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Lavanttal. Auch im Lavanttal sind laut Bezirksfeuerwehrkommandant Wolfgang Weißhaupt vier bis fünf Fahrzeuge betroffen: Kärntenweit gibt es Probleme mit nagelneuen Feuerwehr-Fahrzeugen, die bereits kurz nach der Indienststellung grobe Mängel aufweisen. Angesichts des Preises von teils mehr als 500.000 Euro ist das einerseits ärgerlich, andererseits werden die Autos für Einsätze dringend benötigt – und sollten also vom ersten Tag an funktionieren.
Als Beispiele nennt der Lavanttaler Bezirksfeuerwehrkommandant Probleme mit der Werferlafette, also der auf den Fahrzeugen montierten Halterung für Wasserwerfer: »Sie waren verrostet oder es gab Materialfehler.« Oder: In Preitenegg entstanden bei einem Fahrzeug Reparaturkosten von mehr als 100.000 Euro. Weißhaupt: »Nicht nur im Lavanttal und in Kärnten gibt es Probleme, das ist in allen Bundesländern so. In unserem Bundesland ist es grundsätzlich eine Angelegenheit des Landesfeuerwehrverbands (Anm.: Der Verband zahlt bei jeder Anschaffung jedes Autos auch kräftig mit). Landesfeuerwehrkommandant Rudolf Robin hatte kürzlich eine Aussprache mit den Verantwortlichen des Unternehmens, das die Fahrzeuge liefert. Sie haben sich dabei entschuldigt und versichert, sie wollen es künftig besser machen.« Außerdem gibt es eine schriftliche Stellungnahme der Firma, die auch an alle Bürgermeister des Lavanttals weitergeleitet wurde.
Wer kommt für die Schäden auf?
Auf die Frage, wer die Reparaturkosten der fehlerhaften Fahrzeuge trägt, sagt Weißhaupt: »Wenn sie etwa zwei Jahren nach der Bestellung ausgeliefert werden, kommt es zur Abnahme. Fallen die Schäden nicht mehr in die Garantie, ist die Gemeinde zuständig.« Das heißt, letztlich müssen die Bürger für die Schäden aufkommen.
»Früher hielten die Autos 35 Jahre. Wenn die neuen 20 Jahre funktionieren, bin ich glücklich«
Wolfgang Weißhaupt, Bezirksfeuerwehrkommandant
Der Bezirkskommandant sagt auch: »Früher hielten die Autos 30 bis 35 Jahre. Wenn die neuen 20 Jahre lang funktionieren, bin ich glücklich. Sie sind heute alle mit Computern ausgestattet«, was die Probleme nicht verringert. »Aber die alten Fahrzeuge werden heute nicht mehr hergestellt«, sagt Weißhaupt.
Die Probleme sind bereits seit mehreren Jahren bekannt. Eine Tageszeitung berichtete 2024, das Tunnel-Einsatzfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Dolintschach in der Gemeinde Rosegg musste in den neun Jahren davor 24 Mal in die Werkstatt gebracht werden. Ins selbe Jahr fiel der Beschluss der Gemeinde Treffen, die Herstellerfirma eines Tanklöschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Einöde-Winklern auf Mängelbehebung zu klagen.
Das Kartell
Dazu kommt die Preisgestaltung der Autos. Denn vor Jahren flog das sogenannte »Feuerwehrfahrzeuge-Kartell«: Namhafte Lkw-Hersteller hatten von 1997 bis 2011 Preisabsprachen vorgenommen und für ihre Fahrzeuge bis zu zehn Prozent mehr verlangt. Im November 2020 beschloss daher der Wolfsberger Gemeinderat, sich an einer Sammelklage gegen die Produzenten zu beteiligen. Denn die Bezirkshauptstadt kaufte in dieser Zeit acht Feuerwehrautos zum Bruttopreis von 2,08 Millionen Euro und neun Bauhof-Lkw um 1,8 Millionen Euro brutto. Danach hörte man nie wieder davon ...

Von Horst Kakl
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