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Wolfsberg. Wenn man an einem Mittwochnachmittag beim Jugendzentrum Wolfsberg vorbeikommt, hört man erst das Lachen, dann sieht man Kinder, die mit leuchtenden Augen über den Platz laufen – die neue inklusiv spielende Fußballgruppe »Kick & Smile«.
Was im Vorjahr als Idee begann, ist heute ein Herzensprojekt. Marlene Joham, Initiatorin und Motor der Gruppe, sagt: »Jeder ist willkommen – aber Kinder mit Behinderungen haben bei uns das Sagen. Genau das macht ›Kick & Smile‹ besonders.« Die Gruppe – sie ist Teil der Alpenvereins-Inklusionsgruppe – besteht aus rund zehn Kindern im Alter von sechs bis fünfzehn Jahren. Tendenz der Teilnehmer ist steigend. Viele von den Kindern leben mit Autismus, körperlichen Beeinträchtigungen oder ADHS. Andere kommen einfach, weil sie Lust auf Fußball haben.
Trainiert wird einmal pro Woche, immer mittwochs von 18 bis 19 Uhr, auf dem Platz beim JUZ Wolfsberg. Dort, sagt Joham, sei der perfekte Ort: »Hier leben wir Inklusion. Offen, unkompliziert, selbstverständlich. Hier beim JUZ und Skaterplatz gibt es natürlich viele Jugendliche, die keine Beeinträchtigung haben.« Und das Schöne daran: Immer wieder spielen auch Jugendliche ohne Beeinträchtigung eine schnelle Partie mit den »Kick & Smile«-Kickern.
Unterstützt wird Joham von Roland Kucher und Manuel Joham, beide selbst ehemalige Fußballer. Gemeinsam sorgen sie für einen klaren Ablauf: Begrüßung, Regeln, Aufwärmen, Übungen – und zum Abschluss ein Match, bei dem auch die Eltern mitspielen.
Dass das Projekt im JUZ gelandet ist, war kein Zufall. Durch die Ferienbetreuung für Kinder mit Beeinträchtigungen im Vorjahr kam der erste Kontakt zustande – und traf sofort auf offene Türen. JUZ‑Leiter David Schwarz erinnert sich: »Wir haben schon im Vorjahr mit der Alpenvereins‑Inklusionsgruppe bei der Sommerbetreuung zusammengearbeitet. Das hat super funktioniert. Wir unterstützen die Fußball-Gruppe, weil wir es cool finden, dass Marlene Leute zusammenbringt, die gemeinsam Sport betreiben. Wir haben die Infrastruktur und können das dadurch unterstützen. Außerdem leben auch wir im Jugendzentrum Inklusion, sie wird auch in der offenen Jugendarbeit immer wichtiger.« Und für die Eltern bietet die wöchentliche Trainingseinheit auch eine gute Gelegenheit, sich mit anderen Müttern und Vätern auszutauschen oder neue Kontakte zu knüpfen.
»Kick & Smile«
Die Gruppe hat sich mittlerweile etabliert und trägt den Namen »Kick & Smile«. Dank der Unterstützung von Sponsoren gibt es mittlerweile eigene Dressen, Trinkflaschen und Bälle. »Der Spaß steht im Vordergrund. Und alle, Eltern und Kinder, sind mit Begeisterung dabei«, sagt Joham. Schwarz fügt hinzu: »Das letzte Treffen war Spaß pur.«
Bis zu Beginn der Sommerferien wird noch gespielt, danach gibt es eine kurze Pause – und nach dem Sommer startet »Kick & Smile« wieder, solange das Wetter mitspielt. Für Familien ist die Gruppe schon jetzt ein Fixpunkt. Ein Ort, an dem Kinder mit Behinderungen nicht nur mitmachen dürfen, sondern mitbestimmen. Ein Ort, an dem Inklusion nicht erklärt, sondern gelebt wird.

Von Michael Swersina
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