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Markus Megymorez aus dem Lavanttal »dirigiert« sieben Hubschrauber beim Waldbrand im LesachtalAusgabe 18 | Mittwoch, 29. April 2026

Der Lavanttaler Oberstleutnant Markus Megymorez (45), stellvertretender Staffelkommandant der Mehrzweckhubschrauberstaffel in Aigen, spricht über den Einsatz beim Waldbrand im Lesachtal, wie er Hubschrauberpilot wurde und die größten Herausforderungen.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Michael Swersina Von Michael Swersina m.swersinano@spamunterkaerntner.at
Links: Markus Megymorez ist zur Zeit als fliegerischer Einsatzleiter beim Waldbrand im Lesachtal tätig. Rechts: Der Brand in Oberkärnten stellt die Einsatzkräfte vor zahlreiche Herausforderungen. Insgesamt sind sieben Hubschrauber im Einsatz. Fotos: Privat

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Sie sind seit dem Wochenende bei einem Waldbrand im Lesachtal im Einsatz. Wie viele Hubschrauber Ihrer Staffel waren im Einsatz? 
Ein Hubschrauber meiner Staffel, insgesamt stehen sieben Hubschrauber im Einsatz.

Was sind Ihre Aufgaben bei diesem Einsatz?
Ich bin als fliegerischer Einsatzleiter seitens des Bundesheers im Lesachtal eingeteilt. Zu den Aufgaben gehören die Beratung der Behörde bzw. Einsatzleitung bei der Einsatzführung in der Waldbrandbekämpfung. Zusätzlich führe ich auch die Koordinierung des Flugbetriebs und die fortlaufenden Planungen durch. Das heißt: Der aktuelle Flugbetrieb und Absprachen bezüglich zukünftiger Aufträge und die Bereitstellung der Hubschrauber liegt in meinem Aufgabengebiet. Planungen des fliegerischen Personals, der Flugbetriebsdienste und Ablösemechanismen in Verbindung mit technischer Verfügbarkeit sind wesentliche Bestandteile.

Welche Aufgaben übernehmen die Hubschrauber bei dem Einsatz?
Die Aufgaben für die eingesetzten Hubschrauber belaufen sich vorrangig auf den Wassertransport. Wasser wird im Tal mithilfe von Wassertransportbehältern, sogenannten Bambi Buckets, aus einem 15.000 Liter bzw. 55.000 Liter fassenden Behälter befüllt, zur jeweiligen Brandstelle verbracht und »abgeworfen«. Die Einweisung erfolgt durch die Flughelfer der Feuerwehr. Durch die Zusammenarbeit von den am Boden eingesetzten Kräften und den Hubschrauberbesatzungen kann eine gezielte Brandbekämpfung durchgeführt werden.

Ein weiterer Auftrag liegt im Transport von Feuerwehrgerätschaften auf den festgelegten Schlüsselpositionen. Von dort werden Schläuche und Sprinkleranlagen mit Wasser versorgt. Transporte von Mannschaften in unwegsames Gelände erfolgen zumeist unter Zuhilfenahme der Hubschrauber mit Windenbergungsfähigkeit. Weiters ist der Einsatz im Fall einer vom Feuer eingeschlossenen Mannschaft zur Evakuierung mitzuplanen.

Außerdem werden Erkundungsflüge der Einsatzleitung oder auch von betroffenen Fachbereichen – Wildbachverbauung, Brandermittler usw. – laufend mit den Hubschraubern durchgeführt.

Was sind bei diesem Einsatz die größten fliegerischen und organisatorischen Herausforderungen?
Dieser Waldbrand bestach mit der enormen Rauchentwicklung und der großen Anzahl an Brandstellen. Man wusste zunächst nicht, wo man mit den Löschtätigkeiten beginnen sollte. Durch die starke Rauchentwicklung – im Anflug von Villach waren die Rauchschwaden bereits auf Höhe Nötsch – war ein Arbeiten in der Luft mit bis zu sieben Hubschraubern eine besondere Herausforderung.

Was hat Sie zum Bundesheer geführt und wann war für Sie klar, dass Sie dort bleiben und eine Karriere aufbauen wollen?
Bereits in meiner Kindheit hat mich die Fliegerei fasziniert. Während meines Einjährig-Freiwilligen-Jahrs in der Luftlandeausbildung wurde dieser Wunsch mehr als gefestigt. Also versuchte ich mein Glück und meldete mich für die fliegerische Auswahltestung. In der Hubschrauber-Grundausbildung war die Aussage eines erfahrenen Fluglehrers prägend: »Entweder man liebt die Fliegerei oder man hasst sie, ein dazwischen gibt es nicht.« 

Stimmt diese Aussage?
Nach fast 25 Jahren kann ich sie nur unterstreichen. Durch die Liebe zum Beruf muss man auf vieles verzichten, dafür kann man jedoch Momente erleben, die anderen verwehrt bleiben. Um die Betriebsblindheit zu überwinden, helfen einem Passagiere mit leuchtenden Augen und strahlende Gesichter voller Faszination.

