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Wolfsberg. »Nun ist es so weit. Wolfsberg hat ein neues, herrliches Schwimmbad. Ein Wunsch der gesamten Bevölkerung des mittleren Lavanttals ging damit in Erfüllung, mehr noch, einem echten Bedürfnis wurde endlich Rechnung getragen.« Das schrieben die Unterkärntner Nachrichten auf Seite 1, nachdem das Wolfsberger Stadionbad am 25. Juni 1966 eröffnet worden war. In wenigen Tagen feiert es also sein 60-jähriges Bestehen (siehe Anzeige unten).
»Das Fehlen eines Bades war ein Hemmschuh für die Entwicklung des Fremdenverkehrs«, schrieben die Unterkärntner Nachrichten 1966. Also schlossen sich Wolfsberg, Frantschach-St. Gertraud und St. Stefan – damals noch eine eigenständige Gemeinde – zusammen, um das Stadionbad zu bauen.
»Das Stadionbad ist von seiner Konzeption her eigentlich unverändert geblieben«
Dieter Rabensteiner, Stadtwerke Wolfsberg
Am 13. August 1964 wurde mit der Errichtung begonnen. Die Gesamtgröße betrug – und beträgt noch heute – 36.000 Quadratmeter, der Badebereich ist 28.000 Quadratmeter groß. Das Sportbecken mit den Ausmaßen 22 mal 50 Meter besitzt acht Bahnen, dazu gibt es das »Nichtschwimmerbecken« mit einer Größe von 20 mal 40 Meter. Das Sprungbecken für den bereits 1966 gebauten Turm ist 17 mal 16 Meter groß.
Errichtet wurde damals auch der Kabinentrakt mit 256 Einzelkabinen, 976 Kästen und 270 Kästchen. Für all das wurden 60.000 Kubikmeter Material bewegt, 100 Waggons Zement wurden angeliefert und 156 Tonnen Stahl. Die Rohrleitungen hatten eine Länge von 9.600 Meter, um die Becken zu füllen, brauchte es 4.500 Kubikmeter Wasser. Die »Erwärmungsanlage«, damals einzigartig in Österreich, konnte die Wassertemperatur in 24 Stunden um sechs Grad erhöhen. Der Sprungturm lässt noch heute Absprünge in drei, fünf, 7,5 und zehn Metern zu.
1966 kostete all das rund 22 Millionen Schilling (1,6 Millionen Euro) – für damalige Verhältnisse eine enorme Summe. Hätten die Architekten die Kosten erst nicht viel zu niedrig angegeben, wäre das Stadionbad wohl nicht gebaut worden.
Aber das Geld war gut investiert, denn: »Das Bad ist von seiner Konzeption her, mit der Größe und Anordnung der Becken und der grundlegenden Technik, eigentlich unverändert geblieben«, sagt Dieter Rabensteiner, bei den Wolfsberger Stadtwerken, für das Stadionbad zuständig. »Das Schmutzwasser wird in den Überlaufrinnen gesammelt, geht von dort in Ausgleichsbehälter und weiter in die Filteranlage, die sich schon seit Beginn im Versorgungstrakt in der Nähe der Kassa befindet.« Nach der Reinigung in Sandfiltern wird das Wasser mit Chlorgas desinfiziert, durch Zugabe von Lauge oder Säure der PH-Wert eingestellt und so als Reinwasser wieder in die Becken gepumpt, wo es durch den Boden einströmt. Besteht Heizbedarf, ist noch ein Wärmetauscher zwischengeschaltet, der das Wasser auf die gewünschte Temperatur bringt.
Rabensteiner: »Das ist der Kreislauf, dessen ›Hardware‹ im Großen und Ganzen seit den 1980er Jahren im Einsatz ist, auch wenn Pumpen, Rohrleitungen, Wärmtauscher, Ventile, Schieber und Klappen, die Chlorgasanlage, die Analytik und Sensorik sowie die dahinterliegenden Elektro- und Steuerungstechnik seit damals mehrfach erneuert wurden« – um den jeweiligen Regelungen des Bäderhygienegesetzes zu entsprechen.
Doch es gab auch Weiterentwicklungen, etwa die Generalsanierung in den 1980ern mit dem Umbau der Becken auf Edelstahl und der kompletten Erneuerung der Filteranlage. Und das erste Projekt, dass die Stadtwerke, die seit 2005 für das Bad zuständig sind, durchführten, war die Errichtung der Langrutsche mit der dahinterliegenden Wassertechnik.
Der Stellenwert des Bads
Fest steht: In den vergangenen 60 Jahren hat die Freude der Lavanttaler am Bad nicht nachgelassen: Im Schnitt besuchen es jährlich 100.000 Menschen. Rabensteiner: »Das Stadionbad ist gemessen an diesen Besucherzahlen die am stärksten besuchte Freizeiteinrichtung im Tal, aber auch eine wichtige Infrastruktur für den Schwimmsport in Kärnten mit hervorragendem Ruf in ganz Österreich.« Möge es in den nächsten 60 Jahren so bleiben.

Von Horst Kakl
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