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Im Bauhof von Frantschach-St. Gertraud ist Wasser ungenießbar: Gemeinderat beschloss eine LösungAusgabe 17 | Mittwoch, 22. April 2026

Das Trinkwasser wird von einer Wassergenossenschaft kommen. Festgelegt wurden auch Richtlinien für die Wohnungsvergabe: Der Besitz gefährlicher Hunde ist ein Ausschlusskriterium. 2025 brachte einen satten Überschuss, der auch in eine knackende Brücke fließt.

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Frantschach-St. Gertraud. Ehe sich die Türen schlossen und die Sitzung des Gemeinderats von Frantschach-St. Gertraud am 14. April begann, musste ein »Gast« den Saal verlassen: »Emil«, der Hauskater der »Artbox« (wir berichteten), wurde hinaustransportiert. Er durfte nicht teilnehmen. 

Danach gab es wichtige Punkte zu besprechen. Erst informierte Bürgermeister Günther Vallant (SPÖ) über eine dringende Verfügung, die er erlassen hatte: Wie berichtet musste der geplante Abbruch des Festsaals, der für ein Wohnbauprojekt Platz machen soll, ausgeschrieben werden. Denn die ursprünglich veranschlagten Kosten lagen über 100.000 Euro. Vallant in der Sitzung: »Wir hatten ein Angebot aus der Steiermark über 78.000 Euro. Weil angesichts der internationalen Lage Preissteigerungen zu erwarten sind, musste der Auftrag sofort mit einer dringenden Verfügung vergeben werden.« Die Gemeinderäte nahmen den Schritt kritiklos zur Kenntnis, der gesamte Abbruch des Saals soll nun rund 100.000 Euro kosten.

»Es geht nicht um die Errichtung bürokratischer Hürden, sondern um das Zusammenleben in Frieden«
Vzbgm. Nina Asprian über die Vergabekriterien

Auch bei der Stromversorgung versuchte die Gemeinde auf Nummer sicher zu gehen. Laut dem derzeitige Vertrag, der bis Ende 2027 läuft, kostet die Kilowattstunde (kWh) 9,09 Cent. Der Bürgermeister: »Weil die Preisentwicklung derzeit schwer kalkulierbar ist – in der Vergangenheit waren wir schon jenseits von 40 Cent pro kWh – ließen wir uns Angebote für 2028 und 2029 machen.« Die Kelag bietet die Kilowattstunde für 2028 um 11,3 Cent an, für 2029 um 10,4 Cent. Der Vertrag wurde einstimmig beschlossen.

Schlecht bestellt ist es derzeit um die Wasserversorgung im Bauhof: Es ist nicht trinkbar. Laut Vallant lässt sich daran auch nichts ändern. Die Lösung: Die Wassergenossenschaft Hespa-Siedlung wird künftig die Versorgung des Bauhofs übernehmen, wofür die Gemeinde einmalig rund 25.000 Euro aufwenden muss.  Auch diese Maßnahme wurde einstimmig beschlossen.

Die neuen Vergaberichtlinien

Nach Wolfsberg legte auch Frantschach-St. Gertraud Richtlinien für die Vergabe von Gemeindewohnungen – Genossenschaftswohnungen sind nicht betroffen – fest: So müssen Interessenten mit Migrationshintergrund nun Deutschkenntnisse auf A2-Niveau und den Besuch eines Wertekurses nachweisen. Auch das Einkommen ist künftig offenzulegen. Keine Vergabe wird es geben, wenn Interessenten Mietrückstände haben oder gefährliche Hunde halten. Vizebürgermeisterin Nina Asprian (SPÖ): »Es geht nicht um die Errichtung bürokratischer Hürden, sondern um das Zusammenleben in Frieden.« Alle Gemeinderäte stimmten zu.

Der Rechnungsabschluss 2025 brachte ein für die Gemeinde erfreuliches Ergebnis: Die hoheitlich verfügbare Eigenfinanzierungskraft beläuft sich auf 495.000 Euro. Das heißt, das Plus fiel in dieser Höhe aus. 

Der Bürgermeister bedauerte die nötigen Gebührenerhöhungen (wir berichteten), dankte aber für die allgemeine »Budgetdisziplin«. Gemeindevorstand Kurt Jöbstl sagte, es sei »sehr erfreulich«, dass nun Straßen saniert werden können. Das auch. Allerdings wird das Geld laut dem Bürgermeister vor allem dazu dienen, Darlehen, die aus gemeindeeigenen Töpfen entnommen wurden, zurückzuzahlen und so die Rücklagen wieder aufzubauen: rund 400.000 Euro werden dafür verwendet.

Probleme mit einer Brücke 

Der Rest fließt in Sanierungsprojekte. Mit den Zahlungen des Windparks Bärofen (72.000 Euro), Mitteln aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) sowie Bedarfszuweisungen außerhalb des Rahmens stehen dafür 235.000 Euro zur Verfügung. Saniert werden Straßenabschnitte im Bereich Vorderwölch und Limberg – und die Brücke zur »Franz-Müller-Siedlung« in Untergösel: Da sie im März Knackgeräusche von sich gab, als sie ein Müll-Lkw überfuhr, gilt nach einer Überprüfung durch einen Sachverständigen ein Acht-Tonnen-Limit. Der Neubau des Brückentragwerks ist mit rund 40.000 Euro veranschlagt und wird heuer durchgeführt – was die bei der Sitzung anwesenden Anrainer freute.

Einstimmig beschlossen wurde auch die Anpassung der Tarife für die ganztägige Betreuung an der Volksschule St. Gertraud: Für ein bis zwei Betreuungstage steigt der Elternbeitrag von 60 auf 70 Euro, für drei bis fünf Tage sind künftig 105 Euro statt bisher 90 Euro zu zahlen. Der Beitrag für Lern- und Arbeitsmittel wird um einen Euro auf drei Euro angehoben.

Der letzte Punkt war die Anschaffung eines neuen Pritschenwagens für den Bauhof von Frantschach-St. Gertraud. Das derzeitige Fahrzeug hatte einen Reparaturaufwand von 10.000 Euro – und wurde um 9.600 Euro verkauft. Nun wird einen Monat lang eine Elektro-Pritsche getestet. Wenn sie die Aufgaben meistert, soll sie um rund 55.000 Euro gekauft werden.

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