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Wolfsberg, Frantschach-St. Gertraud. Zum Ärger der Autofahrer gesellen sich jetzt auch Ängste der Anrainer vor Sprengungen und klare Worte des Bürgermeisters: Die Baustellen auf der B70 zwischen Frantschach-St. Gertraud und Twimberg bleiben ein Aufreger.
»Jetzt werden auch Sprengungen durchgeführt, weil ein Felsen im Weg ist«
Anrainer der Kraftwerk-Baustellen
Wie berichtet werden Autofahrer, die auf der Packer Straße von Wolfsberg nach Twimberg unterwegs sind, derzeit dreimal gestoppt, weil die Fahrbahn nur einspurig befahrbar ist: Erst nach Wolfsberg bei der Einmündung der Buchhofstraße vor Frantschach-St. Gertraud, danach zwei weitere Male zwischen Frantschach-St. Gertraud und Twimberg.
Die Baustellen
Die erste Baustelle, bei der Kärnten Netz neue Hochspannungsleitungen legt, wird von Lotsen geregelt. An den folgenden beiden, bei denen die Kelag das neue Kraftwerk Hammer an der Lavant samt einer 2.495 Meter langen Druckrohrleitung baut, sind Ampeln installiert. Die Folge: Die üblicherweise etwa 15-minütige Fahrzeit verdoppelt sich.
Doch das ist nicht alles. Jetzt haben Anrainer in Vorderlimberg auch Angst vor Sprengungen entlang der Lavant. Zu hören ist: »Nicht nur, dass die Notfahrbahnen bei den Baustellen voller Löcher sind, wodurch die darüber holpernden Autos und Lkw Lärm machen, Staub und Schmutz aufwirbeln und von Reifen weggeschleuderte Steine in unsere Richtung fliegen. Jetzt werden auch Sprengungen durchgeführt, weil ein Felsen im Weg ist.«
»Das sind die am schlechtesten organisierten Baustellen, die ich je erlebt habe«
Günther Vallant, Bürgermeister
Sie haben laut Angaben von Betroffenen beim »Entenschnabel« bereits in der Vorwoche begonnen. Zu hören war: »Unser Haus hat wegen der Sprengungen mehrfach spürbar geruckelt. Im Keller gibt es sichtbare Mauerrisse«, die der Bauleitung gemeldet wurden. Sie habe auch zugesichert, ein Mitarbeiter werde sich den Schaden ansehen – bis Montag, 15. Juni, sei aber niemand aufgetaucht. Dafür kam es an diesem Tag abermals zu Detonationen. Die Angst der Betroffenen wächst.
Außerdem fürchten jene Anrainer, die ihr Wasser aus Hausbrunnen beziehen, dass es durch die Sprengungen zu Verschiebungen im Gelände kommen könnte – und die Brunnen versiegen. Laut ihnen sei ein Sprengansuchen von den Behörden abgelehnt worden, es soll aber neuerlich eine Bewilligung beantragt worden sein.
Die Unterkärntner Nachrichten fragten bei der Kelag zu den Sprengungen nach. Der Energieversorger: »Ja, die Bewilligung wurde von der ausführenden Baufirma beantragt. Im Zuge des Kraftwerksbaus entlang der Lavant sind Sprengarbeiten vorgesehen. Der Fels entlang der Druckrohrleitung ist in Teilbereichen mit konventionellen Methoden nur schwer lösbar. Sprengarbeiten ermöglichen dort einen sicheren und zügigeren Baufortschritt.« Planung und Durchführung liegen bei der beauftragten Baufirma.
Strenge Auflagen
Wurde die Bewilligung von der Behörde abgelehnt? Die Kelag: »Die Bewilligung für Probesprengarbeiten wurde von der zuständigen Behörde eingehend geprüft und mit strengen Bedingungen und Auflagen versehen. Für die bereits durchgeführten Probesprengungen wurden sehr niedrige Grenzwerte festgelegt, die grundsätzlich auch Arbeiten in der Nähe sensibler Bereiche ermöglichen und sicherstellen, dass es zu keinen beeinträchtigenden Erschütterungen kommt.« Die Ergebnisse der Probesprengungen übermittle man an die Behörde, die auf dieser Grundlage über die weitere Vorgangsweise entscheiden werde.
Laut dem Energieversorger wurde kein neuer Antrag gestellt, sondern um eine Ergänzung des bestehenden angesucht: »Die Ergebnisse der Probesprengungen sowie konkret definierte Grenzwerte werden dem eingereichten Konzept hinzugefügt.«
Günther Vallant, SPÖ-Bürgermeister von Frantschach-St. Gertraud, ist von geplanten Sprengungen nichts bekannt. Zu den Sorgen der Anwohner sagte er: »Ich verstehe ihre Bedenken. Und wenn Schäden auftreten sollten, müssen sie natürlich behoben werden.«
Mit den Baustellen ist Vallant gut vertraut. Er sagte: »Die vor der Papierfabrik Mondi, bei der Lotsen stehen, funktioniert sehr gut: Man kommt rasch daran vorbei.« Anders im Twimberger Graben. Für sie findet er harte Worte: »Das sind die am schlechtesten organisierten Baustellen, die ich je erlebt habe. Ich habe großes Verständnis für die Kritik daran, dort herrscht Chaos.« Die Wartezeiten an den Ampeln sind laut Vallant »extrem lang. Ich verstehe nicht, warum man nicht andere Maßnahmen gesetzt hat.«
Dazu sei der Zustand der provisorischen Fahrbahnen »katastrophal, es ist eine Buckelpiste, die enorme Staubwolken erzeugt. Ich bin fast täglich mit der Bauleitung in Kontakt und fordere Maßnahmen ein – aber man schert sich nicht.«
»Nehmen Rückmeldungen ernst«
Frage an die Kelag: Sind beim Unternehmen Beschwerden ein-gelangt? »Die Beschwerden wurden nicht an die Kelag gerichtet, sondern an die zuständige Gemeinde sowie die Bezirkshauptmannschaft übermittelt«, antwortet die Presseabteilung. Und weiter: »Wir stehen mit der Gemeinde und der Bezirkshauptmannschaft in Kontakt und nehmen die Rückmeldungen sehr ernst. Unser Ziel ist es, die Einschränkungen für Anrainerinnen und Anrainer so gering wie möglich zu halten. Wir sind bemüht, die Bauarbeiten so rasch und effizient wie möglich umzusetzen, um die Dauer der Beeinträchtigungen zu minimieren.«

Von Horst Kakl
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