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Lavanttal. Von 2015 bis 2022 erzielte Kärnten über 1.000 Einfamilienhausverkäufe. 2023 folgte dann ein Dämpfer und ein Tiefststand von 778 Einheiten, 2024 waren es 848. 2025 kehrte das südlichste Bundesland wieder beinahe zu alten Höhen zurück – auf den Zehnjahresschnitt fehlen nur mehr 0,8 Prozent – und kommt auf 1.054 Einfamilienhausverkäufe. Das sind um 24,3 Prozent – national der zweithöchste Anstieg – bzw. um 206 Einheiten – national der vierthöchste Anstieg – mehr im Vergleich zu 2024. Im bundesweiten Mengenranking bleibt Kärnten weiterhin auf Rang vier, hinter Oberösterreich und vor dem Burgenland.
Dem Mengenzuwachs folgte auch eine Umsatzsteigerung: 353 Millionen Euro sind um 27,9 Prozent oder 77 Millionen Euro mehr als 2024 und ein neuer Umsatzrekord. Auch hier ist es prozentual der zweithöchste Anstieg Österreichs, nominal jedoch der fünfthöchste. Bisher lag der höchste Umsatz im Jahr 2022 bei 323 Millionen Euro – er wurde damit 2025 um 9,4 Prozent übertroffen.
Der Kärntner Einfamilienhauspreis ist 2025 mit einem Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr eher moderat gestiegen, dennoch haben Käufer bisher noch nie so tief in die Tasche gegriffen: Durchschnittlich waren es 307.429 Euro pro Haus. Zwar lag der Preis bereits im Jahr 2023 oberhalb der 300.000 Euro-Marke, doch lag er 2025 um 1,3 Prozent darüber.
132 Verkäufe im Bezirk
Der Bezirk mit der zweitniedrigsten Verkaufsmenge weist den prozentual höchsten Anstieg auf: Feldkirchen konnte die Einfamilienhauskäufe um 50 Prozent von 48 auf 72 steigern. Der – wie bisher noch jedes Jahr – mengenführende Bezirk Villach (Stadt und Land) registrierte mit einem Plus von 41,6 Prozent insgesamt 211 Einheiten, zuletzt waren es im Jahr 2021 mehr als 200.
Der Bezirk Wolfsberg steigerte seine Menge um 32 Prozent und kommt auf 132 Kaufakte – sein bisher drittbestes Ergebnis. Ein gutes Viertel (+27,5 Prozent) mehr war es in Spittal mit 139 Einheiten. Drei Bezirke liegen bei der Mengenentwicklung nur jeweils einen Prozentpunkt auseinander: Völkermarkt erhöhte um 18,8 Prozent auf 82 Verkäufe, St. Veit um 17,8 Prozent auf 119 und Klagenfurt-Land um 16,8 Prozent auf 160, dieselbe Menge wie schon 2015 und 2020. Einstellige Prozentsteigerungen fanden sich im Bezirk Hermagor, der sich um 3,7 Prozent auf 28 Vertragsabschlüsse verbesserte, und in Klagenfurt mit 2,8 Prozent und 111 verbücherten Objekten.
»Aktuell sehen wir in Österreich eine Marktsituation, in der mehrere Faktoren zusammenwirken wie hohe Grundstückspreise, steigende Baukosten sowie der anhaltende Anstieg der Mieten und der damit verbundene Wunsch nach Eigentum – das trifft auch auf Unterkärnten zu. Diese Entwicklungen führen dazu, dass sich viele Käufer verstärkt für bestehende, gebrauchte Immobilien, vor allem für Häuser, entscheiden, da diese im Vergleich deutlich erschwinglicher sind und eine attraktive Alternative zum Neubau darstellen«, so die Markteinschätzung von Immobilienexperten Peter Dohr von Re/Max Friends in Wolfsberg.
2024 war es noch in Klagenfurt-Land am teuersten, 2025 wurde in der Stadt Klagenfurt mit 385.130 Euro der höchste typische Einfamilienhauspreis Kärntens errechnet. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg von 4,9 Prozent. Die Entscheidung, ein Einfamilienhaus in Wolfsberg oder in Völkermarkt zu kaufen, war 2025 in erster Linie keine Frage des Preises. Doch während sich Wolfsberg mit 229.892 Euro (-0,7 Prozent) preisstabil hielt, erhöhte Völkermarkt um 11,7 Prozent auf 229.581 Euro.
Unter 150.000 Euro
Die Einfamilienhauspreise im günstigen Preisviertel haben sich 2025 im Kärntner Durchschnitt nicht geändert und liegen bei maximal 190.000 Euro. In fünf der neun Kärntner Bezirke war es aber noch günstiger: In Spittal lag der Maximalpreis im unteren Preissegment bei 185.000 Euro, in St. Veit unter 171.208 Euro, in Völkermarkt unter 155.250 Euro, in Wolfsberg unter 150.000 Euro und in Hermagor lag die Preisobergrenze bei 137.500 Euro.
Dohr abschließend: »Jetzt ist ein durchaus guter Zeitpunkt für Kauf und Verkauf. Die Zins- und Preislage ist leistbar und bietet sowohl Käufern als auch Verkäufern solide Rahmenbedingungen. Was den Markt zurzeit besonders beeinflusst, ist die Unsicherheit über zukünftige Entwicklungen – vor allem im Hinblick auf mögliche Zinsanstiege. Genau deshalb entscheiden sich viele Marktteilnehmer aktuell bewusst zu handeln, um sich die derzeitigen Konditionen zu sichern.«

Von Unterkärntner Nachrichten Redaktion
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