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Wolfsberg. Mitte Jänner trafen sich rund 1.000 Mitglieder des Motorradclubs »Hells Angels« in Wolfsberg. Seit 50 Jahren gibt es den Club in Österreich, was im Veranstaltungszentrum KUSS gefeiert wurde – streng privat: Zutritt hatten nur geladene Gäste, die aus vielen Ländern stammten. Die Polizei zog nach dem Party-Wochenende ein positives Resümee (wir berichteten).
Doch einige Tage später kam aus den Reihen der Lavanttaler »Hells Angels«, die in Jakling eine Niederlassung betreiben, Kritik. Ein prominenter Vertreter des Chapters bedankte sich in einem Posting auf Facebook erst »bei allen, die uns so freundlich und herzlich aufgenommen haben. Alle Gastronomen, Speiselokale, Hoteliers, ihr wart Spitze. Wolfsberg, du warst und bist spitze. Danke auch dem Stadtwerke-Team für die super Zusammenarbeit und die Top-Eventlokation KUSS.«
»Entschuldigen müssen wir uns bei denen, die von uniformierten Personen Besuch erhalten haben«
Ein Vertreter der »Hells Angels« im Facebook-Posting
Dann hieß es: »Entschuldigen müssen wir uns bei denen, die von uniformierten Personen einen Besuch erhalten haben, wobei erklärt wurde, sie sollten Lokalitäten geschlossen halten, und Hotellerie sollte die Zimmerreservierungen stornieren. Da die Personen des HAMC (Anm.: Hells Angels Motorcycle Club) sehr schlimme und bösartige Menschen wären.«
Die Unterkärntner Nachrichten fragten beim Profilinhaber nach: Wie ist das Posting gemeint? »Genau so, wie es auf Facebook steht«, lautete die Antwort des »Höllenengels«. Und: »Ich sage nicht, welche Institution gemeint war, denn uns wurde das von Lokalbetreibern und Hoteliers nur zugetragen.«
Grundsätzlich sei das Verhältnis zur Kärntner Exekutive entspannt. »Es gab vor dem Treffen Gespräche, alles hat gepasst, alle waren zufrieden. Daher haben wir uns über das, was uns zu Ohren kam, gewundert«, so der Vertreter des Lavanttaler Clubs.
In seinem Posting schrieb er auch, die Gäste aus aller Welt »hatten ein schönes Wochenende hier in Wolfsberg und Umgebung. Alle, die uns recht herzlich empfangen haben, konnten ein kräftiges Plus im Geldbörserl feststellen, und das ist gut so.« Die anderen, deren Angst geschürt worden sei, »haben leider nichts davon gesehen«. Der Schlusssatz: »Trotz alledem – danke der Bevölkerung und danke an alle, die uns unterstützt haben.« Das Posting wurde 48 Mal kommentiert und erhielt rund 500 Likes.
Die Exekutive dementiert
Die Landespolizeidirektion Kärnten meinte zu dem Posting: »Das hat so nicht stattgefunden.« Es habe lediglich mit einem Wolfsberger Gastronomen, der ein Lokal nahe dem KUSS betreibt, ein Gespräch gegeben. »Dabei wurde abgeklärt, ob er offen haben wird«, so die Pressestelle der Kärntner Polizei. Eine Empfehlung, Gaststätten zuzusperren oder Hotelreservierungen zu stornieren, habe es seitens der Exekutive nicht gegeben. »Was in diesem Posting steht, ist nicht richtig«, betont die Kärntner Polizei.
Unmittelbar nach dem Treffen stellte die Exekutive dem Club ein hervorragendes Zeugnis aus. Einsatzleiterin Daniela Puffing, die stellvertretende Bezirkspolizeikommandantin, die auch die Vorbereitungen geführt hatte, sagte zu den Unterkärntner Nachrichten: »Es gab keine Vorfälle. Weder aus kriminalpolizeilicher und sicherheitspolizeilicher Sicht, noch nach dem Verwaltungsrecht kam es zu Anzeigen. Es ist alles ruhig verlaufen.«
»Eine Empfehlung, Gaststätten zuzusperren, hat es von unserer Seite nicht gegeben«
Pressestelle der Kärntner Polizei
Auch die Wolfsberger Stadtwerke, die das Veranstaltungszentrum für die Feier vermietet hatten, meinten danach in einer Aussendung: »Aus unserer Sicht war die Hells-Angels-Jubiläumsfeier mit über 1.000 internationalen Gästen eine äußerst gelungene und hervorragend organisierte Veranstaltung.« Alle im Konzept vereinbarten Punkte wurden laut Stadtwerke zuverlässig eingehalten, der Ablauf sei reibungslos gewesen. Und: »Die Veranstaltung hat einen klar wahrnehmbaren positiven Effekt auf die Wolfsberger Gastronomie und Hotellerie ausgelöst«, so die Stadtwerke.

Von Horst Kakl
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