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Überflutung bei »Hermes Pharma« nach Starkregen: Keine höhere Gewalt, Wehr soll Rolle gespielt haben Ausgabe 26 | Mittwoch, 24. Juni 2026

Bei einem Wehr in der Lavant hätten Maßnahmen gesetzt werden müssen, was aber nicht geschah. Die Folge: »Hermes Pharma« in Wolfsberg wurde von Wassermassen getroffen, die große Schäden im Inneren anrichteten und die Produktion beeinträchtigten.

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Wolfsberg. In der Nacht auf Donnerstag, 11. Juni, zog ein heftiges Unwetter über Wolfsberg und sorgte für Überflutungen. Besonders betroffen war »Hermes Pharma« am Schwimmschulweg 1a in der Schwemmtratten: Halle und Kellerräume standen binnen kurzer Zeit unter Wasser. Etliche Feuerwehrleute hatten alle Hände voll zu tun, um die Wassermengen aus dem Gebäude zu pumpen.

Wie jetzt in Wolfsberg zu hören ist, soll die Überschwemmung in dem Wolfsberger Unternehmen aber nicht von »höherer Gewalt« verursacht worden sein. Vielmehr spielte auch das Wehr oberhalb der Produktionsstätte, das sich in Privatbesitz befinden soll, eine Rolle. Dort hätten Maßnahmen gesetzt werden müssen, die aber unterblieben sein sollen. Über die Gründe dafür wird in der Stadt heftig gemunkelt. 

»Das Wasser kam aus dem Bereich des Wehrs. Den Auslöser dafür kenne ich aber nicht«
Christoph Gerak, Kommandant der Feuerwehr

Fest steht, »Hermes Pharma« wurde von einer Wasserwalze getroffen, die große Schäden im Inneren anrichtete und die Produktion mehrere Tage lang beeinträchtigte, wie es heißt. Hergestellt werden in Wolfsberg Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel, ein Prozess, der absolute Sauberkeit erfordert. Die betroffenen Bereiche mussten aufwendig gereinigt werden, der finanzielle Schaden soll groß sein.

Auf die Frage, ob das Wehr bei der Überschwemmung des Unternehmens eine Rolle spielte, sagt Christoph Gerak, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Wolfsberg: »Das Wasser kam aus dem Bereich des Wehrs, es strömte vom Wehrkanal in Richtung der Firma. Den Auslöser dafür kenne ich aber nicht.« Auch über die Handhabung des Wehrs konnte Gerak keine Auskunft geben. Die Unterkärntner Nachrichten wandten sich auch an »Hermes Pharma«. Dort war kein Verantwortlicher telefonisch erreichbar, eine schriftliche Anfrage blieb bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe unbeantwortet. Damit ist auch unklar, ob das Unternehmen eventuelle rechtliche Schritte überlegt, um nicht auf dem Schaden sitzenzubleiben.

Das Unternehmen

Das heutige »Hermes Pharma«-Werk in Wolfsberg wurde 1946 unter anderem Namen gegründet und 2003 von der »Hermes Arzneimittel GmbH« erworben, wie es auf der Homepage des Unternehmens heißt. Und weiter: »Seitdem wurden mehr als 120 Millionen Euro in den Bau, die Infrastruktur und den Maschinenpark investiert.« Von 2006 bis 2008 wurde ein neues Werksgebäude errichtet, 2020 das vollautomatisierte Hochregallager erweitert sowie der neue Labor- und Bürokomplex fertiggestellt. Bei der Produktion von Direktgranulaten ist »Hermes« einer der größten Hersteller in Europa – »mit einer Exportquote von über 90 Prozent«, wie das Unternehmen schreibt. Dazu ist es wirtschaftlich in mehrfacher Hinsicht ein »Big Player« in Wolfsberg: Das Werk erstreckt sich über 25.000 Quadratmeter und enthält einen 8.000 Quadratmeter großen Reinraum sowie ein vollautomatisiertes Hochregallager. Auf dieser Fläche werden etwa 390 Mitarbeiter beschäftigt, die Bilanzsumme lag im Geschäftsjahr 2024 bei rund 103 Millionen Euro.

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