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Wolfsberg. Walter Dohr hat ein Leben lang repariert – und das tut er noch immer. Nicht, weil er muss, sondern weil es ihm ein Bedürfnis ist. »Ich bin in einer Generation aufgewachsen, in der man Dinge nicht weggeworfen hat. Man hat sie repariert«, sagt der 73-jährige Wolfsberger.
Auch wenn Dohr bereits in Pension ist, hat er nie aufgehört, Dinge wieder zum Laufen zu bringen. Seine berufliche Laufbahn begann 1968 als Lehrling bei Elektro Piringer in Wolfsberg. Vier Jahre dauerte die Ausbildung damals, und sie prägte ihn für sein ganzes Berufsleben. Bis 1981 arbeitete er als Monteur, dann übernahm er mit seiner Frau lrmgard den Betrieb. Mehr als drei Jahrzehnte führte das Paar die Firma, bevor sie 2014 an Sohn Dietmar und dessen Frau Ulrike übergeben wurde, die das Unternehmen heute erfolgreich führen. Tochter Alexandra ging einen anderen Weg – sie arbeitet als Ärztin an der Grazer Universitätsklinik.
»Ich bin mit Reparaturen aufgewachsen, in meiner Jugend wurde alles repariert«
Walter Dohr, Elektriker im Ruhestand
Doch Ruhestand bedeutet für Walter keineswegs Stillstand: »Ich bin mit Reparaturen aufgewachsen, in meiner Jugend wurde alles repariert.« Diese Haltung begleitet ihn bis heute. Als Eva Schatz von der Stadtgemeinde Wolfsberg und Silvia Schmerlaib vom Kärntner Bildungswerk ihn fragten, ob er beim Repair-Café mitmachen wolle, war die Antwort klar: Ja. Seit der ersten Stunde ist er dabei, als am 4. März 2016 erstmals ein Repair-Café im Wolfsberger Jugendzentrum stattfand.
Im Repair-Café
Dort setzt Walter gemeinsam mit seinen Kollegen vieles wieder instand, was Menschen aus ihren Haushalten mitbringen: Staubsauger, Bügeleisen, Kaffeemaschinen, Handkreissägen, Mixer und vieles mehr.
Dohr berichtet: »Eine fachgerechte Reparatur ist bei günstigen Kleingeräten wirtschaftlich oft nicht sinnvoll, weil der Arbeitsaufwand schnell den Wert des Geräts übersteigt. Im Repair-Café können solche Geräte im Rahmen der ehrenamtlichen Tätigkeit trotzdem eine zweite Chance bekommen.« Denn bei rund 70 Prozent der mitgebrachten Geräte gelingt es, sie wieder instandzusetzen. Kabel erneuern, Sicherungen tauschen, Bedienfehler beheben – oft sind es Kleinigkeiten, die ein Gerät retten.
Besonders die persönlichen Erlebnisse bleiben dem 73-Jährigen in Erinnerung. So erzählt er: »Ein kleiner Bub kam mit seinem Elektro-Kinderauto, das nicht mehr fuhr. Er hat mich gefragt, ob ich es reparieren kann – und ich konnte. Ich sehe heute noch die glänzenden Augen, als er mit seinem Auto wieder losfahren konnte.«
Auch komplizierte Reparaturen landen auf seinem Tisch. Eine Tischkreissäge etwa, die sich nicht mehr ein- und ausschalten ließ. »Wir haben sie erst nach drei Stunden so weit gebracht, dass sie wieder funktionierte«, erzählt er und lächelt. Werkzeug hat er genug - Prüfgeräte, Messinstrumente, alles, was man braucht. Nur benötigte Ersatzteile müssen von den Besitzern selbst besorgt werden.
Für den guten Zweck
Das Repair-Café ist stets gut besucht, die Elektroabteilung gehört zu den am stärksten frequentierten Bereichen. Die Arbeit erfolgt ehrenamtlich und basiert auf freiwilligen Spenden. Der Erlös wird am Jahresende einem karitativen Zweck zugeführt. Dohr: »Einmal haben wir damit zum Beispiel das Frauenhaus unterstützt.«
Doch sein persönliches Engagement endet nicht beim Repair-Café. Seit Jahren ist er im Kiwanis Club Wolfsberg aktiv, hilft bei sozialen Projekten und organisiert mit anderen Serviceclubs den großen Ball im Schloss. Der Reinerlös aus dieser Veranstaltung fließt in den Soforthilfefonds Lavanttal.
Dohr sagt: »Das Besondere ist, dass mehrere Serviceclubs gemeinsam eine Veranstaltung durchführen. Das gibt es sonst nirgends.« Auch Aktionen wie »Dress for Kids« oder die Schulstarthilfe unterstützen Kinder und Familien, die Hilfe besonders benötigen.
Fischen und Eisstockschießen
Neben seinem ehrenamtlichen Engagement bleibt auch Zeit für seine Hobbys. Besonders das Fliegenfischen hat es Walter angetan. Oft steht er mitten in einem Fluss, wirft die Fliege aus und versucht, eine Forelle zu überlisten. Gerade die Ruhe, die Natur und die besondere Art des Fischens machen für ihn den Reiz aus. Was gefangen wird, kommt anschließend auf den Teller – gebraten, gegrillt oder geräuchert.
Im Winter zieht es ihn zum Eisstockschießen, im Sommer aufs Fahrrad. Und dann ist da noch die Faschingsrunde Wolfsberg, bei der er seit Beginn an mit dabei ist – zweimal sogar mit Kurzauftritten. Faschingssitzungen gibt es zwar in der Bezirkshauptstadt keine mehr, die Narrenrunde trifft sich aber weiterhin einmal im Monat.

Von Michael Swersina
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