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Wolfsberg. 22 Jahre lang führten Silvio und Marlene Fellner das Restaurant am Golfplatz St. Michael. Ende 2025 verabschiedete sich das Ehepaar in den Ruhestand. Die Besitzerfamilie Radeschnig suchte Nachfolger – und fand sie schneller als gedacht.
Domenik Plankl (29), Koch aus Leidenschaft, hatte gerade zwei intensive Jahre hinter sich. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Cornelia Bernöcker führte er das »Seestüberl« auf der Hebalm – ein Betrieb, der stark vom Wintertourismus abhängig ist. »Wenn kein Schnee liegt, kommt niemand. Und als dann auch noch der Campingplatz geschlossen wurde, war klar: Wir müssen uns neu orientieren«, erzählt er.
Zuvor hatte Plankl zehn Jahre in Oberösterreich gekocht, seine Lehre im renommierten Hotel Post in Traunkirchen absolviert und zwei Jahre in der Schweiz gearbeitet. Zurück im Lavanttal wollte er etwas Eigenes aufbauen – aber nicht allein. Über seinen Cousin kam der Kontakt zu Dennis Habermann zustande.
Habermann (39), konzessionierter Gastronom aus St. Andrä, war ursprünglich Quereinsteiger. Er stieg im selben Hotel wie Domenik in die Gastronomie ein, betrieb später das »Mad Monkey’s« in Wolfsberg und organisierte große Events wie das »Riders & Car Meeting«. Während der Corona-Pandemie wechselte Habermann schließlich in den Vertrieb – »weil das die einzige Branche war, in der etwas los war« –, blieb aber auf der Suche nach einer neuen Herausforderung.
Als Domenik ihn fragte, ob er die »Alte Mühle« gemeinsam übernehmen wolle, war die Entscheidung schnell gefallen. »Ich bin hergekommen, hab mir alles angeschaut – und schnell war klar: Ich mach das«, sagt Habermann.
Tradition mit Zeitgeist
Die »Alte Mühle« soll bleiben, was sie ist – aber mit frischem Wind. »Wir wollen die Seele des Hauses erhalten«, betont Habermann. Die Küche wurde modernisiert, die Einrichtung bleibt weitgehend unverändert. »Wir verändern bewusst nur in kleinen Schritten«, so Plankl. Kulinarisch setzen die beiden auf gutbürgerliche Küche mit zeitgemäßem Anspruch: ehrlich, regional, unverfälscht. Auf der Karte stehen Klassiker wie Kaiserschmarren aus Freilandeiern, Beef Tartar, Steak, Backhendl, hausgemachte Kärntner Nudeln, Wiener Schnitzel und der »geschlamperte Strudel« – eine üppige, überbackene Apfelstrudelvariation.
Unter der Woche werden außerdem ein vegetarisches Menü und ein Menü mit Fleischgerichten angeboten, die preislich zwischen 16 und 19 Euro liegen. Die Zutaten kommen fast alle aus einem Umkreis von 50 Kilometern. Säfte, Eistee und Mehlspeisen werden selbst gemacht. Es wird auch immer saisonal gekocht, so wird es zum Beispiel im Frühjahr Spargel geben, im Herbst Wild und Pilze.
Innen bietet die »Alte Mühle« Platz für 50 Gäste, im Sommer kommen auf den beiden Terrassen weitere 90 Plätze dazu. Auch Themenabende sind geplant: Bierverkostungen, Grillabende, Barbecue-Nights oder der »Cavemen-Abend«, bei dem sich sechs Gäste ein großes Steak teilen. Das gesponserte Golfturnier soll ebenfalls weitergeführt werden.
Im Betrieb arbeiten Domenik und Dennis sowie ihre Partnerinnen Cornelia und Donara. Dazu kommen vier Aushilfen.
Eröffnung am 1. Feber
Am 1. Feber wird eröffnet. Das »Soft Opening« – ein Flying Dinner um 35 Euro – war binnen 48 Stunden ausverkauft. Wegen der großen Nachfrage gibt es am 8. Feber einen zweiten Termin, der ebenfalls fast voll ist. »Wir sind überwältigt von der Unterstützung«, sagt Habermann.
// Kontakt
Alte Mühle, Sandsteinweg 6, Wolfsberg
T: 0677 636 76 101
W: www.altemuehlewolfsberg.at/
Öffnungszeiten
Montag und Dienstag, 10 bis 14.30 Uhr sowie 17 bis 22 Uhr. Küche: 11 bis 14 Uhr und 17 bis 21 Uhr. Freitag bis Sonntag, 10 bis 22 Uhr, Küche von 11 von 21 Uhr.

Von Michael Swersina
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