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Seit 101 Jahren bietet die Familie Bardel am Hohen Platz Tabakspezialitäten und Raucherzubehör anAusgabe 45 | Mittwoch, 9. November 2022

Vor 101 Jahren übernahm Johann Steiner – Urgroßvater von Dieter Bardel – am Hohen Platz ein Tabakfachgeschäft. Mittlerweile wird der Wolfsberger Traditionsbetrieb von Dieter Bardel in vierter Generation geführt. Im Laufe der Jahrzehnte gab es viele Neuerungen.

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Wolfsberg.  Bereits seit 1875 gibt es am Hohen Platz 24, beim heutigen Bardel-Eck, eine Trafik, die ursprünglich von Leopold Lienhart betrieben wurde. Im Jahr 1921 zog es Dieter Bardels Urgroßvater Johann Steiner – er hatte in Zeltweg einen Krämerladen mit angeschlossener Trafik – nach Wolfsberg auf den Hohen Platz, wo er die Trafik übernahm und an diesem Standort einen Tabak-Hauptverlag errichtete. Er arbeitete bis 1930 als Tabak-Hauptverleger und Trafikant. 

Danach übernahm seine Tochter Hermine Steiner den Betrieb, den sie gemeinsam mit ihrem Mann Fritz Bardel führte. Es war für sie keine leichte Zeit, denn über viele Jahre hinweg musste sie den Betrieb alleine führen, da ihr Mann im Zweiten Weltkrieg als Soldat eingezogen wurde. Trotzdem führte sie das Unternehmen erfolgreich und sorgte für Umbauten am Haus. 

1970 wurde der Betrieb schließlich von Gerhard Bardel übernommen. Unter seiner Führung kam es 1985 zu einem großen Umbau des Hauses, bei dem  im Obergeschoss eine Beratungszone – besonders am Herzen lag ihm der Pfeifenfachbetrieb – eingerichtet wurde. Doch mit dem Einzug der Duty Free Shops in den 1990er-Jahren gingen die Umsätze stark zurück und die Beratungszone wurde wieder geschlossen. 1998 wurde der Betrieb an den heutigen Betreiber, Dieter Bardel, übergeben. 

Innovationen

Bardel blickt zurück: »Es hat sich viel getan in dieser Zeit. 1998 errichteten wir den ersten begehbaren Humidor (Anm.: Klimaraum für Zigarren), 1998 und 1999 wurden wir als bestes Pfeifenfachgeschäft Österreichs ausgezeichnet, und Anfang der 1990er-Jahre waren wir die erste Trafik, die ein Lottoterminal im Bezirk bekam. Da waren wir die einzige Abgabestelle im Bezirk, wo man noch am Samstag den Lottoschein abgeben konnte. Da gab es oft Menschenschlangen bis auf die Straße zurück, wir hatten für die Lottoannahme eigenes Personal.«

Im Laufe der Jahre hat sich auch das Geschäftsfeld einer Trafik massiv geändert. Waren früher neben Zigaretten noch Pfeifen und Zigarren stark gefragt, so sind es heute eher Produkte wie Snus oder Shisha-Tabak und -Pfeifen. 

Neben den Rauchwaren gibt ist in der Trafik heute auch einen Ö-Ticket- und ein Paketshop, daneben natürlich eine Lotto- und Totoannahmestelle und es werden auch Autobahnvignetten verkauft. Bardel erzählt: »Ein Drittel des Umsatzes kommt von Spielen, Lotto, Lose usw., und die Hälfte wird über Tabakwaren erzielt. Stark rückläufig ist der Umsatz von Zeitungen und Zeitschriften.«

Ständige Herausforderungen

»Das Tabakgeschäft ist sehr herausfordernd. Es unterliegt ständigen Änderungen, schon alleine durch die Gesetzeslage. Mittlerweile gibt es auch einen Generationswechsel und eine Verschiebung der Produkte. Die Jugend geht Richtung Snus (Anm.: Oraltabak), Vape (Anm.: E-Zigaretten) oder Heat-not-Burn (Anm.: eine Technologie, bei der Tabak mit einem Heizsystem erhitzt, aber nicht verbrannt wird). Wer Tabak in hoher Qualität schätzt, raucht weiterhin Zigarren«, so Bardel.

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