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St. Andräer Bürgermeisterin als E-Auto-Pilotin: Maria Knauders »Neuer« wird von Strom befeuert Ausgabe 13 | Mittwoch, 30. März 2022

Die Bürgermeisterin sieht sich in einer Vorbildfunktion und hat sich heuer einen Kia Niro als Privatwagen zugelegt. Fahrgefühl und -verhalten seien »super«, auch wenn der Einstieg »nervenaufreibend« war. Mittlerweile ist auch ihr Ehemann Heinz überzeugt.

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St. Andrä. Sie ist das erste weibliche »Oberhaupt« der Bischofsstadt – und auch die erste Bürgermeisterin, die privat mit einem Elektrofahrzeug unterwegs ist. Seit Jänner dieses Jahres pilotiert Maria Knauder einen mit Strom »befeuerten« Kia Niro.

»Die Gemeinde hatte ein solches Auto als Vorführwagen. Ich bin auch damit gefahren und war gleich begeistert«, sagt Knauder. Als ihr bisheriges Privatauto, ein acht Jahre alter Citroën C4 Picasso, Ende vergangenen Jahres in der Werkstatt stand, entschloss sich die Bürgermeisterin, sich nach Ersatz umzusehen: Ein Elektrofahrzeug sollte es werden. »Geblieben bin ich dann beim Kia Niro, der für mich optimal ist. Es freut mich, dass ich bei einem St. Andräer Unternehmer  das passende Auto gefunden habe«, sagt Knauder. »Ich liebe es, mich hineinzusetzen und damit zu fahren. Das Fahrgefühl ist super, das Fahrverhalten auch, das Auto gleitet leise dahin. Unter 30 km/h gibt der Niro Warntöne von sich, man muss bei Fußgängern aber trotzdem aufpassen, denn sie überhören das Auto leicht.«

Die Reichweite

Die 51-Jährige hat den Kia bereits auf der Langstrecke bei Fahrten nach Salzburg und nach Wien getestet: »Vollbeladen und mit eingeschalteter Heizung hat er im Winter eine Reichweite von etwa 270 Kilometern, mit Sommerreifen sollen es an die 400 Kilometer sein. Das habe ich aber noch nicht ausprobiert, so lange habe ich ihn noch nicht.« Eine Fahrt nach Wien sei kein Problem, so die Bürgermeisterin: »Man muss natürlich planen, aber das muss man bei einer Zugfahrt auch. Unterwegs habe ich eine 15-minütige Pause gemacht, einen Kaffee getrunken und das Auto beim Schnelllader angesteckt. Und eine Pause lege ich auf dieser Strecke sowieso immer ein.«

Die Kosten der Fahrt

Laut ihrer Rechnung kam sie bei dieser Fahrt wesentlich billiger davon als mit ihrem bisherigen Wagen: »Ich habe den Kia daheim voll geladen – 20 Euro. Je zwei Ladepausen auf der Hin- und Rückfahrt – insgesamt 20 Euro. Und das Laden in Wien hätte noch einmal 20 Euro gekostet« – war aber gratis, da das Hotel seinen Gästen ein kostenloses Ladeservice anbietet. 

»Man muss die Fahrten natürlich planen, aber das muss man bei einer Zugfahrt auch«
Maria Knauder, Elektroauto-Fahrerin

Allerdings: Der Einstieg als E-Fahrerin war für die Bürgermeisterin nicht ganz einfach. Knauder: »Zu Beginn war es etwas nervenaufreibend. Man muss lernen, wie das Laden funktioniert, ob das Auto dabei offen oder versperrt sein muss, den Umgang mit den verschiedenen Apps, die man zum Aufladen braucht, mit den unterschiedlichen Kabeln. Außerdem muss man wissen, wo man laden kann ...« Mittlerweile hat sie alles im Griff und ist voll ausgerüstet: »Wenn man sich auskennt, ist es super. Ich habe drei verschiedene Kabel, je nachdem, wo geladen werden soll. In unserer Familiengarage haben wir Starkstrom, in ein paar Stunden ist das Auto damit voll.« Sie plant jetzt, eine Photovoltaik-Anlage bei ihrem Haus zu errichten, um (auch) den Kia mit Sonnenstrom zu betanken. 

Auch Knauders Ehemann Heinz, der anfangs skeptisch war, ist jetzt  vom »Stromer« überzeugt. »Aus derzeitiger Sicht werde ich nur mehr Elektroautos kaufen«, sagt sie, »außer, es kommt eine bessere und noch umweltfreundlichere Technologie.«

Als Bürgermeisterin sieht sie sich verpflichtet, ein Vorbild zu sein, »außerdem ist St. Andrä eine e5-Gemeinde, wir setzen uns für mehr Energieeffizienz und Klimaschutz ein«.

Bleibt die Frage, was der Kia gekostet hat. »Die Anschaffung eines E-Autos ist grundsätzlich nicht billig«, sagt die Bürgermeisterin, »meiner war aber ein Vorführwagen und dadurch günstiger. Mit Leasing und der staatlichen Förderung ist es bezahlbar.« Wer den exakten Preis wissen möchte, »kann mich ja persönlich fragen«, so Knauder. Bei ihrem Zweirad – die Bürgermeisterin ist bekannt für ihr Faible für Motorräder – setzt sie weiter auf die herkömmliche Antriebsart: »Ich bin mit meiner Yamaha Tracer sehr zufrieden.«

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