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Lavanttal. Die neue Koralmbahn ist für weniger Verkehr verantwortlich. Das besagt eine Analyse des Mobilitätsvereins VCÖ auf Basis von Daten der Asfinag.
Demnach ist im Korridor der Koralmbahn im ersten Halbjahr 2026 der Autoverkehr auf der Südautobahn A2 stärker zurückgegangen als im restlichen Autobahnnetz. Im steirischen Koralmkorridor ging der Autoverkehr um 3,6 Prozent zurück, im Kärntner Abschnitt sogar um 6,3 Prozent. Der Rückgang war im Kärntner Abschnitt zehnmal so stark wie im übrigen Autobahn- und Schnellstraßennetz Österreichs, berichtet der VCÖ in einer Aussendung. Laut dem Verein könnte durch verstärktes Mobilitätsmanagement von Unternehmen und Freizeiteinrichtungen die positive Wirkung der Koralmbahn erhöht werden. Im Güterverkehr seien betriebliche Gleisanschlüsse sehr wirksam, um Güter von der Straße auf die Schiene zu verlagern.
Weniger Autos, mehr Lkw
Insgesamt ging im ersten Halbjahr bei 53 Prozent der Zählstellen am Kärntner Autobahn- und Schnellstraßennetz der Autoverkehr zurück, während der Lkw-Verkehr bei 91 Prozent der Zählstellen zunahm, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Der am stärksten befahrene Abschnitt in Kärnten war die Südautobahn bei Pörtschach Ost, wo im ersten Halbjahr 7,5 Millionen Fahrzeuge gezählt wurden, davon 89 Prozent Pkw.
VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk: »Mehr Bahn bringt weniger Autoverkehr. So wie bereits nach dem Ausbau und der Beschleunigung der Westbahnstrecke 2012, hat auch die Koralmbahn zu einer Verlagerung von Autofahrten auf die Bahn geführt.« Auch insgesamt ging der Autoverkehr auf Österreichs Autobahn- und Schnellstraßennetz zurück, jedoch außerhalb des Koralmkorridors mit 0,6 Prozent nur leicht. Die infolge des Irankriegs gestiegenen Spritpreise haben verkehrsdämpfend gewirkt, erklärt der VCÖ.
Mehr wäre möglich
»Die positive Wirkung der Koralmbahn kann aber durch Begleitmaßnahmen noch deutlich verstärkt werden. Dabei spielen für den Pendelverkehr Unternehmen eine zentrale Rolle, für den Freizeitverkehr sind Maßnahmen von Ausflugszielen und Tourismusregionen sehr wichtig«, so Schenk. Unternehmen könnten mit Online-Plattformen, Apps und Gutschein-Systemen Anreize für das Bilden von Fahrgemeinschaften setzen.
Denn laut VCÖ wird das Potenzial, die Effizienz des Verkehrs zu erhöhen, in Österreich zu wenig ausgeschöpft. So liegt der Besetzungsgrad der Pkw laut Umweltbundesamt bei 1,14. Das heißt, um 100 Personen zu transportieren, sind derzeit im Schnitt 88 Pkw unterwegs.

Von Horst Kakl
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