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Wolfsberg. Wer in der Vergangenheit beim Fachmarktzentrum an der Klagenfurter Straße im Süden Wolfsbergs einkaufen wollte, musste nicht nur auf seine Einkaufsliste achten, sondern auch auf die Uhr. Drei Stunden durfte man dort während der Öffnungszeiten parken, außerhalb davon gar nicht. Wer sein Auto länger stehen ließ, bekam Post – keine erfreuliche. 55 Euro kostete ein überzogenes Zeitlimit, 90 Euro wurden fällig, wenn man außerhalb der erlaubten Zeiten parkte. Doch damit ist jetzt Schluss: Das umstrittene Parkraummanagement wurde stillgelegt.
In der Vorwoche wurden die Hinweistafeln am Parkplatz abmontiert, die Kameras sind abgeschaltet. »Das Parkraummanagement am Fachmarktzentrum in der Klagenfurter Straße ist derzeit nicht aktiv. Es gab zu viele Beschwerden von Kunden. Daher haben wir uns mit dem Eigentümer darauf geeinigt, von der Parkraumüberwachung abzusehen«, heißt es von der MID Bau GmbH, die das Fachmarktzentrum für den Eigentümer, die ZDR Investments SICAV, aus Tschechien verwaltet.
»Wir haben uns mit dem Eigentümer geeinigt, von der Parkraumüberwachung abzusehen«
MID Bau GmbH, Verwalter des Einkaufszentrums
Für viele Kunden ist die Nachricht eine Erleichterung. Denn das System war heftig umstritten. Die automatisierte Überwachung mittels Kennzeichenerfassung galt vielen als überzogen, die Strafen als unverhältnismäßig. In sozialen Medien häuften sich Beschwerden. Während beim Einkaufszentrum an der Klagenfurter Straße das System nun abstellt wurde, bleibt die Parkraumüberwachung an anderen Standorten in der Bezirkshauptstadt aber aktiv.
Beim Fachmarktzentrum in der Spanheimerstraße, beim JYSK-Parkplatz am Sonnhalberweg und auch beim Euco-Center wird weiter kontrolliert. Überall gilt: maximal drei Stunden parken während der Öffnungszeiten, sonst drohen Strafen. Beim Euco-Center wird zwar keine Strafgebühr eingehoben, dafür werden Fahrzeuge, die länger als drei Stunden parken, kostenpflichtig abgeschleppt.
Auch die beiden im Lavanttal ansässigen Fast-Food-Ketten setzen auf Überwachung. Bei McDonald’s in der Klagenfurter Straße dürfen Kunden nur 90 Minuten stehen. Wer länger bleibt, zahlt 75 Euro. Die Kennzeichen werden bei der Ein- und Ausfahrt automatisch erfasst. Dasselbe gilt für den Parkplatz beim Burger King.
Viele Kunden empfinden die Überwachungssysteme als Schikane, als unnötige Belastung im ohnehin stressigen Alltag. Andere wiederum begrüßen die Maßnahmen, vor allem beim Benützen der Parkplätze außerhalb der Öffnungszeiten. Ein Facebook-Nutzer kommentierte bei der Einführung der Kameraüberwachung süffisant: »Wo werden die ganzen Proleten jetzt am Abend ihre Karren präsentieren? Der Reinigungsaufwand bei den Prolo-Treffpunkten wird sicherlich drastisch sinken!«
Die Betreiber der Einkaufszentren argumentieren, dass die Überwachung notwendig sei, um Dauerparker fernzuhalten und die Parkplätze für echte Kunden frei zu halten. Gleichzeitig betonen sie, dass durch die Überwachung Vandalismus und Vermüllung zurückgegangen seien.
Für den Moment können die Kunden des Fachmarktzentrums im Süden Wolfsbergs wieder ohne Zeitdruck einkaufen. Ob das eine Ausnahme bleibt oder ob die Kameras irgendwann wieder eingeschaltet werden, wird man sehen.

Von Michael Swersina
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