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Betroffene zur Baustelle im Twimberger Graben: »Man muss schauen, dass sie für uns überlebbar ist« Ausgabe 30 | Mittwoch, 22. Juli 2026

Bürgermeister von Frantschach-St. Gertraud und eine Anwohnerin kritisieren weiter die Baustelle: lange Ampel-Wartezeiten, riesige Staubwolken und Lkw, die sich nicht an Tempo 30 halten. Nachts herrsche Lebensgefahr. Kelag legt die Hintergründe des Vorgehens dar.

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Frantschach-St. Gertraud. Während die Kelag in der Vorwoche in einer Aussendung Bilanz über die seit rund einem Jahr laufenden Arbeiten für das neue Kelag-Kraftwerk Hammer in Frantschach-St. Gertraud zog (siehe Artikel unten), werden abermals Kritik an den Zuständen rund um die Baustelle laut. Bürgermeister Günther Vallant (SPÖ) und eine Anrainerin meinen unisono: »Es tritt keine Verbesserung ein.«

Wie berichtet werden Autofahrer, die auf der Packer Straße von Frantschach-St. Gertraud nach Twimberg unterwegs sind, mehrfach an Ampeln gestoppt, weil die Fahrbahn aufgrund der Bauarbeiten nur einspurig befahrbar ist. Es kommt zu langen Wartezeiten, dazu belasten Staub und Lärm die Anrainer.

»Alles wird heute kontrolliert. Warum kontrolliert niemand diese Baustelle?«
Eine Anrainerin über das Baulos

Bürgermeister Vallant: »Es fand zuletzt ein runder Tisch zur Baustelle statt. Dabei hieß es, eine Lotsenregelung, wie sie derzeit zwischen Wolfsberg und  Frantschach-St. Gertraud praktiziert wird und die perfekt funktioniert, sei für die Baustelle beim Kraftwerk zu teuer.« Laut dem Bürgermeister sei aber zumindest eine optimierte Ampelregelung möglich – etwa mit verkehrserkennenden Geräten. »Es gibt Lösungen, man muss sie nur einsetzen«, so Vallant.

Er kritisiert auch, dass über die gesamte Strecke des Bauloses der Asphalt entfernt wurde: »Das ist seit dem ersten Tag so, die Anrainer müssen täglich Staub schlucken. Es gebe aber auch die Möglichkeit, einzelne Abschnitte wieder zu asphaltieren, was die Staub- und Lärmbelastung erheblich verringern würde.« 

Beim runden Tisch sei auch vereinbart worden, dass zur Staubbindung Kalzium gestreut werde: »Das wurde nur einmal gemacht.  Man sieht mittlerweile, wie mitgenommen vom Staub die betroffenen Häuser sind«, sagt Vallant. 

Der Bürgermeister bleibt dabei, was er bereits vor einigen Wochen im Gespräch mit den Unterkärntner Nachrichten sagte: »Das sind die am schlechtesten organisierten Baustellen, die ich je erlebt habe.« 

»Kaum auszuhalten«

Eine Anrainerin ist über die Zustände empört: »Seit November des Vorjahrs geht das jetzt so, der Lärm und der Staub sind kaum auszuhalten.« Da das Baulos durchgehend nicht asphaltiert sei und Lkw-Lenker wegen der langen Wartezeit an den Ampeln Tempo 30 ignorieren, das Gaspedal durchdrücken und durch die Löcher rumpeln, »wackelt bei uns das Haus«, sagt die Betroffene. Sie habe sich an mehrere Stellen gewandt, Abhilfe wurde nicht geschaffen: »Jetzt fährt einmal am Tag ein Bauer mit einem Güllefass und sprüht Wasser – aber nur von Montag bis Freitag. Gefahren wird auch am Wochenende.« Sie selbst streut Kalzium, »damit wir nicht im Staub ersticken«.

Die Druckrohre, die verlegt werden, liegen auf einer Fahrspur: »Deshalb kann wieder nicht asphaltiert werden«, klagt die Anwohnerin. Sie sagt auch: »Wir wissen schon: Das ist eine Baustelle, da ist es so. Aber irgendwann ist es zu viel. Diese Dimension ist Wahnsinn, wir haben sieben Tag die Woche 24 Stunden lang Lärm.« 

Es müsse Verbesserungen bei der Ampelregelung und an der Straße geben, »damit das für uns überlebbar ist. Man muss Rücksicht auf die Anrainer nehmen.« Und: Wer jetzt nachts aus dem Haus gehe, sei in Lebensgefahr: Es gibt weder Beleuchtung noch einen Gehweg. Die Anrainerin fragt: »Alles wird heute kontrolliert. Warum kontrolliert niemand diese Baustelle?«

Das sagt die Kelag

Die Kelag meint zur Kritik des Bürgermeisters und der Anrainerin: »Die Baustelle wird nicht auf der gesamten Länge gleichzeitig bearbeitet, sondern in zwei Bauabschnitten mit jeweils rund 500 Metern durchgeführt. Die zwei Bauabschnitte wurden eingerichtet, um die gesamte Bauzeit für die Verlegung der Druckrohrleitung zu verkürzen. Derzeit warten wir auf die behördliche Freigabe der Bezirkshauptmannschaft Wolfsberg zur Wiederherstellung des ersten Straßenabschnitts.« Zur Staubbindung werde täglich Kalzium eingesetzt. Ein Wasserfass sei täglich zur Benetzung der Fahrbahn im Einsatz. »Zusätzlich wurde den betroffenen Anrainern wiederholt Kalzium durch die ausführende Baufirma zur Verfügung gestellt, damit auch sie bei Bedarf Maßnahmen zur Staubminderung setzen können«, so die Kelag.

Ein intelligentes Ampelsystem sei bereits vor Ort und werde aktuell eingerichtet: »Ziel ist es, den Verkehrsfluss im Baustellenbereich weiter zu verbessern.« Lotsen werden laut dem Unternehmen nicht eingesetzt, weil sie »keine wesentliche Verbesserung der Verkehrssituation bewirken« würden.

Allgemein meint die Kelag: »Bei den Bauarbeiten handelt es sich in dieser Größenordnung um eine herausfordernde Baustelle. Temporäre Einschränkungen und Behinderungen für Anrainer sowie Pendler lassen sich bei der Umsetzung einer solchen Infrastrukturmaßnahme leider nicht vollständig vermeiden. Wir sind bemüht, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten und bitten um Verständnis.«

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