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Wolfsberg. »Ich bin stolz auf das LKH Wolfsberg«, sagt die Dolmetscherin Marketa Rabensteiner, die in der Bezirkshauptstadt lebt und in ganz Kärnten arbeitet. Im Mai des Vorjahrs erlebte sie den dramatischen Fall eines polnischen Lkw-Fahrers mit, dem im Wolfsberger Spital – und im Klinikum Klagenfurt – das Leben gerettet wurde. Der Betroffene selbst meint in einem Schreiben: »Aufgrund der schnellen und adäquaten Versorgung durch das gesamte Team, auch durch die Unfallchirurgie, wurde mein Leben gerettet. Ich bin sehr dankbar für die Behandlung im LKH Wolfsberg sowie für die Weiterbehandlung im Klinikum Klagenfurt.«
»Aufgrund der schnellen Versorgung durch das gesamte Team wurde mein Leben gerettet«
Der Lkw-Fahrer in seinem Dankschreiben
Die Geschichte dahinter erzählt Rabensteiner: »Der Mann kam vergangenes Jahr mit seinem Lkw aus Italien und war auf der Autobahn A2 unterwegs. Plötzlich ging es ihm sehr schlecht.« Er war nicht mehr in der Lage, sein Fahrzeug zu steuern und wurde wegen seiner auffälligen Fahrweise von der Polizei angehalten. Es stellte sich schnell heraus, dass es sich um einen medizinischen Notfall handelte. »Er war zwar noch ansprechbar, konnte aber nicht weiterfahren und wurde ins LKH Wolfsberg gebracht«, erzählt Rabensteiner.
Dort wurde eine sehr ernste Erkrankung diagnostiziert: Der 54-Jährige litt an nekrotisierender Fasziitis, einer lebensbedrohlichen bakteriellen Infektion. Dabei werden Gewebe und Muskeln sehr rasch zerstört, was mit extremen Schmerzen einhergeht. Es kommt zu Rötungen der Haut, Blasen bilden sich – und schließlich stirbt das Gewebe ab. Der Pole, dessen linkes Bein von der Infektion betroffen war, schwebte in akuter Lebensgefahr.
»Es ist auch für mich wunderschön, dass er überlebt hat, es ist wie ein Wunder«
Marketa Rabensteiner, Dolmetscherin
Das Spital verständigte Raben-steiner, damit sie dem Mann die Situation erklärte. Dann wurde er in Tiefschlaf versetzt. »Seine Familie reiste über Nacht an, um von ihm Abschied zu nehmen – es schien keine Hoffnung zu geben«, sagt die Dolmetscherin. Dem Lkw-Fahrer musste das linke Bein amputiert werden.
Sie breitete sich weiter aus
Doch die Infektion breitete sich weiter aus. Der 54-Jährige wurde ins Klinikum Klagenfurt verlegt, wo ihm auch die linke Hand abgenommen wurde. Tagelang wurde er auf der Intensivstation behandelt, die Mediziner entnahmen Haut, um die abgestorbenen Flächen auf dem linken Arm damit zu ersetzen. Sein Sohn, der ebenfalls Lkw-Fahrer ist, besuchte ihn während seiner Touren regelmäßig.
Nach einigen Wochen besserte sich der Zustand des Polen, er wurde langsam aus dem Tiefschlaf geweckt. Erst jetzt konnten ihm die Amputationen mitgeteilt werden, was den Mann psychisch schwer belastete. Als er wieder transportfähig war, wurde er nach Polen überstellt, wo ihm eine Bein- und eine Handprothese angepasst wurden. Damit fand er neuen Lebensmut. Mittlerweile ist er auf der Suche nach einer neuen Anstellung.
Rabensteiner: »Ich blieb mit ihm und seiner Familie weiter in Kontakt. Sie haben mich gebeten, ein Dankschreiben des 54-Jährigen zu übersetzen. Denn ohne die Behandlung in den Kärntner Spitälern hätte er nicht überlebt.«
Im Schreiben sagt der Lkw-Fahrer: »Mittlerweile bin ich wieder in meinem Heimatland Polen und freue mich über eine zweite Chance, die mir nur durch die Behandlung in Kärnten ermöglicht wurde.« Und schließlich: »Ein großer Dank an alle Mitarbeiter beider Krankenhäuser.«
Das Resümee der Dolmetscherin: »Es ist auch für mich wunderschön, dass er überlebt hat, es ist wie ein Wunder.«

Von Horst Kakl
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