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Wolfsberg, Deutschlandsberg. Während im Lavanttal Windräder ein heikles Politikum sind, wird in der Steiermark fleißig gebaut. Auf der Freiländer Alm, die an das Tal angrenzt, errichtet die Energie Steiermark derzeit die letzten vier von 15 Anlagen im Windpark »Freiländeralm 2«. Insgesamt stehen in diesem Bereich 19 Windräder.
Der Windpark produziert rund 200 Gigawattstunden Strom pro Jahr, was ausreicht, um 57.000 Haushalte zu versorgen. »Was die Leistung betrifft, ist es der größte Windpark im alpinen Raum«, sagte Projektleiter Egon Dorner, der seit fast zehn Jahren für die Planung, die Genehmigungen und den Bau zuständig ist, am Donnerstag der Vorwoche. Zuletzt wurden Transporte für die Fertigstellung der Windräder durchgeführt. Dorner (übrigens weitschichtig mit dem Kamper Energielandwirt und Windpark-Bärofen-Mitbesitzer Franz Dorner verwandt): »Wir bringen heute die letzten Blätter der Windräder auf die Alm. Sie sind 86 Meter lang.« Die Räder des Typs »Vensys 175« haben eine Nabenhöhe von 145 Metern und eine Gesamthöhe von rund 230 Metern.
»Wir bringen heute die letzten Blätter der Windräder auf die Alm. Sie sind 86 Meter lang«
Egon Dorner, Projektleiter, Energie Steiermark
Mit dem Windpark »Freiländeralm 2« wurde auch ein Umspannwerk errichtet. Die von den Windenergieanlagen erzeugte Energie wird über das interne 30 kV-Mittelspannungsnetz zum Umspannwerk Pack geleitet. Nach der Transformation auf 110 kV folgt die Übertragung über eine rund sieben Kilometer lange Verbindung zum Umspannwerk Modriach, wo der Strom ins öffentliche Netz eingespeist wird.
Das Projekt
Der Windpark »Freiländeralm 1« mit vier Windkraftanlagen und einer Gesamtleistung von rund sechs Megawatt wurde 2014 von der Energie Steiermark in Betrieb genommen.
Die Projektentwicklung für den Park »Freiländeralm 2« begann 2015 mit Windmessungen und ersten Standortuntersuchungen. Es folgten Umwelt- und Genehmigungsverfahren, nach dem positiven Abschluss des UVP-Verfahrens und der Bestätigung des Bundesverwaltungsgerichts startete die Umsetzung von Bauabschnitt 1 im Herbest 2023.
Die Großkomponenten für die ersten acht Windenergieanlagen wurden auf die Freiländer Alm gebracht und zusammengebaut: 24 Rotorblätter mit einer Länge von je 86 Metern sowie die Maschinenhaus- und Anlagenteile. Die Komponenten kamen vom kroatischen Hafen Ploče.
Zweiter Abschnitt
Seit heurigem Mai befindet sich das Vorhaben im zweiten Bauabschnitt, sieben weitere Windräder werden aufgestellt. Die Inbetriebnahme erfolgt schrittweise – nach Abschluss der jeweiligen Montage- und Prüfarbeiten. Die Fertigstellung sowie die vollständige Inbetriebnahme beider Abschnitte sind bis Ende 2026 vorgesehen.
Die Gesamtinvestition wird von der Energie Steiermark mit 162 Millionen Euro beziffert, die jährliche CO2-Ersparnis durch die 15 Anlagen wird mit rund 33 Tonnen pro Jahr angegeben. Das Unternehmen streicht auch den pfleglichen Umgang mit der Umwelt hervor. In einer Projektbeschreibung heißt es: »Parallel zur Errichtung des Windparks erfolgen laufend Rekultivierungs- und ökologische Ausgleichsmaßnahmen. Neben der Wiederherstellung temporär beanspruchter Flächen werden umfangreiche Maßnahmen zum Schutz von Mooren, Wäldern, Fledermäusen, Vögeln, Reptilien, Ameisen und geschützten Pflanzenarten umgesetzt.«
Bei den nun 15 Rädern des Parks »Freiländeralm 2« könnte es nicht bleiben. Dorner: »Es wird über eine Erweiterung nachgedacht.«

Von Horst Kakl
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