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Griffen. Als im Herbst 2022 die Strompreise explodierten, war es für viele Unternehmen ein Schock. Auch für die Familie Jernej, Betreiber der Mochoritsch‑Griffen‑Rast, einem der bekanntesten Gastronomiebetriebe Kärntens. »Zahlten wir zuvor fünf Cent für die Kilowattstunde, stieg der Preis plötzlich auf 40 bis 50 Cent«, erinnert sich Johannes Jernej. Doch mit dem Ukraine‑Krieg war plötzlich alles anders. Also überlegte sich Hannes gemeinsam mit seinen Geschwistern Josef und Anja einen Weg aus der Misere. »Wir wollten nicht warten, bis uns die nächste Preiswelle trifft«, sagt Jernej. Zuerst wurden alte Küchengeräte gegen energieeffiziente Modelle getauscht. Dann folgte der nächste Schritt: die eigene Stromproduktion. Im Sommer 2024 wurde auf dem Dach der Griffen-Rast eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 160 kW errichtet.
Im Herbst 2025 folgte der nächste Schritt. Wo früher ein heißer Asphaltparkplatz lag, steht heute architektonisch auffällige Carports für 75 Fahrzeuge. Die Konstruktion stammt vom Wiener Architekten Gregor Eichinger, mit dem Mochoritsch seit Jahren zusammenarbeitet. Die Farben – Gelb, Grün, Braun, Orange – greifen das Design des Restaurants auf. Auf dem Dach des Carports wurde eine 200 kW-Photovoltaik-Anlage installiert. Zusammen mit der 2024 installierten 160‑kW‑Anlage am Dach des Restaurants erzeugt der Standort nun 360 kW Sonnenstrom. »Damit können wir mehr als die Hälfte unseres Jahresverbrauchs von rund 700.000 kWh abdecken«, berichtet Jernej. Im Sommer deckt die PV‑Anlage bis zu 90 Prozent des Bedarfs, im Winter deutlich weniger. »Aber die Produktionskurve passt perfekt zu unserem Verbrauch«, sagt Jernej und erzählt weiter: »Wenn die Sonne am stärksten scheint, läuft unsere Küche auf Hochtouren.« Die Großküche verbraucht ihren Strom glockenförmig – genau wie die Sonne ihn liefert.
»Strom dort zu produzieren, wo er gebraucht wird – das ist das Beste. Mocho Energy – Wir kochen mit der Sonne, das ist unser Motto«, sagt Jernej.
Die Investition war groß: 600.000 Euro flossen in Carport, PV‑Module und Infrastruktur. 100.000 Euro kamen vom Land Kärnten. Gebaut wurde ausschließlich mit Firmen aus der Region: Die Firma Silverstar war für Stahlbau und Paneele zuständig, die Granit-Bau aus dem Lavanttal für Baumeisterarbeiten, MS Elektrotechnik aus Feldkirchen für die Installationen. »Alle haben großartige Arbeit geleistet«, sagt Jernej, der die Handwerker jeden Tag mit dem Mittagessen versorgte.
Plan für die nächsten Jahre
Im Frühjahr werden die Carports begrünt, Pflanzen sollen dann die Anlage in eine grüne Oase verwandelt. In St. Kanzian beim zweiten Standort der Familie Mochoritsch, dem »Mochoritsch-Eck« soll 2027 eine weitere 100‑kW‑PV‑Anlage entstehen, Ziel: In vier bis fünf Jahren soll Mochoritsch so viel Strom erzeugen, wie alle Standorte zusammen verbrauchen. »Wir wollen heute das errichten, was in 20 Jahren noch relevant ist und nicht warten, bis uns die nächste Krise überrascht«, sagt Jernej. Langfristig sollen die Mochoritsch‑Standorte eine Energiegemeinschaft bilden.
Der Vorteil: Strom kann dort genutzt werden, wo er gerade gebraucht wird. »So werden wir zukünftig viel unabhängiger von Preisschwankungen«, erklärt Jernej. Unabhängigkeit ist für die Familie ohnehin ein Leitmotiv. Über 60 Prozent der Lebensmittel werden in Bio‑Qualität eingekauft, mehr als zwei Millionen Euro fließen jährlich in heimische Betriebe. Gemüse und Getreide baut Mochoritsch teilweise selbst an. »Mit regionalen Partnern zu arbeiten, ist langfristig der beste Weg«, sagt Jernej.
80 Mitarbeiter beschäftigt die Griffen‑Rast derzeit, im Sommer – gemeinsam mit dem Standort Klopein – sind es bis zu 140. Gesucht werden laufend zusätzliche Kräfte aus der Region, auch Teilzeit oder für Wochenenddienste. »Wir sind ein großer Betrieb mit 600 Sitzplätzen indoor und 200 outdoor. Da gibt es immer etwas zu tun. Interessierte können sich per Mail griffen-rast@mochoritsch.at an uns wenden«, so Jernej.

Von Michael Swersina
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