Neffen den Salat mittlerweile automatisch mit Kernöl. Das macht mich glücklich und stolz.

Andi: Wenn ich auf meine bisherige Zeit bei den Neffen zurückblicke, denke ich vor allem an die vielen Konzerte, die großen und kleinen Bühnen sowie an unsere Texte und Interpretationen, mit denen wir Menschen begeistern dürfen. Vor allem aber denke ich an die Menschen selbst – an die unzähligen Begegnungen, die herzlichen Empfänge und die vielen Momente, in denen Musik Menschen miteinander verbunden hat.

Dass wir in diesem Jahr mit unserem Konzert in der Burgarena Finkenstein einen weiteren Höhepunkt erleben durften, macht mich besonders stolz. Es erfüllt mich mit Dankbarkeit zu sehen, was wir gemeinsam geschaffen haben und mit wie viel Leidenschaft, Zusammenhalt und Freude wir unsere Musik auf die Bühne bringen. 

Was steht heuer noch auf dem Programm? 
Tommy: Wir haben heuer noch zwei große Schwerpunkte. Am 24. und 25. Oktober präsentieren wir im Wolfsberger Rathaus-Festsaal ein besonderes Projekt. Zusammen mit Maxi Theiss (Anm.: Markusbühne, Sagen- und Märchenwelten, Mystische Nachtwanderung) präsentieren wir »Die Lieben meines Leben«. Dabei handelt es sich um ein Ein-Mann-Stück mit Vokal-Begleitung. Die Tickets gibt’s über office@dieneffen.at sowie 0664/4664488, und ab Montag, 29. Juni, auch bei der Trafik Bardel am Hohen Platz. Zudem wird es wieder eine »Weihnachten g‘spiarn Tour« geben. Der Lavanttal-Termin ist am 8. Dezember in der Basilika Maria Loreto in St. Andrä.

Gibt es einen Traum, den Sie sich  gerne erfüllen würden? 
Andi: Wir leben unseren musikalischen Traum. Wir wollen mit unserer Musik einfach weiterhin vom Kind bis zur Großeltern-Generation begeistern und unsere Zugänge und Ideen zum A Cappella-Gesang näherbringen.

Beim letzten Interview mit uns haben Sie gesagt, Sie werden noch so lange auf der Bühne stehen, solange Sie kein Ärzte-Team brauchen, das Sie mit Sauerstoff versorgt. Geht es sich mit dem Sauerstoff noch aus?
Tommy: Es geht sich noch aus! Wir machen weiter. Dennoch bleiben wir mit befreundeten Ärzten in freundlichem Austausch. 

Marko Zeiler, als Sie zur Gruppe stießen, wie groß war der Kulturschock als Steirer, mit drei Lavanttalern Musik zu machen?
Marko: Wenn ich ganz ehrlich bin, ist der Kulturschock geblieben und wird jedes Mal, wenn ich ins Lavanttal fahre, erneut aufgewärmt. Nach all den Jahren gemeinsamen Singens kann ich nun berichten:  Das, was uns am meisten trennt, ist wohl die gemeinsame Sprache. Dafür verbinden uns die Liebe zur Musik, zu den Fans – und zum Koralmtunnel.

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