Der Banker, Diethard TheuermannAusgabe | Donnerstag, 2. Mai 2019

Der Lavanttaler Diethard Theuermann ist Prokurist und Marketing-Chef bei der Kärntner Sparkasse, aber auch leidenschaftlicher Windsurfer und Musiker. Mit den Unterkärntner Nachrichten sprach er über seine Hobbys, das Bankbusiness und Sponsoringaktivitäten.

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War Banker bereits als Kind Ihr Traumberuf?
Eigentlich nicht. Ursprünglich wollte ich nach der Matura Geschichte und Geografie studieren. Ich habe dann aber während meiner Schulzeit in der HAK drei Mal in den Sommerferien als Ferialpraktikant bei der Kärntner Sparkasse gearbeitet und wurde direkt nach der Matura von der Sparkasse eingestellt. Am Freitag hatte ich die Matura, am Montag war mein erster Arbeitstag bei der Sparkasse. Ich musste sogar die Maturareise spritzen.

Und wie sind Sie zum Marketing bzw. den Bereich für Öffentlichkeitsarbeit gekommen?
In der Zeit als ich bei der Sparkasse anfing, in den 1990er-Jahren wurden die Themen Werbung und Öffentlichkeitsarbeit in den Unternehmen immer wichtiger. Und da mich das schon immer interessierte, hab ich diese Bereiche zunächst für die Sparkasse in Wolfsberg übernommen.

Und von da an, ging Ihre Karriere bei der Sparkasse steil nach oben?
Während dieser Zeit hatten wir zahlreiche Filialeröffnungen im Lavanttal, von St. Paul bis Reichenfels. Am Ende hatten wir zehn Standorte im Bezirk. Ende der 1990er-Jahre wurden schließlich alle Sparkassen – bislang waren zahlreiche Standorte selbstständig – zur Kärntner Sparkasse fusioniert. Und da bin ich dann  am 1. Juli 1990 nach Klagenfurt gegangen und habe dort die Werbeabteilung übernommen.

Mittlerweile sind Sie auch zum Prokuristen aufgestiegen.
Das stimmt. Mitte der 1990er-Jahre wurde ich Bereichsleiter für Marketing, PR, Jugend und Schule und auch zum Prokuristen ernannt.

Sie haben vehement gegen ein Ende des Sportsponsorings bei der Sparkasse gekämpft und sich schließlich durchgesetzt. Warum ist das für Sie so wichtig?
Ich stand immer hinter der Jugend und wollte diese fördern. Kärnten war ein Vorzeigebundesland beim Schülersport, vor allem beim Schülerligafußball und -volleyball. Mittlerweile gibt es die Schülerliga im Fußball seit 45 Jahren und ist eine Riesengeschichte mit zigtausenden Schülern. Aber es war harte Arbeit, die Verantwortlichen davon zu überzeugen.

Sie haben das Sportsponsoring sogar noch weiter ausgebaut?
Mitte der 1990er-Jahre haben wir angefangen die Snowboarder zu unterstützen, seit dem Jahr 2000 sponsern wir den Landesskiverband. Das hat sich auch ausgezahlt, heute kommen einige der weltbesten Snowboarder aus Kärnten, die von uns unterstützt wurden.

Beim Eishockey ist die Sparkasse Sponsor von gleich zwei Vereinen. Dem KAC und dem VSV. Das ist ja eigentlich nicht üblich. 
Den KAC unterstützen wir bereits seit über 40 Jahren, Das Sponsoring für den VSV hatte Mitte der 1990er-Jahre geschäftspolitische Überlegungen.

Der WAC wird aber nicht so großzügig unterstützt wie die beiden Eishockeyvereine. Warum eigentlich?
Normalerweise sponsern wir Fußball nicht. Aber ich dachte mir, wenn wir schon den besten Fußballverein des Bundeslandes in meiner Heimatstadt haben, muss auch die Sparkasse einen kleinen Beitrag für diesen Verein  leisten.

Ist die Sparkasse beim Sponsoring ausschließlich im Sportbereich unterwegs?
Nein, wir geben auch viel Geld für die Wissenschaft aus, so sind wir zum Beispiel ein großer Sponsor der UNI Klagenfurt. Im Kulturbereich sind wir beim Musikverein Kärnten und Jeunesse Kärnten Generalsponsor, weiters fördern wir das Orchester Euro Symphony SFK. Auch die Komödienspiele Porcia erhalten von uns eine Unterstützung. Besonders cool dabei ist der Theaterwagen vom Ensemble der Spiele in Porcia. Damit wird in diesem Jahr durch ganz Kärnten getourt und auf verschiedenen Dorf- bzw. Stadtplätzen Theater gespielt. 

2008 kam mit dem Zusammenbruch der Investmentbank »Lehman Brothers« eine Weltfinanzkrise. Mittlerweile wird davor gewarnt, dass die nächste Krise kurz bevor stehen würde. Wann ist es so weit? 
In unserem Haus wird es sicher keine Krise geben. Wir sind sehr gut aufgestellt. Auch unsere Auslandsaktivitäten laufen sehr gut. In Slowenien gab es Gewinne und wir haben uns am Markt behauptet. 

Sie sind aber kein »stocksteifer« Banker, sondern auch ein leidenschaftlicher Musiker. Seit wann stehen Sie auf der Bühne?
Ich spiele seit meinem 14. Lebensjahr Gitarre in einer Band. Ich habe diese damals mit einigen Schulfreunden im Keller eine Band gegründet. Wir spielten auf Akkustikgitarren und hatten Keksdosen als Schlagzeug.  Mit meiner aktuellen Band, »Joker Rock ‘n‘ Roll-Band« stehe ich, mit verschiedenen Besetzungen, seit 46 Jahren auf der Bühne. Einer der fast von Anfang an dabei war ist Heinz Luger, Sparkassenchef in Bad St. Leonhard. Mittlerweile ist auch einer meiner Söhne, Benjamin, ein fixer Bestandteil der Band.

Und wo ist die Band zu hören?
Wir spielen regelmäßig auf Festen und diversen Veranstaltungen. Wir sind auch in Wolfsberg noch öfters auf der Bühne, zum Beispiel beim Fasching oder bei Festen vom Volleyballverein. 

Sie sponsern viele Sportevents und -vereine. Sind Sie auch selbst sportlich sehr aktiv?
Mein Lieblingssport ist zweifelsohne das Windsurfen. Ich fahre regelmäßig auf Surfurlaub. Auch meine Frau Elisabeth und meine Söhne Benjamin und Daniel sind leidenschaftliche Surfer. In Venezuela gibt es coole Orte, aber auch in Marokko oder auf den Kapverden gibt es perfekte Bedingungen zum Surfen. Und im Winter bin ich schon ewig ein begeisterter Snowboarder. Da war ich sogar schon in Kanada zum Heliboarding beim Lavanttaler Mike Wiegele.

Sie sind beruflich viel unterwegs und ständig im Stress. Was tun Sie, um Mal kurz abzuschalten?
Bereits seit Jahrzehnten mache ich »Die fünf Tibeter«, eine spezielle Yoga-Übung oder ein wenig Stretching, wenn es schnell gehen muss. Wenn ich mehr Zeit habe gehe ich zum Ausgleich noch joggen oder mountainbiken. Und ich liebe Ausflüge auf meiner schwarzen 300er-Vespa.

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