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Wolfsberg. Mancher Bewohner der Bezirkshauptstadt wunderte sich zuletzt, als er einen Blick in die Immobilien-Angebote auf der Internet-Plattform »willhaben.at« warf. Dort wurde unter der Überschrift »Neu: Eigenjagd – Kärnten« ein Revier in Wolfsberg angeboten – mit der Postleitzahl 9400, also in der Stadt selbst. Dazu war eine Karte angefügt, laut der das Jagdgebiet neben dem Bahnhof lag und den Stadtobstgarten auf dem früheren Mikutta-Areal einschloss. Gewehrfeuer im Stadtgebiet?
»Wer wissen möchte, wo das Revier genau liegt, muss eine Anfrage an uns stellen«
Die Maklerin gibt sich verschlossen
»Wird ein Irrtum sein«, mag sich mancher gedacht haben – und wunderte sich beim Weiterlesen der Anzeige noch mehr. Denn erst hieß es darin: »Die Jagd ist in einer kleinen Kessellage und ist sehr gut bestockt. In der Nähe befindet sich auch ein kleines Ski- und Wandergebiet.« Doch unter der Überschrift »Infrastruktur/Entfernungen« war vermerkt, dass eine Schule (!) und ein Arzt in weniger als 500 Metern Umkreis zu finden seien, ebenso eine Apotheke. Auch ein Krankenhaus soll nur rund 1.500 Meter entfernt sein. Also doch ein Jagdrevier im Stadtgebiet?
Die Software war es
»Nein«, sagte die zuständige Maklerin zu den Unterkärntner Nachrichten, »die Eigenjagd liegt nicht in der Stadt Wolfsberg. Diese Angaben macht die Software von selbst, wenn man keinen exakten Ort eingibt. Das Revier befindet sich nicht in der Nähe einer Schule oder einer Apotheke.«
Sie werde die Anzeige entsprechend ändern, deutete die Maklerin an. Auf die Frage, wo sich das Revier denn nun wirklich befindet, ließ sie sich aber keine Informationen entlocken: »Wer das wissen möchte, muss eine Anfrage an uns stellen. Dann werden die Unterlagen übermittelt.« Auch den Preis gibt es nur auf Anfrage.
Und noch ein Jagdrevier
Dass eine solche Anzeige auch unmissverständlich gestaltet werden kann, zeigt ein weiteres zum Verkauf stehendes Objekt: Angeboten wird ein 155 Hektar großes Forst- und Jagdrevier auf der Saualpe im Bezirk Wolfsberg. »Der Besitz umfasst rund 148 Hektar gepflegten Ertrags- und Schutzwald, ca. sechs Hektar bestens ausgebaute Forststraßen und eine sonnig gelegene Wiese mit ca. 0,5 Hektar mit der Jagdhütte und kleinem Teich«, heißt es in der Annonce. Die Waldflächen zeichne sich durch sehr gute Bodenqualitäten, eine stabile Altersklassenstruktur sowie einen hohen Bestockungsgrad aus. Und: »Hervorzuheben ist die Eigenjagd mit ca. 155 Hektar, die attraktive Jagdmöglichkeiten auf Reh- und Rotwild bietet. Die Jagdhütte am Reviereingang ist sonnseitig gelegen, autark mittels Photovoltaik-Inselanlage versorgt und verfügt über eine Wasserversorgung.«
Zum Preis werden in der entsprechenden Rubrik keine Angaben gemacht, im Text steht aber, die Verhandlungsbasis betrage vier Euro pro Quadratmeter. Bei einer Gesamtfläche von angegebenen 1.545.326 Quadratmeter wären das 6,18 Millionen Euro.

Von Horst Kakl
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