Schlossrestaurant-Chef Fritz Stölzl: »Wir fühlen uns im Lavanttal mittlerweile wie zu Hause« Ausgabe 25 | Mittwoch, 17. Juni 2020

Fritz Stölzl (59) erzählt im Gespräch mit den Unterkärntner Nachrichten über seine Zeit als Ski-Weltcupläufer, seine Anfänge in der Gastonomie, wie er ins Lavanttal kam, seine Leidenschaft als Elvis-Interpret auf der Bühne zu stehen und was Musik für ihn bedeutet.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Michael Swersina Von Michael Swersina m.swersinano@spamunterkaerntner.at
Bild links: Die Familie Stölzl: Fritz, Christa und Sohn Niklas. Bild Mitte: Fritz Stölzl ist auch begeisterter Musiker. Bild rechts: Fritz Stölzl war auch im ÖSV-Weltcupkader. Fotos: KK/privat

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Sie waren in den 80er Jahren Mitglied des österreichischen Ski-Weltcupteams. Wie ist Ihre Karriere verlaufen?
Zunächst besuchte ich in Schladming die Ski-Hauptschule und danach die Ski-Handelsschule. Danach ging es dann Schlag auf Schlag. Ich konnte gleich mehrere Siege im Europacup feiern und kam dann mit 20 Jahren in den Weltcup-Kader. Das war schon etwas Besonders sich dafür zu qualifizieren, denn es waren Leute wie Franz Klammer, Leonhard Stock, Harti Weirather, Helmut Höflehner usw. im Kader. Die hatten alle bereits Weltcup-Erfolge gefeiert und waren zum Teil Weltmeister und Olympiasieger. Binnen zwei Jahren konnte ich mir einen Platz in der Top-Gruppe erkämpfen. 

Was waren Ihre größten Erfolge im Weltcup?
Ich schaffte zwei achte Plätze bei der Abfahrt in Val d‘Isere und einige weitere Top-Ten-Platzierungen. Dann zog ich mir dann in Val d‘Isere eine schwere Verletzung zu, von der ich mich nie mehr richtig erholt habe.

»Mein erster Auftritt als Elvis war beim Nightrace in Schladming vor 1.500 Besuchern«
Fritz Stölzl, Gastronom und Elvis-Imitator

Das bedeutete das Ende Ihrer Ski-Karriere?
Nach zwei Jahren wollte ich es noch einmal versuchen. Ich kam ursprünglich aus dem technischen Bereich, also Slalom und Riesentorlauf. Von dort holte mich Charly Kahr, als er ein paar wilde Hunde suchte, ins Speedteam. Nach meiner Verletzung versuchte ich es wieder im Technikbereich. Ich fuhr ein Jahr lang Profirennen in den USA. Danach bekam ich aber wieder Probleme mit dem Knie und musste meine Karriere endgültig beenden.

Wie sind Sie zur Gastronomie gekommen?
Ich stamme aus einer Familie von Wirtsleuten. Meine Eltern betrieben in den 70er Jahren ein Restaurant im Fahrerlager des damaligen Österreichrings in Zeltweg. Ich bin im Wirtshaus aufgewachsen und habe dort immer mitgeholfen. Also habe ich nach dem Karriereende eine Skihütte in St. Wolfgang am Zirbitzkogel eröffnet. Es war zunächst nur als Übergangslösung gedacht, doch die Skihütte wurde sehr gut angenommen und entwickelte sich rasch zu einem Hotspot in der Zirbitzregion. Und so wurde ich zum Gastronomen und Touristiker. Ich habe so auch meine Frau kennengelernt, die ebenfalls im Tourismusbereich tätig ist. Sie war Geschäftsführerin eines Hotels in Velden. Gemeinsam haben wir die Skihütte gastronomisch weiterentwickelt und zum »Almrestaurant Stölzl« gemacht. Außerdem führen wir in Weißkirchen den »Panthersaal«.

Sie waren aber auch eine Zeit lang Gemeinderat.
Ja, ich war eine Periode lang im Gemeinderat und habe 1993 den Regionalverband des steirischen Zirbenlandes gegründet. Diesem stand ich 13 Jahre als Obmann vor. Mittlerweile hat sich der Verband zu einem Selbstläufer entwickelt und so konnte ich meine Obmannschaft 2006 abgeben. Ich helfe dem Verband aber nach wie vor, wenn es notwendig ist. 

Wie kamen Sie ins Lavanttal?
Das hat sich per Zufall ergeben. Meine Frau Christa hielt als Weinakademikerin bei Frau Reinisch im Restaurant ein Weinseminar und ich meinte scherzhaft: »Es wäre reizvoll, ein Restaurant in einem so tollen Ambiente  zu führen.« Ein paar Jahre später ergab sich die Chance, nachdem ein neuer Pächter gesucht wurde. Also haben wir uns beworben und nach einigen Gesprächen mit dem Schlossherren waren wir uns einig.