Wie sieht die Ausbildung zum Hubschrauberpiloten aus?  
Es hat sich seit meiner Ausbildung einiges geändert. Die derzeitige Ausbildung zum Hubschrauber-Piloten erfolgt über die Ausbildung zum Flächenpiloten in Zeltweg. Danach wird der Flugschüler nach Langenlebarn in die Lehrabteilung Hubschrauber versetzt, um die etwa 15 Monate dauernde Hubschrauberpilotenausbildung zu durchlaufen. Erst danach kommt man als Einsatzpilot in die Einsatzstaffel, um Erfahrungen in den verschiedensten Einsatzarten aufzubauen.

Welche Ausbildungsschritte waren für Sie persönlich die größten Herausforderungen auf dem Weg zum stellvertretenden Staffelkommandant der Alouette III-Hubschrauberstaffel?
Das ist eine schwierige Frage. Wenn man ein bestimmtes Ziel vor Augen hat, kommen einem die Belastungen und Herausforderungen in der Ausbildung oder im täglichen Betrieb normal vor. Sie werden auch nicht als störend empfunden, sondern als Herausforderung gesehen, die bewältigt werden müssen.

Ein aktuelleres Beispiel wäre die Umschulung auf den neuen Hubschrauber AW169 »Lion«. 3.500 Seiten Typenschulung in zwei Wochen mit abschließender Theorieprüfung zu erfassen und Zusammenhänge zu verstehen, ist eine Herausforderung. Eine viel schwierigere Herausforderung lag bei meiner Generation darin, dass die Lernunterlagen ausschließlich in digitaler Form bereitgestellt wurden. Wir sind mit Papier und Textmarker aufgewachsen und haben Anmerkungen notiert. Jetzt digital zu lernen, wo alle Seiten gleich aussehen, ist für uns bestimmt eine besondere Art, das Lernen neu zu lernen.

Wie viel Personal – Piloten, Bodenpersonal, Mechaniker usw. – gehört der Staffel an und wie viele Hubschrauber sind Teil der Staffel?
Wir sind gerade in der Einführungs- und Aufstellungsphase für das System AW169. In der Endaus-prägung sollen wir mit zwölf Hubschraubern, 26 Piloten, 18 Bordtechnikern und ca. 20 Luftfahrzeugtechnikern unsere Aufträge erfüllen können. Wir wachsen von ca. 65 auf 110 Kadersoldaten. Die neue Technik erfordert auch neue Fachbereiche, gerade in der Systemtechnik und Avionik sind wir besonders gefordert.

Gab es in Ihrer Laufbahn Einsätze, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind – sei es wegen der Schwierigkeit oder wegen der emotionalen Bedeutung?
Wenn man schon länger im Geschäft ist, erlebt man naturgemäß auch viel. Hier im Lesachtal war ich in den vergangenen Jahren schon öfters, hauptsächlich im Rahmen von Katastropheneinsätzen. Da erinnert man sich immer zurück und emotionale Erinnerungen werden wiederbelebt. Tränen von Betroffenen vor lauter Dankbarkeit, Kaffee und Kuchen von einer Frau, die ein paar Tage zuvor einen massiven Schaden erlitten hat, Streitereien über Heu für eingeschneite Tiere uvm. In Extremsituationen konzentriert man sich normalerweise auf das Wesentliche und Notwendigste. Alles andere rundherum ist nicht wichtig. Persönlich ist das eine Bereicherung, man wird immer wieder geerdet, und das ist meiner Meinung nach wichtig, um den Fokus nicht zu verlieren.

Hatten Sie im Laufe Ihrer Karriere auch Unfälle bzw. Zwischenfälle? 
Natürlich gab es immer wieder brenzlige Situationen. Zum Glück sind bis jetzt alle gut ausgegangen. Eine gute Ausbildung verbunden mit einem Grundstock an Erfahrung, aber auch einem bestimmten Anteil an Glück und Vertrauen in das Team und in sich selbst, lassen uns das Risiko, das wir eingehen oder eben auch nicht eingehen, gut beurteilen.

Wie viele Flugstunden haben Sie im Laufe Ihrer Karriere mittlerweile absolviert – Übungsflüge und Einsatzflüge?
Rund 4.100 Flugstunden mit ungefähr 7.000 Hochgebirgslandungen und 8.000 Landungen unterhalb von 2.000 Metern, 3.100 Windenbergungen und Transport von über 4.000 Außenlasten. Das waren Übungs- und Einsatzflüge.

Was fasziniert Sie bis heute am Fliegen eines Hubschraubers?Dass
man in der Luft quasi stehen und sich um die eigene Achse um 360 Grad drehen kann.

Können Sie neben Hubschraubern auch Flugzeuge fliegen – und wenn ja, wie unterschiedlich fühlt sich das an?
Ich habe auch eine Privatpilotenlizenz für Flächenflugzeuge, die ich gern nutze, um dorthin zu fliegen wo ich hin will. Einen fliegerischen Tagesausflug ans Meer bedeutet für mich absolute Erholung und Entspannung.

Im Prinzip ist es mit Vorwärtsfahrt ziemlich ident. Beim Starten und Landen gibt es dann aber doch gravierende Unterschiede.

Haben Sie noch eine enge Verbindung zu Ihrer Heimat, dem Lavanttal, und wie oft schaffen Sie es, noch zurückzukommen?
Ich bin, seitdem ich in die Fliegerei gekommen bin, zum Wochenpendler mutiert. Aigen im steirischen Ennstal, wo ich stationiert bin, ist zwar sehr schön, aber zuhause ist es doch am Schönsten. Wer will denn schon freiwillig auf das Paradies Kärntens verzichten?

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