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Wolfsberger Schwimmverein steht vor Wechsel: Der Vereinsvorstand tritt geschlossen zurückAusgabe 30 | Mittwoch, 22. Juli 2026

Der Wolfsberger Schwimmverein steht vor einer Zäsur: Sinkende Trainingsbeteiligung, interne Konflikte und ein erschöpfter Vorstand führen zu vorgezogenen Neuwahlen. Findet sich kein neues Team, muss der Traditionsverein seine Tätigkeit einstellen.

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Wolfsberg. Der Wolfsberger Schwimmverein, ein Traditionsverein in der Bezirkshauptstadt, der 1971 gegründet wurde, könnte in Bälde seine Tätigkeit einstellen. In den vergangenen Wochen kursierten unterschiedliche Gerüchte über die Zukunft des Vereins – von einer möglichen Pause des Trainingsbetriebs bis hin zu einer neuen Führungsstruktur oder der Auflösung des Vereins. 

Um Klarheit zu schaffen, hat die Vereinsleitung nun in mehreren vereinsinternen WhatsApp-Gruppen angekündigt, dass bei der Jahreshauptversammlung im August vorgezogene Neuwahlen stattfinden werden. »Der aktuelle Vorstand wird dann geschlossen zurücktreten«, heißt es in den Schreiben. 

»Wir wollen den Verein an eine Gruppe von Eltern übergeben, deren Kinder im Verein aktiv sind«
Michael Schüssler, Obmann-Stellvertreter

Und weiter: »Seit rund eineinhalb Jahren bemühen sich die Verantwortlichen, den Trainingsbetrieb stabil zu halten. Die Teilnahmezahlen sind jedoch rückläufig: Mitunter stehen in der Leistungsgruppe nur wenige Kinder am Beckenrand.« Fünf Trainingseinheiten pro Woche, ein professioneller Trainer und ein hoher organisatorischer Aufwand stellen den Verein vor Herausforderungen. Viele Kinder und Jugendliche sind heute in mehreren Freizeitaktivitäten engagiert, was die regelmäßige Teilnahme erschwert. 

Der Verein, der ein klassischer Ausbildungsverein ist, betreut rund 40 aktive Kinder und Jugendliche. Die durchschnittliche Trainingsbeteiligung liegt derzeit bei etwa 35 Prozent. 

Zusätzlich erschweren äußere Faktoren die Planung: Neun Monate im Jahr muss die Leistungsgruppe ins Hallenbad nach Ravne in Slowenien ausweichen. 

Trotz dieser Umstände hat der Vorstand den Verein über Jahre hinweg erfolgreich geführt – mit zahlreichen großen Veranstaltungen: So wurden mehrere Landes- und Staatsmeisterschaften sowie die Schwimmbewerbe bei den EYOF-Spielen (European Youth Olympic Festival) ausgerichtet. Dazu kamen Investitionen in Busse und Trainingsgeräte, außerdem wurde der Sponsorenpool ausgebaut. Auch die Schwimmschule, die im Lavanttal ganzjährig Kurse anbietet, wurde erfolgreich etabliert.

Ist die Zukunft des Vereins gesichert? Eine Mutter, die sich als mögliche Kandidatin für den Vorstand sieht, möchte mit einem eigenen Team bei den Neuwahlen antreten. Zunächst müsse sie sich allerdings noch einen Überblick über die Vereinsfinanzen und Verhältnisse im Verein verschaffen. 

Der aktuelle Vorstand möchte geordnet übergeben – idealerweise an Personen, deren Kinder aktiv im Verein sind. »Wir sind bereit, Platz zu machen und den Verein an eine Gruppe von Eltern zu übergeben, deren Kinder beim Schwimmverein aktiv sind«, betont Obmann-Stellvertreter Michael Schüssler, der weiter sagt: »Wir übergeben einen Verein, der strukturell und finanziell gut dasteht.«

Fest steht: Die Trainingsmotivation vieler Jugendlicher verändert sich, manche Talente verlassen nach der Matura das Lavanttal. Sollte sich kein neuer Vorstand finden, könnte der Verein vorübergehend ruhend gestellt werden – ein Einschnitt für den Verein und den Bezirk Wolfsberg.

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