Wie hat sich der Betrieb des Restaurants entwickelt?
In den ersten beiden Jahren mussten wir schon Lehrgeld zahlen. Danach haben wir einige Dinge umgestellt, so stehen wir nun selbst in der Küche und haben diese weiterentwickelt. Für Hochzeiten sind wir mittlerweile super gebucht und es gibt auch einige größere Events, wie den Ball am Schloss und die Hochzeitsmesse. Außerdem finden regelmäßig Konzerte, Gala-Abende und Weinverkostungen statt und das Restaurant ist für Feierlichkeiten und Festtage aller Art beliebt. Seit einigen Jahren läuft es so, wie wir es uns vorgestellt haben. Am 8. Mai wollten wir eine große Zehn-Jahres-Feier veranstalten. Die musste wegen der Coronamaßnahmen vorläufig ausfallen. 

Setzen Sie auf regionale Zutaten?
Wir versuchen soweit es möglich ist, regional einzukaufen und saisonal zu kochen. Wir sind aber auch ein wenig auf der mediterranen Seite, denn diese wird von den Gästen sehr geschätzt.

Was ist Ihr Lieblingsgericht?
Geschmorte Kalbsbackerl in Rotweinsoße mit Brandteigerdäpfel und Lavanttaler Spargel.

Sie stehen auch als Elvis-Interpret auf der Bühne. Wie ist es dazu gekommen?
Musik war für mich immer sehr wichtig. Viele meiner Freunde und Gäste sind Musiker. Ich haber auch immer wieder mit ihnen musiziert. Einmal war ein Elvis-Titel gefragt und da haben sie mich gebeten, ob ich singen möchte. Mein erster Song von Elvis war »Can‘t help falling in love with you«. Danach haben sie mich öfters angerufen, wenn Sie jemanden brauchten, der Songs von Elvis singt.

Was waren Ihre größten Auftritte als Elvis-Interpret?
Mein erster großer Auftritt war 2006 beim Night-Race in Schladming. Dort performte ich beim Galaabend vor rund 1.500 Gästen. Beim Bauernbundball in der Grazer Stadthalle stand ich vor rund 15.000 Menschen auf der Bühne. 

Singen Sie live oder Playback?
Ich singe live. Das war beim Bauernbundball in Graz recht witzig. Bei der Probe nahm ich das Mikrofon und es ging einfach nicht. Also sagte ich den Technikern, dass mein Mikro nicht funktioniert. Die fragten mich ganz verwundet, ob ich denn nicht Playback singen würde.

Wie oft stehen Sie noch auf der Bühne?
Mittlerweile gibt es ein oder zwei größere Auftritte im Jahr. Dazu kommen dann zahlreiche kleinere Geschichten bei verschiedenen Veranstaltungen zu denen ich eingeladen werde. Und bei den Grillabenden, die im Juli und August jeden Freitag im Schloss stattfinden, trage ich natürlich auch ein paar Songs von Elvis vor. Den Auftakt machen wir heuer am 3. Juli. Am 10. Juli gibt es bereits das erste Highlight, das »Fest in Weiß« mit »Van Zirben«.

Haben Sie einmal an eine Karriere als Musiker gedacht?
Darauf haben mich schon viele Leute angesprochen. Aber es wäre, mit all den Betrieben unmöglich gewesen. Außerdem ist für mich Musik eher ein Ausgleich.

Muss man als Steirer in Wolfsberg viele Steirerwitze ertragen?
Ab und zu hört man natürlich den einen oder anderen. Aber das ist einfach eine Gaudi. 

Wohnen Sie im Schloss?
(lacht) Ja, aber nur in der Küche von unserem Restaurant. Aber ernsthaft: Nein, wir wohnen hier ganz in der Nähe. Wir leben nun seit zehn Jahren im Lavanttal und fühlen uns wie zu Hause. Wir verbringen auch unsere Freizeit hier. 

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Im Winter gehe ich sehr gerne Skifahren. Ansonsten mache ich regelmäßig meine Bergläufe auf die Koralm. Ich bin überhaupt sehr gerne in der Natur und halte mich fit. Ich bin aber auch ein leidenschaftlicher Golfer, aber in letzter Zeit bin ich sehr wenig dazu gekommen. Außerdem genieße ich mit meiner Frau gerne gutes Essen und Wein.

Hilft Ihr Sohn auch im Restaurant mit?
Niklas arbeitet seit drei Jahren bei uns im Schlossrestaurant mit. Er ist für den Service- und Barbereich zuständig. Zuvor besuchte er die Tourismusschule in Villach und absolvierte mehrere Praktika, einige davon auch im Ausland. Er  ist auch ein sehr guter Sänger. Wir haben sogar schon einige Duette gesungen. 

Sehr beliebt sind auch die Krimi-Dinner in Ihrem Restaurant. Wie kamen Sie auf diese Idee?
Ich wurde vom Veranstalter kontaktiert und hielt es für eine gute Idee. Diese Art von Veranstaltung wurde von Beginn an sehr gut von unseren Gästen angenommen. Wir arbeiten mit der Wiener Agentur, die diese Krimi-Dinner veranstaltet, seit Jahren gut zusammen.  Sie verfügen über sehr gute Schauspieler und kümmern sich auch um die Werbung.

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